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So soll der Walfisch auf dem Wagen einmal aussehen. Jutta Fischer zeigt Thomas Anders den Entwurf.

Usinger Carneval-Verein

Viele Engagierte haben am Umzugswagen des UCV mitgearbeitet

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„Schiebt den Wal zurück ins Meer!“ Die Wagenbauer des Usinger Carneval-Vereins setzen neben Spaß und Klamauk auch ein Zeichen gegen die Meeresverschmutzung. Doch es gibt nach viel zu tun und es sind nur noch zwei Tage bis der Zug abgeht.

Vor einer Woche brauchte man noch sehr viel Fantasie, um sich vorzustellen, was aus den Paletten, der Holzkonstruktion aus Querbalken, den Schaumstoffballen und vielen Latten und Stäben einmal werden sollte. Auf Walfisch wäre wohl kaum einer gekommen, aber in den Köpfen der Wagenbauer war der Plan schon weit gediehen, der Rest kam beim Arbeiten.

Nach Feierabend kamen die kreativen Frauen und handwerklichen Männer der „Crazy Mamas & Friends“ vom Usinger Carneval-Verein (UCV) zusammen und schraubten zusammen, was zusammen passte, klebten, malten, formten Flossen aus Matratzen und zimmerten einen Leuchtturm. „Usum 11“ ist seine Nummer und als Zugnummer wird der Walfischwagen am kommenden Samstag mit seiner närrischen Mannschaft auf dem Rücken erst durch Usingen schwimmen, einen Tag später durch Oberursel.

Der Rumpf des Fisches baucht sich bis zum Rand des Aufliegers, breiter darf es nicht werden, es gibt Vorschriften. Joachim Saltenberger und Karl Henz sind meist die ersten, die ab dem Nachmittag schon zimmern und hämmern, bis es nach und nach immer mehr werden.

Jörg Fross ist so etwas wie der Handwerksmeister. Man kann gar nicht so schnell gucken, wie er ein technisches Problem löst und sichtlichen Spaß hatte er dabei, dem Hai seine Zähne einzubauen, ein Kieferchirurg hätte gestaunt.

Jörgs Frau Nicole greift zum Malerpinsel und zu pinseln gibt es viel. Bärbel Blaschke streicht alles was zum Fisch gehört walgrau, Maria Sturm verpasst dem Leuchtturm seine roten und weißen Streifen, Jutta Schütz zeichnet nach einer Overhead-Projektion Figuren vor, Jutta Henz malt aus. Jeder hat so seinen Job.

Musiker Thomas Anders kümmert sich zusätzlich um die Musik, Gattin Heike ist das organisatorische Ass im UCV-Ärmel und Jutta Fischer ist die Art-Direktorin, legt überall wo es nötig erscheint nocheinmal Hand an und Hilde und Heino Stocks sind, wo immer Bedarf besteht, flexibel einsetzbar.

Apropos „bar“, zu trinken ist auch immer was da, fürwahr. Denn ein Gute-Laune-Wagen wird mit Spaß an der Arbeit erst so richtig authentisch karnevalistisch schön. Da passt es auch, dass am vorvorletzten Aufbau-Abend, Hans-Jürgen Weigel und Frau Ingeborg auftauchten, Sie hatten einen Riecher für die Bedürfnisse der Wagenbauer: Kaum waren sie da, knallte der erste Sektkorken und es wurde auf das bisher gelungene Projekt angestoßen. Es war schon der achte Abend, an dem gewerkelt wurde und das erfolgreiche Ende absehbar.

Reichlich Erfahrung haben die Mamas und ihre Freunde inzwischen. Dennoch, alleine wäre sie nichts wert, deshalb dankt das Team auch denjenigen, ohne die das Projekt auch nicht realisierbar wäre: Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) und dem Bauhof, denn die Stadt stellt den Narren eine Halle im Bauhof zur Verfügung. Die ist allerdings zu niedrig, so dass hohe Aufbauten geteilt, auf- und abbaubar konstruiert werden müssen. So wie der Leuchtturm in diesem Jahr. Auch solche Probleme werden stets gelöst.

Aber Voraussetzung für einen Wagenaufbau ist erst ein Unterbau. Den stellt die Firma Reiner Buhlmann aus Merzhausen zur Verfügung und gleichermaßen dankbar sind die UCV-Aktivisten für die Zugmaschine, die Thomas Nicolai aus Wernborn ausleiht und gefahren wird sie ehrenamtlich von Marcel Müller aus Merzhausen und Jason Uhrig aus Laubach.

Ohne technische Ausrüstung geht es auch nicht und die wird von den UCV-Leuten aus eigenen Quellen zusammengetragen, beispielsweise die Musikanlage, die Wolfgang Pippinger beisteuert und installiert. Viele vermeintliche Kleinigkeiten müssen zusammenpassen, damit das Ganze funktioniert und zur „Hardware“ kommt noch die „Soft-“ oder „Süß-ware“, mit der der Wagen aufgerüstet wird. Die Zugbesucher brauchen aber nicht zu fürchten, von den Walfischbauern und Leuchtturmwärtern mit Fisch und andern Meerestieren bombardiert zu werden.

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