Wahlwerbung in Himmelblau

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Erst seit fünf Monaten gibt es die Bürgerliste neue offene Wählergemeinschaft (b-now). Am 6. März will die Gruppierung ein zweistelliges Wahlergebnis einfahren und geht dafür in Sachen Werbung in die Vollen.

Zwölf Seiten umfasst die Wahlzeitung der Bürgerliste neue offene Wählergemeinschaft (b-now). Am Wochenende wurden 5000 Exemplare an alle Schmittener Haushalte verteilt. Schon seit Wochen finden die Bürger alle 14 Tage Postkarten der b-now mit verschiedenen Schlagwörtern in ihren Briefkästen. Auch die überdimensional großen Plakate und Banner mit dem gleichen blauen Hintergrund sind nicht zu übersehen.

„Unsere Bekanntheit ist schon relativ groß“, sind sich die Spitzenkandidaten Christian Schreiter, Ralph Bibo und Annett Fomin-Fischer sicher. Auf die schon jetzt 15 000 Klicks auf der Homepage wollen sie sich aber nicht verlassen. Auch die Lokalzeitungen gehören zum Werbepaket. Eigentlich seien Windkraft und Motorradlärm ihre Themen, aber es gebe noch mehr Reizthemen für die Bürger, sagen sie im Pressegespräch. Transparenz in die Gemeindepolitik zu bringen, sei eines ihrer Hauptanliegen.

Anders als vielfach behauptet, seien in der b-now nicht nur Bewohner von der Hegewiese aktiv, machte Bibo deutlich. Die 33 Kandidaten kämen aus sieben von neun Ortsteilen und den verschiedensten Berufsgruppen. Darunter seien viele Experten, die sich in verschiedene Themen einarbeiten könnten. In eine der etablierten Parteien hätten sie nicht einsteigen wollen, erläuterte Fomin-Fischer, denn da hätten sie nicht die Chance gehabt, sich als Team einzubringen. Außerdem wollten sie unabhängig von parteipolitischen Ideologien bleiben, ergänzte Christian Schreiter. Dennoch will die b-now nach der Wahl mit den anderen Parteien zusammenarbeiten.

„Wenn die Gemeinden nicht aufpassen, werden sie in der Regionalversammlung bei der Diskussion um die neuen Windkraftvorrangflächen hinten herum gehoben“, befürchten die b-now-Mitglieder. In der Gemeinde Schmitten müsse das Thema Straßenausbau immer wieder diskutiert werden, um im Einzelfall vernünftige Lösungen zu finden. „Im Moment sollen immer nur die Straßen gemacht werden, für die die Anlieger 90 Prozent der Kosten übernehmen müssen, andere kann die Gemeinde sich nicht leisten“, stellte Fomin-Fischer fest. Nachhaltigkeit in Sachen Waldbewirtschaftung und Tourismus nennen sie als weitere Themen.

Anders als Vertreter anderer Fraktionen, so die Politik-Neulinge, wollten sie auch nach der Wahl Sprachrohr für die Bürger bleiben und versuchen, deren Interessen einzubringen. Ein Beispiel sei die Kinderbetreuung. Da müsse jetzt endlich ein Konzept her. Außerdem müssten die Kosten offengelegt werden.

„In der Kommunikation liegt das Dilemma“, sind sich die Drei sicher. Das wollen sie ändern. Sie können sich für Berufstätige eine Samstagssprechstunde im Rathaus vorstellen, und sie wünschen sich, dass die Gemeinde ehrenamtliche Initiativen zur sozialen Anbindung des neuen Seniorenzentrums unterstützt statt sie zu blockieren. Aus der Opposition heraus wollen sie sich künftig die parlamentarische Kontrolle auf die Fahne schreiben, zum Beispiel den Etat des Tourismus- und Kulturvereins offen gelegt haben. „Das sind schon Zweidrittel der nicht genau definierten Mehrkosten für die Kinderbetreuung, die im Haushalt plötzlich aufgetaucht sind“, so Schreiter.

Als größtes Potenzial bei der Wahl sieht die b-now-Spitze die Mobilisierung der Nichtwähler. „Zweistellig definitiv“, benennt Fomin-Fischer das Ziel und schiebt schmunzelnd nach: „Im Notfall könnten wir mit unseren Kandidaten das gesamte Parlament bestücken.“

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