Waldarbeiten laufen auf Hochtouren

Die ersten Kraniche flogen bereits am Freitag über Usingen, in Weilburg meldeten sich die Schwarzstörche schon zurück. Jetzt wird im Eschbacher Wald im Akkord gearbeitet.

Von Tatjana Seibt

„In Weilburg wurden die ersten Schwarzstörche und auch schon Kraniche gesichtet“, weiß Usingens Förster Karl-Matthias Groß. Grund genug, derzeit auch ein besonders wachsames Auge auf den Horst des scheuen Tieres im Grenzgebiet zwischen Michelbach und Grävenwiesbach zu haben. Denn derzeit werden die Holzeinschläge der vergangenen Wochen im Eschbacher und Michelbacher Wald an die Wege zum Abtransport gerückt. Und dabei kam Jürgen Müller aus Merzhausen, der derzeit in Michelbach arbeitet, dem Horst schon sehr nahe.

Noch ist der Adalbert nicht zurück im Usinger Land, „deshalb können wir auch noch problemlos arbeiten, aber es ist Eile geboten“, meint Groß zur TZ. Im Umfeld des Horstes habe es nur einen moderaten Einschlag gegeben – mit Rücksicht auf das Federvieh. „Dem Vogel dürfte das nichts ausmachen“, sagt der Förster zuversichtlich. Der Storch solle auf keinen Fall an seiner Rückkehr gehindert werden. Deshalb hält er auch engen Kontakt zu der Kollegin aus Grävenwiesbach, zur Naturschutzbehörde und zur Vogelwarte.

Auch die Michelbacher Bürgerinitiative hält Groß auf dem Laufenden, zumal die Rückefahrzeuge im Eschbacher Wald derzeit sehr intensiv arbeiten. „Leider war der Winter nicht optimal, und aus den geschätzten sieben Wochen, die wir nach dem Einschlag für das Rücken geplant haben, sind nun sehr viel weniger geworden“, schildert Groß. Die derzeitigen Wetterkapriolen machten dem Forst zu schaffen. Denn wenn es nicht über einen längeren Zeitraum Frost gebe, seien die Böden in den einzelnen Waldabteilungen zu nass, so dass die Fahrzeuge entweder große Schäden auf dem Boden hinterlassen oder gar nicht fahren können. Zwei Abteilungen, in denen in den Vorjahren Holz geschlagen wurde, konnten erst in diesem Jahr an den Weg gerückt werden. „Deshalb sieht es derzeit im Eschbacher Wald auch so aus, als ob wir alles abholzen“, sagt Groß und hat Verständnis für so manchen, der staunend vor den riesigen Mengen Holz stehen bleibt. Dabei seien es gerade einmal 1500 Festmeter und ausschließlich Pflegearbeiten, damit sich der Wald gut entwickeln könne.

Der 28. Februar gilt zwar stets als magisches Datum für die Arbeiten im Wald, weil danach die Brut- und Setz-Zeit beginnt, doch bekanntlich hält sich die Natur nicht immer an ein von Menschen festgelegtes Datum. Doch tauche der Schwarzstorch früher auf, so würden die Arbeiten rund um den Horst sofort eingestellt, informiert Groß. „Dann müssen wir das Holz im September rücken und abfahren.“ Das würde dann schätzungsweise einen Verlust von rund 500 Euro ausmachen, denn das Holz werde nicht besser, wenn es liegen bleibe.

Bei den Waldarbeiten ist also derzeit Eile geboten, und Groß bittet die Bevölkerung um Verständnis, dass derzeit nahezu rund um die Uhr im Wald die Maschinen unterwegs sind. Sobald das Holz von den Fuhrunternehmen abgeholt wurde, werden die Wege kontrolliert und in Stand gesetzt. „Oftmals wirken die Transporte aber wie Planierraupen auf den Wegen, so dass nicht mehr sehr viel zu tun ist.“ Doch aktuell heiße es im Eschbacher Wald: Rücken, was geht.

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