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Als Alternative für den zweigleisigen Ausbau der Taunusbahn sieht TZ-Leser Wilfried Kohlmeier den Streckenabschnitt, der westlich des Wehrheimer Bahnhofs über freies Feld führt (Bildhintergrund). Foto: Pieren

Inbetriebnahme Ende 2022

Wann geht es endlich mit der Elektrifizierung der Taunusbahn los?

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Der seit einem halben Jahr gesuchte General-Planer für die Elektrifizierung der Taunusbahn ist noch nicht gefunden. Der Hochtaunuskreis sieht jedoch die Pläne, den Betrieb der nach Usingen verlängerten S 5 zum Fahrplanwechsel 2022/2023 aufzunehmen, nicht gefährdet.

Still ruht der See. Zumindest gilt dieses Bild für die seit Jahren geplante Elektrifizierung der Taunusbahn und den dafür benötigten zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnittes zwischen Wehrheim und dem Bahnhof Saalburg/Lochmühle.

„In Wehrheim hört man nichts zum Thema – weder in der Politik, noch von Bürgern“, sagt Wehrheims Ortsvorsteher Stefan Velte (CDU). „Auch von den Eigentümern, deren Grundstücke für den Bau des zweiten Gleises benötigt werden, weiß ich nichts Neues.“

Sehr wohl aber sind in diesen extrem heißen Tagen die lauten Schleifgeräusche und das metallische Quietschen der Züge zu hören – und das störender als zuvor. Die Lärmbelästigung entsteht, wenn die Räder der Taunusbahnen im Kurvenradius vor der Einfahrt in den Wehrheimer Bahnhof (ebenso bei der Ausfahrt) an den Schienen schleifen. Bei Hitze verstärkt sich der Geräuschpegel zusätzlich.

Ortsvorsteher Velte hört das penetrante Geräusch sogar in seiner Wohnung im Baugebiet „Stecker“, das gut 500 Meter vom Gleis entfernt liegt. Anwohner Wilfried Kohlmeier, der direkt gegenüber der besagten Kurve am Rande der Wiesenau wohnt, ist unmittelbar betroffen – und seit Jahren genervt.

„Das wird noch schlimmer, wenn im Zuge der Elektrifizierung ein zweites Gleis als Ausweichmöglichkeit zwischen Wehrheim und dem Haltepunkt Saalburg/Lochmühle gebaut werden sollte“, sagt Kohlmeier. „Man hört aber rein gar nichts mehr zu dem Projekt. Die Verantwortlichen hüllen sich in

Schweigen

, und wir werden irgendwann vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Bereits vor zwei Jahren hatte er Alternativvorschläge für andere zweigleisige Streckenabschnitte gemacht, die die Wehrheimer Bürger weniger belasten würden und gewiss auch bautechnisch leichter zu realisieren seien. „Hinter dem Bahnhof Wehrheim ist in Richtung Neu-Anspach neben dem Gleis doch freies Feld. Da wäre das zweite Gleis für Begegnungen der Züge ebenso möglich, wie unmittelbar an der Eisenbahnbrücke im Köpperner Tal“, bringt Kohlmeier in Erinnerung.

Was aber ist der aktuelle Stand der Dinge? Zur Erinnerung: Im vergangenen Sommer bestätigte der Hochtaunuskreis TZ-Recherchen, wonach die ursprünglich für 2019 geplante Inbetriebnahme der bis Usingen verlängerten S 5 um drei Jahre auf Dezember 2022 verschoben werden musste.

Anfang dieses Jahres hatte der Verkehrsverband Hochtaunus die Projektsteuerung für die Elektrifizierung der Taunusbahn ausgeschrieben. Ein ebenfalls gesuchter General-Planer sollte die konkrete Ausschreibung des Millionenprojektes auf den Weg bringen und später dann auch das Bauprojekt leiten.

„Die Auftragsvergabe für die Planung der Leit- und Sicherungstechnik und die Projektsteuerungsleistungen sind abgeschlossen“, teilt dazu Pressesprecherin Andrea Nagell mit. „Die Vergabe der General-Planer-Leistungen wird sich hingegen etwas verzögern. Dieser Auftrag umfasst alle direkt mit der Elektrifizierung der Taunusbahn zusammenhängenden Planungen. Darunter fällt auch der zweigleisige Ausbau auf der Teilstrecke.“

Erst nach Auftragsvergabe können demnach all jene Punkte ingenieurtechnisch betrachtet und die entsprechenden Planungen angefertigt werden. Auf Basis des Planungsstandes sei eine Inanspruchnahme von Flächen (für den zweigleisigen Ausbau, Anm. der Redaktion) bisher nicht erörtert worden. „Gründlichkeit muss vor Schnelligkeit gehen, auch wenn wir natürlich auf ein zügiges Verfahren Wert legen“, begründet die Sprecherin die Entwicklung. Kommunikationsdefizite sieht sie nicht. „Der Verkehrsverband Hochtaunus wird die Öffentlichkeit und die Kommunen weiterhin kontinuierlich über den Fortgang der Planungen informieren. Wir gehen weiterhin von einer Inbetriebnahme im Dezember 2022 aus.“

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