Im Bembel und Gretel soll ein Kleinkunstkeller entstehen. Ob dann der Betreiber noch der gleiche sein wird, ist indes fraglich. In einem Immobilienportal ist mittlerweile eine Anzeige aufgetaucht, wonach ein neuer Pächter für die urige Gastwirtschaft gesucht wird.
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Im Bembel und Gretel soll ein Kleinkunstkeller entstehen. Ob dann der Betreiber noch der gleiche sein wird, ist indes fraglich. In einem Immobilienportal ist mittlerweile eine Anzeige aufgetaucht, wonach ein neuer Pächter für die urige Gastwirtschaft gesucht wird.

Unsichere Zukunft

"Was wir machen, steht noch nicht fest"

Bembel-und-Gretel-Pächter suchen einen neuen Betreiber. Und die Stadt erhält einen Förderzuschlag für einen Kunstkeller.

Usingen -Eigentlich ist es eine freudige Nachricht: Am 22. Juli hat das Hessische Ministerium für Wirtschaft Energie, Verkehr und Wohnen diejenigen Kommunen bekanntgegeben, die einen Zuschuss des Landesprogramms "Zukunft Innenstadt" zu besonders förderfähigen Projekten erhalten sollen.

97 Kommunen hatten sich um eine Förderung über maximal 300 000 Euro für insgesamt drei städtische oder gemeindeeigene Projekte bemüht. Der Fokus des Landesprogramms lag auf innovativen und kreativen Projekten, die den kulturellen Austausch, den Handel oder das soziale Zusammensein der Bürger einer Kommune stärken sollen.

Zwei Projekte bekommen Geld

Unter den Gewinnern findet sich auch die Stadt Usingen, die mit dem Fördergeld gleich zwei Projekte verwirklichen möchte. Das erste Projekt ist der Lindenhof in Eschbach. Die neuen Eigentümer des Gebäudeensembles hatten sich zusammen mit der Architektin Antje Riedel ein neues Nutzungskonzept überlegt: In der Küche des ehemaligen Gasthofes soll künftig ein Café entstehen. Der Gasthof selbst soll den Eschbacher Vereinen für Aufführungen zur Verfügung stehen, zudem soll eine technische und energetische Sanierung vorgenommen werden. Die Planung enthält aber auch ein touristisches Gesamtkonzept des Gemeinschaftsraums, der neben der genannten Vereinsnutzung für Wander-, Rad- und Tagestouristen offenstehen soll. In der Scheune, so die Idee, soll eine Kletterwand errichtet werden. Für das Projekt ist ein Förderbetrag von 95 000 Euro kalkuliert worden, der städtische Anteil an dem Projekt beträgt mindestens 9500 und maximal 19 000 Euro.

Das zweite eingereichte Projekt ist die Errichtung eines Kunst- und Jazzkellers in der Usinger Gastwirtschaft Bembel und Gretel. Im Untergeschoss des historischen Gebäudes befindet sich ein Natursteinkeller, der für besondere Veranstaltungen ausgebaut werden soll.

Gerüchte untermauert?

Eine entsprechende Baugenehmigung wurde bereits erteilt und erste Bautätigkeiten bereits vorgenommen. Geplant ist, dass hier nach dem Umbau eine Bühne für lokale Akteure bereitgestellt würde, auf der Konzerte, Literatur-, Theater- und interkulturelle Veranstaltungen stattfinden könnten.

Ob diese Umsetzung so nun tatsächlich wie geplant stattfinden kann, ist angesichts einiger Ereignisse nun fraglich. Denn seit einiger Zeit machen in der Buchfinkenstadt Gerüchte die Runde, wonach das Betreiberehepaar Krummel die Gastronomie aus persönlichen Gründen aufgeben möchte. Nun ist auf der Gastro-Immobilienseite "ahgz immo" eine Anzeige aufgetaucht, die diese Gerüchte zumindest zum Teil untermauert.

Auf dem Immobilienportal, das sich gezielt an die Gastronomieszene richtet, wird ein neuer Betreiber und Pächter für die urige Kneipe am Alten Marktplatz gesucht, die erst im vergangenen Jahr eröffnet hat. Interessenten könnten die gesamte Einrichtung und Ausstattung übernehmen, nach Möglichkeit ist die Übernahme des Betriebs ohne Schließung oder Unterbrechung gewünscht. Auch das junge Gastro-Team könne übernommen werden.

Auf Nachfrage reagiert Betreiberin Margarita Krummel zurückhaltend. "Was wir letztlich machen, steht noch nicht fest. Es gibt weder einen Interessenten noch einen Zeitpunkt, sondern wir stecken noch mitten in den Überlegungen fest." Man habe eine Anzeige geschaltet, um zu schauen, welche Optionen sich daraus ergeben. "Wir würden die Gaststätte jedoch nur abgeben, wenn ein seriöser Pächter kommt, der auch einen Abstand für die neue Möblierung zahlen würde", sagt Krummel weiter.

"Der Keller wird auf jeden Fall gebaut"

Zudem bestehe der ausdrückliche Wunsch, dass der Gastrobetrieb mit einem ähnlichen Grundkonzept weiter betrieben werde. "Eine weitere Pizzeria brauchen wir hier nicht", sagt Krummel. Und auch die gerade zugesprochene Projektförderung soll nicht im Sande verlaufen: "Wir machen auf jeden Fall erst einmal so weiter, der Keller wird definitiv gebaut, wenn die Zusage tatsächlich kommt", versichert die Gastwirtin an diesem Montag.

Für das Projekt ist ein Förderbetrag von etwa 96 000 Euro veranschlagt worden. Wobei die Stadt an dem Projekt mit mindestens 9 600 bis maximal 19 200 Euro beteiligt wäre.

Auch die Stadt Neu-Anspach hatte sich zuletzt um eine Förderung bemüht. Hier ging es um drei innerstädtische Projekte im alten Ortskern (Umgestaltung des Vorplatzes der Volksbank, eine neue Beleuchtung sowie Pflanzkübel), die bei der Vergabe jedoch nicht bedacht worden sind. VON INKA FRIEDRICH

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