CDU-Frontmann Oliver Mattyschik half als Wahlhelfer bei der Auszählung der Stimmen mit.
+
CDU-Frontmann Oliver Mattyschik half als Wahlhelfer bei der Auszählung der Stimmen mit.

Kommunalwahl

Wehrheim: FDP im Aufwind

Die Union hat die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung offenbar verpasst. Gewinner sind die Liberalen, die auf ein deutlich zweistelliges Ergebnis hoffen dürfen.

Die Ausgangssituation war einfach und klar: Die Union wollte die absolute Mehrheit zurück, SPD, Grüne und FDP wollten dies verhindern. Welche Seite das Rennen gemacht hat, war gestern zwar noch nicht amtlich, aber es zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab: Die Union wird wohl auch in den kommenden fünf Jahren nicht alleine regieren können.

Mit besonderer Spannung war das Abschneiden der FDP erwartet worden. Die Liberalen hatten einen engagierten Wahlkampf geführt, mehrere Reizthemen offensiv angesprochen – und kräftig gegen die Mitbewerber ausgeteilt. Mit Erfolg. Die Bandbreite ging am Abend von knapp 10 bis hin zu 25 Prozent (Briefwahlbezirk 2). Im Schnitt 17,8 Prozent also – ein dickes Plus von fast 12 Prozent. Entsprechend gut gelaunt zeigte sich Parteichef Harald Stenger am Abend im Rathaus, der sich jedoch beeilte zu betonen, dass die produktive Zusammenarbeit mit den politischen Mitbewerbern wichtig sei.

Die SPD bewegt sich dreieinhalb Prozentpunkte unter dem Niveau des 2011er Trends, die Grünen verlieren deutlicher, fast fünf Prozent. Der Wähler hat dennoch gezeigt, dass er möchte, dass die Grünen auch ohne Atomkatastrophe ein gewichtiges Wort im Apfeldorf mitreden sollen.

Bei der Union dürften die Gesichter hingegen länger sein. Das Ziel, nach dem Fukushima-Effekt wieder über die 50 Prozent zu kommen, wurde verfehlt. Statt der anvisierten 16 gibt es doch wohl wieder nur 13 Sitze in der Gemeindevertretung. In Friedrichsthal etwa haben sich nur 24,5 Prozent der reinen Listenwähler dazu entschieden, ein Kreuz bei der Union zu machen.

Dennoch wird es heute noch einmal spannend werden: Denn die Wehrheimer haben die Möglichkeiten des Wahlsystems voll ausgeschöpft. Ausgezählt sind erst rund 42 Prozent der Stimmzettel. 58 Prozent der Wähler haben kumuliert und/oder panaschiert. Und zur Erinnerung: Schon 2011 gab es bei einigen Parteien zwischen Trend und Endergebnis bis zu vier Prozent – beziehungsweise zwei Mandate – Abweichung. Bemerkenswert ist die hohe Wahlbeteiligung (61,1 Prozent) – die Politik hat es geschafft, die Bürger zu mobilisieren.

Sollte sich der Trend bestätigen, zögen die Republikaner übrigens in die Ortsbeiräte Friedrichsthal (23 Prozent der Listenstimmen) und Pfaffenwiesbach (14 Prozent) ein. Auch die ÜW hätte dort einen Sitz (19 Prozent)

( )

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare