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Wehrheimer FDP: „Wir wollen keine Windräder auf dem Taunuskamm.“

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Dass der Bundesforst jetzt im Alleingang Windkraftanlagen am Winterstein plant, hat den Wehrheimern sauer aufgestoßen. Für die FDP ein Steilpass. Bei der Jahreshauptversammlung wurde auch durch Personalentscheidungen klar: Das Thema wird bei den Liberale künftig noch prominenter besetzt werden.

Bei der Wehrheimer FDP kann es mit der Karriere in der Partei schnell gehen. Harald Stenger etwa, seit sechseinhalb Jahren Parteichef, wurde am Dienstagabend von den Mitgliedern einstimmig an der Spitze bestätigt – und für 10 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt. Sein neuer Stellvertreter Sven Carstens ist erst im vergangenen Herbst zur FDP gestoßen und tritt die Nachfolge von Klaus Schumann an, der sich auf eigenen Wunsch künftig voll der Arbeit als Fraktionschef widmen will.

Natürlich gab es in der Versammlung, bei der 10 der 16 Mitglieder anwesend war, noch einmal einen Rückblick auf den für die Liberalen erfolgreichen Kommunalwahlkampf. Dass es danach zwar Gespräche, aber keine Koalition gab, sei gut. „So können wir frei nach unserem Gewissen arbeiten.“

Und dabei gab es auch ein klares Bekenntnis, das Top-Thema – den Widerstand gegen die Windkraft im Taunus – noch stärker zu beackern. Stenger betonte zwar: „Wir sind nicht die Windkraftgegner, wir wollen auch alternative Energien“, ergänzte aber: „Wir wollen keine Windräder auf dem Taunuskamm.“

Carstens, der erklärte, vor allem wegen der Windkraftthematik eingetreten zu sein, wurde da noch deutlicher: „Neu-Anspach zeigt als Beispiel: Die Bevölkerung will keine Windräder. Das müssen wir dem einen oder anderen noch näherbringen.“ Die Entwicklung in der Kleeblattstadt habe gezeigt, wie das Thema die Bevölkerung spalten könne – auch weil einfach seitens des Betreibers Fakten geschaffen worden seien. Das müsse in Wehrheim vermieden werden.

Die Gespräche nach der gemeinsamen Veranstaltung mit der Bürgerinitiative Pfaffenwiesbach seien interessant gewesen. „Da waren auch junge Familien, die entsetzt waren, wie über ihre Köpfe entschieden wurde“, bilanzierte Carstens. Und so soll es weitere Veranstaltungen geben. „Nachdem es in der Gaststätte in der Wiesbachtalhalle so eng war, dann in einem Saal.“ Auch der Energie-politische Sprecher der Hessen-FDP, René Rock, soll wieder nach Wehrheim eingeladen werden. Und Dank des Wintersteins vertiefen sich derzeit auch die Kontakte zu den FDP-Verbänden in der Wetterau. Zwei Vertreter seien bereits beim Sommerfest auf dem Kellerhof gewesen.

Neben insgesamt drei Neueintritten binnen Jahresfrist gab es auch einen Austritt: Christian Lüth, der den Wehrheimer Ortsverband lange prägte und zuletzt Ehrenvorsitzender war, hat der Partei den Rücken gekehrt. Nach Wehrheim komme er nicht mehr so häufig, und zum Verband in seiner neuen Heimat gebe es keine so enge Bindung, erläuterte Stenger.

Bei der Mitgliederversammlung gab es noch eine weitere Personalentscheidung: Ingmar Rega übernimmt für Rudolf Putz den Blick auf Europa. In seiner kurzen Vorstellung betonte er, dass die EU angesichts der „besorgniserregenden Entwicklung“ auch in Wehrheim Thema bleiben müsse. „Wir sind gut beraten, wenn wir uns als Liberale stark für Europa einsetzen. Nur so lässt sich Zukunft bewältigen.“

In näherer Zukunft wird auch der Bundestagswahlkampf geplant werden müssen. Und da sind wohl kleinere Brötchen im Ofen angesagt. Denn der Kommunalwahlkampf hat stark an den finanziellen Reserven des kleinen Verbandes gezehrt, so dass wenige Mittel bereitstehen.

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