Elektrifizierung der Taunusbahn

Die Weichen sind gestellt

  • vonMatthias Pieren
    schließen

Die Verbandsversammlung des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) hat die Elektrifizierung der Taunusbahn bis Usingen beschlossen. Damit ist der Weg für den S-Bahnverkehr bis Usingen frei.

Das Signal für die neue S-Bahn der Linie S 5 von Usingen nach Frankfurt soll am 11. Mai auf Grün gestellt werden. Dann wird der Kreistag des Hochtaunuskreises definitiv über die Elektrifizierung der Taunusbahn abstimmen.

Fachlich hat die Verbandsversammlung des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) am Freitag der Umsetzung des Projektes zugestimmt. Damit sind die Weichen für die Verlängerung der S 5 von Friedrichsdorf bis Usingen gestellt.

Bis der erste S-Bahnzug von Usingen in Richtung Konstablerwache abfährt, müssen sich die Pendler aber freilich noch bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2019 gedulden. Nach dem Planfeststellungsverfahren soll in den Jahren 2018 und 2019 mit dem für die Elektrifizierung notwendigen Umbau der Strecke begonnen werden.

Der Zeitplan für die Elektrifizierung sei ambitioniert, aber durchführbar, kommentiert Landrat Ulrich Krebs (CDU) auf TZ-Anfrage. „Die zeitlichen Rahmenbedingungen für das Projekt werden durch die geplante Ausschreibung der Eisenbahnlinien im Taunus durch den RMV zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 vorgegeben“, erklärt Krebs, der auch Vorsitzender des VHT-Verbandes ist.

Die zuletzt laut gewordenen Befürchtungen, durch eine Teil-Elektrifizierung der Taunusbahn bis Usingen könne der Zugverkehr zwischen Usingen und Grävenwiesbach abgehängt werden, sind mit dem VHT-Beschluss wohl endgültig vom Tisch.

Tatsache ist, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen eine Elektrifizierung über Usingen hinaus aktuell nicht zulassen. Nach TZ-Informationen stehen dem RMV im aktuellen Fahrzeug-Pool schlichtweg nicht genügend S-Bahnzüge zur Verfügung, die für einen weiterführenden S-Bahnbetrieb bis Grävenwiesbach erforderlich wären. Die Nachbestellung einzelner Züge ist demnach wegen extrem hoher Stückpreise wirtschaftlich nicht zu vertreten. Der RMV-Fahrzeugpark wird erst dann aufgestockt, wenn eine Großbestellung an S-Bahnen ansteht. „Der Hochtaunuskreis und das Land haben vereinbart, dass die Elektrifizierung zwischen Usingen und Grävenwiesbach in einem zweiten Schritt umgesetzt wird“, sagte Krebs und versprach zugleich, dass er diese Absprache im Auge behalten werde.

Pendlern aus Grävenwiesbach wird mit diesem Beschluss eine direkte Umsteigemöglichkeit in Usingen auf die im Halbstundentakt fahrenden S-Bahnen garantiert. Diese Züge werden nach Angaben des Hochtaunuskreises ebenso im Dieselverkehr erfolgen, wie die weiterhin im Berufsverkehr zusätzlich eingesetzten Direktzüge zwischen Brandoberndorf und Frankfurt-Hauptbahnhof. Neu ist die Information, dass an den Wochenenden ein Stundentakt im S-Bahnbetrieb zwischen Usingen und Frankfurt vorgesehen ist. Dieser wird durch stündliche Regionalbahn-Leistungen zwischen Brandoberndorf/Grävenwiesbach und Bad Homburg im Dieselbetrieb auf einen Halbstundentakt verdichtet.

Die Gesamtkosten der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen belaufen sich nach heutiger Kalkulation auf rund 17 Millionen Euro, wobei die eigentliche Elektrifizierung lediglich mit 9,5 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Kosten für Gleisabsenkungen, die Umrüstung der Signaltechnik und die Umrüstung der Bahnsteigausstattung kommen hinzu. Der VHT geht davon aus, dass sich der Eigenanteil dank umfangreicher Fördermittel auf lediglich 5,6 Millionen Euro belaufen wird. Außerdem fallen Planungskosten an, die jedoch nicht förderfähig sind. Zur notwendigen Sanierung des Hasselborner Tunnels und der Weiterführung des Zugverkehrs nach Brandoberndorf konnte der Kreis hingegen noch keine neuen Informationen geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare