Weilrod nicht „umzingelt“

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Weilmünster legt sich bei der Windkraft im Hartmannsholz quer, bei der Siegfriedseiche aber soll gebaut werden.

Die Gemeindevertretung von Weilmünster hat am Montag entschieden, die Windkraftvorrangfläche Laubus/Hartmannsholz nicht für den Bau von drei Windrädern zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung war knapp: Neun Stimmen pro Windkraft, zehn dagegen.

Breite Zustimmung gab es für die Standorte Siegfriedseiche und Stollberg. Für Weilmünster geht es dabei um bis zu drei Anlagen. Bürgermeister Manfred Heep (parteilos) sagte, der Gemeinde gingen dadurch in den nächsten 20 bis 25 Jahren Pachteinnahmen bis zu 2,5 Millionen Euro verloren. Laubus/Hartmannsholz ist damit vom Tisch. Aber nur für die Gemeinde, denn parallel verfolgt Hessen Forst Pläne, für den Bau von vier Windrädern im benachbarten Staatswald Gelände zu verpachten. Bisher war von Hessen Forst kommuniziert worden, dass man sich an Windparks, die von den Standortkommunen abgelehnt werden, selbst auch nicht beteiligen werde. Heep sagte dazu, der Gemeinde liege ein Brief der Landesförsterei vor, wonach diese sich der Energiewende verpflichtet fühle und im Falle der Ausweisung von Vorrangflächen im Teilregionalplan diese auch nutzen werde. Bei Hessen Forst hieß es, man warte ab.

Petra Westphal, Pressesprecherin des Landesbetriebs, sagte gestern, man nehme die Haltung von Weilmünster zur Kenntnis, sei grundsätzlich auch um Konsens bemüht, werde die Flächen aber zur Verfügung stellen, wenn der in Aufstellung befindliche Regionalplan dies zulassen sollte. Nach den Vorgaben des Energiegipfels zur Energiewende sei man als Landesbetrieb sogar verpflichtet.

Das Weilroder Parlament hatte sich 2014 gegen Laubus/Hartmannsholz als Windpark positioniert, den Beschluss aber insofern relativiert, dass man als Nachbar eingebunden werden wolle, sollte Weilmünster dem Projekt zustimmen. Sollten jetzt nur noch die vier Anlagen im Staatswald übrig bleiben, bleibt Weilrod nur die Zuschauerrolle. „Hessen Forst hat uns signalisiert, dass wir nicht mitreden dürfen, es gehe hier um Weilmünster“, sagte gestern Bürgermeister Axel Bangert (SPD).

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