Der weiße Königspudel von Hunoldstal

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Weiße Pudel waren seit den 60er Jahren Markenzeichen der Jacob-Sisters. Doch wer hat heute überhaupt noch einen Pudel?

Wenn Frauchen und Herrchen mit ihrem stolzen hochbeinigen Liebling rund um Hunoldstal spazieren gehen, dann fallen sie schon auf. Einen so hochgewachsenen Königspudel, vor allem in so strahlendem Weiß, sieht man nicht so oft. Cosimo heißt der Gute, und er macht seinem Namen alle Ehre.

Die italienische Form des griechischen Namens Kosmas kommt von Kosmos und bedeutet so viel wie Ordnung der Welt, aber auch Glanz und Ehre oder Schmuck und könnte folglich auch als „der Schöne“ übersetzt werden. Berühmte Männer wie der Begründer der legendären Familie de’ Medici hießen so, wieso nicht auch ein Pudel?

Der Name sei vom Züchter vorgegeben gewesen, erzählte Frauchen Heike Arnheiter, die sich vor zwei Jahren sofort in das knuffige Wollknäuel verliebt hatte. Vorher hatte die Hunoldstaler Familie einen Dobermann. „Ich wollte schon immer einen Pudel haben und habe zwei Jahre lang gesucht“, verriet sie. Befreundete Hundebesitzer seien schon etwas irritiert gewesen, schließlich sind Pudel derzeit nicht unbedingt „in Mode“. Anders als in den 60er und 70er Jahren als die Jacob-Sisters mit ihren Auftritten Werbung für diese Hunderasse gemacht hatten – für die kleinere Ausgabe, die man locker auf dem Arm halten kann. Doch auch der stattliche Königspudel ist für seine Größe federleicht, bringt er doch gerade mal 25 Kilogramm auf die Waage.

Die Anreithers finden ihren Cosimo aber nicht nur klasse, weil er so schön aussieht. Und ein „Püppchenhund zum Hinstellen“ ist er auch nicht. Was dann? „Seine ganze Art, sein Benehmen – einfach einmalig“, schwärmt Heike Anreither. Cosimo sei ein treuer Familienhund und unheimlich gelehrig. Deswegen seien Pudel auch beliebte Therapiehunde.

„Aber draußen ist unser Lausbub ein wahres Energiebündel“, erzählt Frauchen und ergänzt: „Jede Pfütze gehört ihm.“ Täglich sind die beiden zwei Stunden unterwegs.

Da fragt man sich natürlich, wie das mit der Fellpflege aussieht. Anders als Laien sich das vorstellen, verlieren Pudel gar nicht so viele Haare. Weil die Lockenpracht nachwächst, muss Cosimo regelmäßig zum Hundefriseur. „Man kann das natürlich auch selbst machen, Hauptsache er wird alle sechs Wochen gestylt, sonst sieht er total zottelig aus.“ Damit die Haare nicht verfilzen, wird Cosimo zweimal die Woche ordentlich gebürstet. Ambitionen, ihr Goldstück auf Ausstellungen prämieren zu lassen, haben die Anreithers nicht.

Beim Gassigehen werden sie häufig gefragt, ob man Cosimo mal anfassen dürfe. Weil ein Hund nicht nur schön sein darf, sondern auch Erziehung haben muss, absolviert er ein Hundetraining. Wenn der Jahrhundertsommer zu Ende geht und Cosimo mal wieder wie ein echt begossener Pudel dasteht, wird er in der Badewanne tüchtig geschrubbt und wenn nötig anschließend geföhnt, „damit das schmale Bübchen wieder richtig hübsch plüschig aussieht“.

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