Weißwurst für englische Schüler

Das Verständnis für andere Kulturen und Gebräuche lässt sich am besten vor Ort verstehen und beobachten. Das dachten sich auch 16 Schüler aus England, die derzeit an ihrer Partnerschule der CWS zu Gast sind.

Von TATJANA SEIBT

Kultur, Sitten und Gebräuche lassen sich nur schwer durch ein Buch vermitteln. Lebendiger und einprägsamer wird’s meistens vor Ort. Um die deutschen Gebräuche und das Leben in Usingen kennen zu lernen, machten sich 16 Schüler der St. Albans Privatschule auf in die Buchfinkenstadt.

Bereits im 5. Jahr unterhalte das Christian-Wirth-Gymnasium Kontakte mit der englischen Privatschule aus dem gleichnamigen Ort, erläuterte Hans-Konrad Sohn, stellvertretender Schulleiter der CWS. Gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) begrüßte er die Austauschschüler die nun eine Woche lang Gast in der Buchfinkenstadt sind. Eine buntes Mischung aus kulturellen und interkulturellen Angeboten, dazu sportliche Begegnungen haben sich die betreuenden Lehrkräfte Julia Currer und Heike Wehler von der CWS gemeinsam mit Gabriele Renz und Kevin Squib aus St. Alban überlegt. Während die Gastschüler 14 Jahre alt sind und in die 8. Jahrgangsstufe gehen, sind die englischen Gäste zwischen 14 und 16 Jahre alt und setzen sich aus den Jahrgangsstufen 9 und 10 zusammen. Ein besonderer Wunsch der Gäste sei es gewesen, „das Zuzeln von Weißwürsten kennen zu lernen“, verriet Julia Currer.

Deshalb stand nach der Begrüßung in der alten Aula auch ein bayrisches Mittagessen auf dem Plan. Weißwürste, Brezeln, Krautsalat, „denn den Namen Krauts haben wir ja nicht von ungefähr“, sagte Sohn mit einem Augenzwinkern. Aber auch die typisch hessischen Spezialitäten sollen in der Woche nicht zu kurz kommen.

Ein Besuch des Dialogmuseums sowie eine Fahrt nach Heidelberg um das Schloss zu besichtigen und auf dem Philosophenweg zu wandern, stehen ebenfalls auf dem Programm. Bürgermeister Steffen Wernard musste sich seine Begrüßungsworte übersetzten lassen, „englisch ist schon zu lange her“, bekannte der Verwaltungschef.

Auch wenn er mitten im Wahlkampf stecke und kaum Zeit habe, für die Austauschschüler habe er sich gerne Zeit genommen, denn schließlich verbinde das Rathaus und die CWS weitaus mehr als nur die Mensa. Auch geschichtlich habe Usingen einiges zu bieten.

Im Rückblick auf Jahrzehnte vor dem Frieden hätten Deutschland und England keine friedlichen Beziehungen unterhalten. Doch das sei zum Glück längst anders. Und da England ja nun mit Jürgen Klopp einen der berühmtesten deutschen Fußballtrainer bei sich habe, könne doch eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Als Präsent überreichte Wernard den Schülern das Usinger Gedächtnisspiel und wünschte viel Spaß in den kommenden Tagen.

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