Weitere Windräder: Nein danke!

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Weilrod kann sich als Nachbar im Genehmigungsverfahren zum Teilregionalplan Mittelhessen, in dem es um den Windpark im Kuhbett geht, äußern und wird dies auch tun. Das Parlament hat den Tenor der Stellungnahme beschlossen: keine weiteren Windräder!

Die Gemeindevertretung hat sich erneut gegen weitere Windparks im Nachbarlandkreis Limburg-Weilburg positioniert und damit ihre bereits am 31. Oktober 2013 und am 22. Mai 2014 gefass-ten Parlamentsbeschlüsse, Wind-parks in den Bereichen Kuhbett und Laubus/Hartmannsholz abzulehnen, bekräftigt. In ihrer Sitzung am Donnerstag legten sich die Abgeordneten mit großer Mehrheit auf eine Stellungnahme zum Teilregionalplan Mittelhessen, der derzeit öffentlich ausgelegt ist, fest, begaben sich dabei aber in zwei von vier Punkten in Widerspruch zu einer Vorlage des Gemeindevorstandes.

So wurde der Vorschlag des Ge-meindevorstandes, in Bezug auf die in Weilrod kritisch gesehene Pla-nungsoption Laubus/Hartmannsholz dennoch eine Zuständigkeitsgrenzen überschreitende gemeinsame Planung zu betreiben, abgelehnt. Der Gemeindevorstand hatte dies damit begründet, dass die Fläche im Nachbarregierungsbezirk Gießen liege und das unmittelbar an der Grenze liegende Weilrod dadurch nicht daran partizipiere, aber die Lasten mitzutragen habe. Deshalb müsse die Gemeinde auch mit am Tisch sitzen.

Das Parlament sah das mehrheitlich offenbar anders. Wenn, was einem Parlamentsbeschluss entspreche, der Windpark abgelehnt werde, erübrige sich auch eine gemeinsame Planung.

Abgelehnt wurde auch der Vor-schlag des Gemeindevorstandes, den Riedelbacher Windpark in Richtung Hasselbach zu verlängern, um dadurch Vorrangflächen zu konzentrieren und gleichzeitig zu erreichen, dass Hasselbach durch Windenergieanlagen im Kuhbett nicht „umzingelt“ wird. Dieser optische Eindruck würde durch die sich in Hasselbach je nach Standort ergebenden Perspektiven und Blickachsen nämlich entstehen.

Zustimmung bekam der Gemeindevorstand darin, dass in Bezug auf Vorrangflächen in Haintchen keine Stellungnahme abgegeben und der Windpark Kuhbett generell abgelehnt werden soll. Lediglich Teile der Fraktion der Grünen hatten sich durch ihre Zustimmung zur Gemeindevorstandsvorlage Optionen, Windkraft auch im Umfeld von Weilrod weiter voranzubringen, offen halten wollen.

Zuvor hatte Bürgermeister Axel Bangert (SPD) den Widerstand Weilrods gegen Windräder im Kuh-bett noch einmal begründet. Er sprach von einer „Hasselbach be-drängenden Wirkung“ der Anlagen, aber auch von einer Beeinträchtigung der für Weilrod wichtigen Wassergewinnungsanlagen.

Die von den Nachbarn ins Auge gefasste Vorrangfläche sei zwar kleiner geworden, biete aber immer noch sechs Anlagen Platz. „Treiber“ sei das Forstamt Weilmünster, das allein für drei der sechs geplanten Anlagen stehe, betonte Bangert. Auch müsse man wissen, dass ein Windpark Kuhbett nur durch diese drei Anlagen rentabel werde, die drei Camberger Windräder alleine böten keine ausreichende wirtschaftliche Basis für die Betreiber. Es bleibe nun abzuwarten, wie sich der Landesbetrieb Hessen Forst mit seiner „zutiefst politischen Verwaltung“ (Bangert) positioniere und ob er noch zu seinem einmal gegebenen Versprechen, keine Windräder gegen den Willen der betroffenen Kommunen errichten zu wollen, stehe. Weilrod, das zum Regie-rungspräsidium Darmstadt gehöre, sei schließlich direkt betroffen und deshalb auch dagegen. Die Frage werde dabei insbesondere sein, wie grenzüberschreitend ein solches Versprechen am Ende gemeint sei.

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