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Die Stiftung Hessenmühle, vertreten durch Heike Peschko und Stefan Weber, bietet eine neue Gruppe für Menschen an, die eine Depression bewältigt haben.

Depression

Weiterleben nach der Depression - Stiftung Hessenmühle bietet moderierte Gruppe an

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Für manchen Betroffenen heißt es: Depression gemeistert - und wie geht es weiter? Für diese Zielgruppe hat die Stiftung Hessenmühle ein Angebot entwickelt.

Usingen - Gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, negative Gedanken. Sind diese Hauptsymptome einer Depression erkannt, geht es den Erkrankten oft schon sehr viel besser. Doch wenn sie in ihren Alltag zurückkehren, voll neuem Mut und Lebenswillen, geschieht es nicht selten, dass sie nach kurzer Zeit wieder in ihre Krankheitsmuster zurückfallen. Es fehlt oft die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten neue Lösungen für alte Herausforderungen zu finden. Und da negative Emotionen sehr stark sind, schlittern Betroffene oft wieder in eine Abwärtsspirale. Um nach einer Therapie hingegen neue Handlungsspielräume entdecken zu können, hat die Stiftung Hessenmühle ein neues Angebot entwickelt. Es richtet sich an Teilnehmer, die bereits eine depressive Episode gemeistert haben und die professionell therapeutisch begleitet sind oder waren. In einer kleinen Gruppe treffen sich die Teilnehmer an einem geschützten Ort zum Erfahrungsaustausch. Die Idee dahinter ist, dass Menschen hier neue Möglichkeiten für ihr tägliches Leben entdecken, dass sie sich gegenseitig inspirieren und mehr Vertrauen in sich selbst entwickeln können.

Als Beispiel nennt Diplom-Sozialarbeiterin Heike Peschko: "Wie erreiche ich mein Umfeld und wie kann ich mit meinen Angehörigen und Nachbarn darüber reden?" Sie habe in ihrer Praxis festgestellt, dass Angehörige von Depressiven die Krankheit nicht verstehen. "Es gibt viele Ehen, die an einer Depression scheitern."

Ressourcen entdecken

Die Erkrankten könnten nur schwer darüber sprechen, was in ihnen vorgeht. "Sie kommen mit neuem Mut in ihr altes System zurück und dann hat der Alltag sie bald wieder eingeholt", weiß auch Stefan Weber, der viele Jahre in Psychiatrischen Einrichtungen gearbeitet hat. "Wenn man innerlich gefestigt ist, kann man mit schwierigen Situationen ganz anders umgehen." Es gehe darum verschüttete Ressourcen wieder zu entdecken und zu entfalten, so Weber. Beispielsweise das Knüpfen von Kontakten oder ein adäquater Umgang mit Stresssituationen.

Die Idee hinter dem Gruppenangebot ist daher: Die Kräfte der Menschen wieder oder weiter zur stärken. Daher gibt es auch eine Moderation. Denn in der Gruppe sollen sich die Teilnehmer nicht erzählen, wie schlecht es ihnen geht, sondern wie sie ihre Situation so verbessern können, dass es ihnen wieder gut geht. "Dafür gibt es ganz praktische Methoden aus dem Coachingbereich und der Gestalttherapie", informiert Peschko, die diese Gruppe moderieren wird.

Manches, was noch unaussprechlich ist, kann beispielsweise durch ein weiteres Parallel-Angebot, von innen nach außen transportiert werden. Die Maltherapie. Hieran können die Teilnehmer der geschlossenen Kleingruppe teilnehmen, aber auch Interessierte. Letztere müssen nicht unter deiner depressiven Phase gelitten haben. "Es können auch Leute sein, die in ihrem Leben etwas verändern wollen." Sie können durch das Malen intuitiv ihre Themen bearbeiten. Zudem sind Menschen angesprochen, die einfach nur Malen wollen. "Es soll ja auch Spaß machen", betont Heike Peschko.

Auf Spendenbasis

Nicht weniger wichtig ist, dass jeder teilnehmen kann, der eine Depression bewältigt hat. Denn das Angebot läuft auf Spendenbasis. Jeder gibt das, was er kann. Die geschlossene Kleingruppe "Depression gemeistert - die Zeit danach" mit bis zu sechs Teilnehmern startet am kommenden Freitag, 10. Mai, um 17 Uhr. Sie trifft sich ein- bis zweimal im Monat für jeweils etwa zwei Stunden in der Hessenmühle. Anmeldung über E-Mail: info-hessenmuehle@gmx.de oder www.stiftung-hessenmuehle.de, dort gibt es ein Kontaktformular. Wer erst später dazukommen möchte, solle sich trotzdem anmelden, so Peschko.

Die Maltherapie startet am Samstag, 25. Mai, von 14 bis 18 Uhr in der Hessenmühle. Auch die Teilnehmergebühr dieser Gruppe läuft auf Spendenbasis.

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