Weiher aufräumen

Nur wenige packen mit an

  • schließen

180 Mails hat der stellvertretende Ortsvorsteher Hansjörg Göttl (SPD) noch am Donnerstag verschickt. Das Ziel: Der Ortsbeirat wollte gemeinsam mit den Bürgern am Weiher aufräumen.

180 Mails hat der stellvertretende Ortsvorsteher Hansjörg Göttl (SPD) noch am Donnerstag verschickt. Das Ziel: Der Ortsbeirat wollte gemeinsam mit den Bürgern am Weiher aufräumen. Das Ergebnis: niederschmetternd! Gerade einmal fünf Bürger, Ortsbeiratsmitglied Heinz Schütrumpf und Göttl eingerechnet, kamen zu dem Arbeitseinsatz.

„Da von Dorfgemeinschaft zu sprechen fällt schon schwer“, sagte Schütrumpf. Zumal es um 9 Uhr, dem Zeitpunkt, zu dem Göttl eingeladen hatte, noch niemanden an den Weiher zog. Merzhäuser sind offenbar keine Frühaufsteher, so viel steht fest. „Mit fünf Leuten sind wir in zwei Stunden fertig“, sagte Göttl, der schon mal eine Viertelstunde früher begonnen hatte, rund um den Weiher die abgeschnittenen Äste zusammenzurechen. Mehr als das Rechen und vielleicht noch den ein oder anderen Ast zu schnippeln gab’s auch gar nicht zu tun. „Das ist einfach nur ein wenig Handarbeit. Dafür würde man auch im eigenen Garten keinen Gärtner bestellen“, meinte Göttl.

Nun gut, machen wir die Rechnung dennoch auf. Fünf Bürger mit einem Stundenlohn von wenigstens acht Euro und etwa drei Stunden Arbeit macht in Summe 120 Euro. Wahrscheinlich ist aber doch, dass ein Gärtner ein wenig mehr verdient. Schlagen wir also noch mal einen Hunderter drauf, plus die Entsorgungskosten. Denn ein Gärtner darf den Schnitt nun mal nicht auf die örtliche Grünecke fahren, sondern muss alles zur Deponie Brandholz bringen. Dort wird nach Menge abgerechnet. Schon wird’s wesentlich teurer, als wenn es Ehrenamtliche erledigen. „Ich schätze mal, wenn das ein Gärtner machen würde, dann wären wir schon bei etwa 400 Euro“, sagte Heinz Schütrumpf.

Klar, dann hätten alle Merzhäuser auch weiterhin in ihren Betten liegen bleiben können, aber dann hätten eben auch alle dafür zahlen müssen. Dass sowohl Göttl aus auch Schütrumpf ein wenig enttäuscht von der Resonanz waren, daraus machten sie kein Geheimnis. Dazu kam, dass auch noch der Sportverein für diesen Tag zum Arbeitseinsatz aufgerufen hatte.

„Wir wollten das vor Ostern erledigt haben“, sagte Göttl. Zumal auch noch vor Pfingsten das Gelände am Pfingstbrunnen zurechtgemacht werden soll. Einer, der sich viel und aus dem eigenen Ehrgefühl heraus einbringt, ist Walter Moses. Der fast 90 Jahre alte Merzhäuser sieht nicht nur, wo’s im Ort klemmt, er legt auch selbst Hand an. Deshalb kam er mit Traktor und Anhänger, Schere und Rechen, um zu helfen.

Werner Schultheiß hatte einen gigantischen Rechen dabei, Ralf Steinmetz ebenfalls. Und auch wenn die Helferausbeute nicht groß war, so waren die wenigen doch effektiv. Denn nach wenigen Stunden war alles erledigt.

(tas)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare