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Dr. Dirk Moxter beschreibt die Stabilisierung eines Wirbels.

Wenn Wirbel porös werden, hat der Fachmann Hilfe

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Sind die Knochen alt und porös, kann man sich leicht einen Wirbelbruch zuziehen. Der verursacht große Schmerzen und schränkt die Bewegungsfreiheit ganz schön ein. Dass es Abhilfe gibt und wie die funktioniert, das weiß der Chefarzt der Chirurgie an der Hochtaunusklinik.

Jeder bekommt Rückenprobleme – der eine früher, der andere später. Allein fortgesetzte Belastungen der Wirbelsäule, gepaart mit dem Abbau des Knochenmaterials forciere schon die Gefahr von Knochenbrüchen. Besonders bei Menschen fortgeschritteneren Alters. Starke Schmerzen und hochgradige Unbeweglichkeit sind die Folgen.

Dagegen sei man längst nicht mehr machtlos, sagt Dr. Dirk Moxter. Der Chefarzt der chirurgischen Klinik praktiziert seit Jahren ein spezielles Verfahren, um Wirbelbrüche zu kitten. Am Donnerstag stellte er die Methode einer kleinen Gruppe an Zuhörern vor, allesamt nicht mehr die jüngsten Zeitgenossen. Am Ende des kurzen aber eingängigen Vortrags stellte sich sogar heraus, dass sich einer der Herren bereits selbst einem solchen Eingriff unterzogen hatte. Sein Lob, wie gut er sich seit der Operation wieder fühle, bestätigte quasi die Ausführungen des Arztes.

Dr. Moxter hatte zuvor geschildert, wie schnell einem Patienten mit einem gebrochenen Wirbel dazu verholfen werden könne, wieder beweglich und schmerzfrei zu werden. „Die Leute fühlen sich unmittelbar nach dem Eingriff so fit, dass sie am liebsten gleich nach Hause gehen wollten.“

Das sollten sie natürlich nicht sofort. Ein wenig Zeit zur Regeneration hauptsächlich der ermüdeten Muskeln empfiehlt der Arzt seinen Patienten schon. Es langsam angehen zu lassen sei die Devise.

Doch was genau hat Dr. Dirk Moxter zuvor mit seinem von Schmerzen geplagten und meist recht unbeweglichen Patienten angestellt, was denjenigen so schnell wieder in einen Normalzustand versetzte? Er hat den Bruch im Wirbel zementiert. Es ist ein minimalinvasiver Eingriff – also gerade mal zwei winzige Schnitte, um die Instrumente einzuführen – bei dem unter ständiger Röntgenkontrolle der in sich eingefallene Wirbel mit einem kleinen Ballon angehoben und danach mit Zement aufgefüllt wird. Die Prozedur klingt so simpel, dass manchmal auch unter Osteoporose Leidende oder Unfallopfer mit so einen Eingriff spekulieren.

Natürlich vergewissere sich der Arzt stets, ob die Art des Bruches überhaupt geeignet sei für so eine Heilmethode. Ein glatter Riss etwa lasse sich damit nicht reparieren. Wenn aber ein bereits poröser Knochen breche, dann erinnere die Fraktur an eine zerkrumpelte Getränkedose. Und die lasse sich oft problemlos auf die beschriebene Art und Weise zementieren.

„Wir wenden diese Methode keinesfalls bei jungen Menschen an“, erklärte Moxter. Schließlich gelten die mit Zement gehärteten Knochen zugleich als Risiko für benachbarte Wirbel, die dann leichter brechen könnten. „Deshalb ist das Alter maßgebend.“

Die Krankenkassen zahlen den Eingriff. Und das zwar im Prinzip vorhandene, aber äußerst niedrige Risiko einer Querschnittslähmung räumte Dr. Moxter mit dem Argument aus, dass auch ein unbehandelter Wirbelbruch zur Lähmung führen könne.

Dem Usinger Chirurgen jedenfalls ist bislang noch keine Operation misslungen.

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