Mal wieder ein spätes Erwachen einer Bürgerinitiative

Eines muss man der Bürgerinitiative Windkraft Grävenwiesbach lassen. Sie hatte ihre Hausaufgaben gut gemacht und präsentierte den Zuhörern ein mit Informationen unterlegtes Horrorszenario,

Eines muss man der Bürgerinitiative Windkraft Grävenwiesbach lassen. Sie hatte ihre Hausaufgaben gut gemacht und präsentierte den Zuhörern ein mit Informationen unterlegtes Horrorszenario, sollte sich jemals ein Windrad auf Grävenwiesbacher Boden drehen.

Wer dabei war, muss zugeben, dass da Angst geschürt wurde und die Frage irgendwo im Hinterstübchen bleibt, ob Windkraft doch nicht das harmlose Non-Plus-Ultra des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist. Angsteinflößend und verunsichernd waren die Fakten tatsächlich, die die BI Windkraft auf den Tisch legte. Ein bewusstes Spiel mit der Angst? Die eigene Meinung muss sich wohl jeder selbst bilden.

Doch einen Haken hatte die Sache dann doch. Die Frage nach Alternativen konnte nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Weiter forschen, lautete der BI-Vorschlag. Und währenddessen? Strom kommt nicht von alleine aus der Steckdose. Man vermisst die Gegenoffensive – mit Vorschlägen etwa zu Erdwärme oder Solarenergie. Nur ablehnen – das ist zu wenig. Dann eben noch ein paar Jährchen mit der Atomenergie? Denn die Windkraft könne die Atomkraft nicht ersetzen, schlussfolgerte die BI.

Eine weitere Frage steht im Raum: Warum informiert die BI erst jetzt so ausführlich über das angebliche Schreckgespenst Windenergie? Jetzt, wo schon fast die Verträge unterschrieben sind, Genehmigungen bald vorliegen und der Bau absehbar ist. Warum wurde nicht interveniert, als noch Zeit dafür war? Ein Bürgerbegehren im rechtlichen Zeitfenster gestartet, als der politische Beschluss gefasst wurde?

Wir können die leidige Antwort geben: Weil die Informationspflicht der Bürger keinen mehr interessiert, politische Sitzungen, in denen solche Entscheidungen fallen, meist ohne die Bürger stattfinden – und der Protest erst kommt, wenn der Bagger rollt. Selbst Bürgermeister Roland Seel (CDU) sagt heute immer noch, es gebe keinen Widerspruch zur Windkraft in Grävenwiesbach. Wo also war die BI, als die Politiker Windräder auf Grävenwiesbacher Boden beschlossen haben?

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