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Rotwild und Co. müssen sich im Herbst erst auf die kürzer werdenden Tag einstellen. Die Usinger Jägervereinigung gibt Tipps, worauf Autofahrer jetzt besonders achten sollten, damit es keinen Wildunfall gibt.

Taunus-Förster warnen

Autofahrer aufpassen: Die Gefahr für Wildunfälle steigt wieder

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Vereinigung der Jäger zählt schon jetzt Zunahme von Vorfällen. Besonders in Waldgebieten gilt erhöhte Aufmerksamkeit.

Der Herbst hat den Sommer vertrieben und behauptet sich derzeit deutlich in der Natur. Das bedeutet leider nicht nur prachtvoll bunt gefärbtes Herbstlaub, lange Spaziergänge im Herbstwald, endlich den ersehnten Regen vom Himmel fallen sehen und dazu die Vorfreude auf gemütliche Stunden bei Kaminfeuer und Kerzenschein in der dunklen Jahreszeit. Das bedeutet auch für die Autofahrer erhöhte Vorsicht, weil jetzt immer mehr Wild die Fahrbahnen kreuzt.

Dr. Anne Spielhofen, die Pressesprecherin der Usinger Jägervereinigung, kennt das Gefühl, morgens im Dunklen zur Arbeit zu fahren und abends im Dunkeln nach Hause zu kommen. „Dabei ist man mit den Gedanken meist ganz woanders, als auf der Straße“, erzählt sie. Und dann ganz plötzlich steht da ein Tier mitten auf der Fahrbahn. Zu dem Schreckmoment kommt die prompte Reaktion des Autofahrers, nämlich der Tritt auf die Bremse. Doch manchmal reicht es nicht, abzubremsen. Manchmal kommt es zur Kollision mit dem Tier. Und die geht meist nicht gut aus.

Auch für Jäger nur schwer erträglich

„So war das auch dieser Tage auf Bundesstraße 275“, berichtet die Pressesprecherin, die zudem auch leidenschaftliche und damit verantwortungsvolle Jägerin ist. Allerdings sei dieser Wildunfall selbst für einen gestandenen Jäger furchtbar zu ertragen gewesen. Es handelte sich um ein sogenanntes Alttier. In dem Fall war es eine Hirschkuh, die von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt wurde.

Jungtiere verlieren ihre Mütter

An dem ausgeprägten Gesäuge konnte man erkennen, dass das Alttier führend war, also Kälber haben musste. „Es ist schrecklich, ein Muttertier erlösen zu müssen“, sagt Spielhofen. Denn der Jäger weiß, dass die Jungtiere nun ungeschützt zurück bleiben. „Und gerade Rotwild hat einen sehr engen Familienverbund“, berichtet Anne Spielhofen. In diesem Fall war es der zuständige Jagdaufseher des betroffenen Reviers, der das Tier erlösen musste, bei dem beide Vorderläufe gebrochen waren.

Ein Grund mehr für die Jägervereinigung Usingen an die Autofahrer zu appellieren und sie inständig zu bitten, in der nun kommenden dunklen Jahreszeit, insbesondere in den Dämmerungsstunden, mit erhöhter Aufmerksamkeit und reduzierter Geschwindigkeit zu fahren, um rechtzeitig bremsen zu können und so einen tödlichen Wildunfall zu vermeiden.

Eine Stunde weniger

Das Wild brauche derzeit länger, um sich auf die nun immer kürzer werdenden Tage einzustellen, berichtet Dr. Anne Spielhofen. Erhöhte Vorsicht sei vor allem in den ersten Wochen nach der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit geboten. In der Nacht vom Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober, wird die Zeit um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.

Tipps für richtiges Verhalten

Die Jägerin gibt aber auch Tipps, was zu tun ist, sollte es doch zu einem Wildunfall kommen. „Halten Sie bitte an, wenn es möglich ist, und sichern Sie die Unfallstelle ab“, sagt sie. Dabei sollte aber jeder unbedingt auf seine eigene Sicherheit achten. Die Polizei unter der Notrufnummer 110 anrufen und den Wildunfall melden. Die Polizei informiert daraufhin in aller Regel umgehend den zuständigen Jagdpächter oder den Jagdaufseher. „Bitte halten Sie sich von dem Wildtier fern, um das Tier nicht in noch größere Panik zu versetzen, falls es noch lebt“, rät Anne Spielhofen. Auch totes Wild unbedingt liegen lassen. Das Entfernen des Wildkörpers gilt als Wilderei und ist strafbar. Es ist auch möglich bei der Gemeinde oder Stadt die lokalen Jagdpächter mit deren Kontaktdaten zu erfragen oder diese im Internet nachzusehen.

Auch die Jägervereinigung gibt gerne Auskunft auf alle diesbezüglichen Fragen. „Kontaktieren Sie uns unter der E-Mail-Adresse info@usingerjaeger.de“, sagt die Sprecherin des Vereins. Alle Kontaktdaten gibt es auch unter https://usingerjaeger.de.

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