+
Klaus Hoffmann will doch noch nicht aufhören.

Bürgermeister Klaus Hoffmann

Er will es noch einmal wissen

  • schließen

Bevor er sich Gedanken über eine weitere Kandidatur mache, wolle er noch die Kommunalwahl abwarten, hatte Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) zuletzt gesagt. Jetzt hat er sich entschieden.

Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) wird sich nicht, wie vor fünf Jahren bei der Wiederwahl angekündigt, nach dem Ende seiner Amtszeit am 30. Juni kommenden Jahres in den Ruhestand verabschieden. Der 62-Jährige möchte Rathauschef bleiben, denn: „Die Herausforderung reizt mich, und ich möchte den erfolgreichen Weg der letzten Jahre weitergehen.“

Im Juli hatte der Verwaltungschef bekanntlich erklärt, erst die Kommunalwahl abwarten zu wollen, bevor er über eine Kandidatur nachdenke. Da erstaunt es doch ein wenig, dass ausgerechnet dieses Wahlergebnis – mit einem deutlichen Minus für die Christdemokraten und dem Wahlerfolg der Bürgerliste – ihn nun motiviert weiterzumachen. „Jetzt erst recht“, sagt Hoffmann. Und: „Die b-now war Anlass für meine Entscheidung, denn ich will mir die Errungenschaften der letzten Jahre nicht kaputtreden lassen.“

Magistrat und Parlament hätten gemeinsam eine ganze Menge erreicht, findet der Bürgermeister, der sich freut, dass viele Initiativen aus der Verwaltung von den Stadtverordneten mitgetragen wurden. „Das funktioniert wunderbar, und die Verdienste sehe ich deshalb im Team.“ Die Stadt sei gut aufgestellt, sagt Hoffmann und nennt unter anderem die Kinderbetreuung, das neue Rathaus und die Fertigstellung der Heisterbachstraße. Das alles habe natürlich eine Menge Geld gekostet, und „das schlägt sich auch in unserem Defizit nieder“. Jetzt sei die Konsolidierungsphase eingeleitet worden, und dieser Prozess müsse fortgesetzt werden – aber sozial verträglich und in langsamen Schritten. Denn eine Stadt sei kein Unternehmen, sondern ein soziales Gebilde. „Wäre sie eine Firma, hätte ich sie schnell saniert“, sagt der Bürgermeister und erzählt von einem Besuch bei der Landesregierung. Fachleute hätten dort eine Stellungnahme zum Neu-Anspacher Haushalt abgegeben und beispielsweise Erhöhungen der Kita-Gebühren und des Freibad-Eintrittes sowie eine Streichung der Vereinsförderung ins Spiel gebracht. Sein Ziel sei es aber, den guten Standard zu halten.

In diesem Zusammenhang kommt Hoffmann auch noch einmal auf die b-now zu sprechen. Der Schutzschirm des Landes Hessen, wie von der Bürgerliste vorgeschlagen, sei nämlich keine Lösung, denn: „Das Programm ist durch.“ Er sei nun gespannt auf weitere Ideen, und wenn es sich dabei um vernünftige Vorschläge handele, werde sich die Politik diesen sicher nicht verschließen.

Was die Windkraft angeht, so hatte Hoffmann ja bereits vor der Wahl angekündigt, dass sich das Thema so oder so im August erledigt. Wenn die Juwi das Projekt bis dahin nicht angehe, könne die Stadt den Vertrag kündigen – ohne dass ihr dadurch finanziell ein Nachteil entstehe. Für den Bürgermeister genau der richtige Zeitpunkt, die Bevölkerung zu fragen, ob sie den Windpark möchte oder nicht. Er sei in diesem Zusammenhang erstaunt über b-now-Sprecher Bernd Töpperwien, der zuletzt davon gesprochen hatte, den Vertrag auf jeden Fall kündigen zu wollen – also ohne Bürgerentscheid, wie ihn die BI eigentlich gefordert hatte. Dies zeige, dass es der b-now weniger um die Bevölkerung als vielmehr um die Durchsetzung eigener Interessen gehe. „Es zählt in einer Stadt aber der Gemeinnutz.“

Doch nicht nur die Haushaltskonsolidierung soll die nächste Amtsperiode bestimmen, so Hoffmann, auch die Entwicklung neuer Bau- und Gewerbegebiete – gerade im Hinblick auf Einkommen- und Gewerbesteuer. Schließlich sei die Situation – vor allem im sozialen Wohnungsbau – schon heute reichlich kritisch. Zudem gebe die Infrastruktur ein Wachstum her, sei die Bevölkerungszahl doch in den vergangenen Jahr um 500 Einwohner gesunken. Die Verwaltung werde Vorschläge erarbeiten und den Weg mit den Menschen gemeinsam gehen.

Hoffmann, der in den vergangenen Jahren von den Windkraft-Gegnern bekanntlich gerne zum Buhmann gemacht wurde, sagt selbstbewusst: „Der Rückhalt in der Bevölkerung und in der Politik ist da, denn die Menschen wissen, dass es in der Stadt gut gelaufen ist, und daran will ich auch in Zukunft weiterarbeiten.“ Und steht denn auch seine Partei hinter ihm? „Ich rechne mit einer Unterstützung der CDU.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare