Wind und Eis

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Eisschlag ist ein bekanntes Phänomen im Taunus, vor allem an Türmen und Masten – beispielsweise auf dem Feldberg – stehen daher entsprechende Warnschilder.

Eisschlag ist ein bekanntes Phänomen im Taunus, vor allem an Türmen und Masten – beispielsweise auf dem Feldberg – stehen daher entsprechende Warnschilder. Während selbst bei Wind Eisstücke beim Fallen von fest stehenden Anlagen nur in einem beschränkten Radius niedergehen, kann dieser Umkreis bei in Betrieb befindlichen Windrädern durch die Rotation der Flügel wesentlich größer sein. Deswegen wird in Abgrenzung zum klassischen Eisschlag bei Windkraftanlagen auch von Eiswurf gesprochen. Die Wetterlagen, die zu entsprechender Eisbildung führen, gelten in Deutschland als selten.

Im Windenergie-Handbuch 2013, einer Publikation der Diplom-Ingenieurin Monika Agatz, heißt es: Soll die WEA in einer eisgefährdeten Region gebaut werden, ist die WEA mit technischen Einrichtungen auszurüsten, durch die entweder sie bei Eisansatz stillgesetzt wird oder durch die der Eisansatz verhindert wird.

Agatz beschäftigt sich für das Landesumweltamt NRW mit dem Genehmigungsprozess von Windrädern. Zu den Eisansatz-Detektoren heißt es in ihrer Publikation, die seit über einem Jahrzehnt regelmäßig aktualisiert wird: „Die heute üblichen Systeme nutzen eine Kombination verschiedener Parameter: Sie kombinieren meteorologische Daten (Temperatur, Vergleichsmessung zwischen beheiztem und unbeheiztem Anemometer) mit Daten der Anlagenüberwachung (Unwucht und Abweichung von der Leistungskurve durch Eisansatz an den Rotorblättern). Das Wiederanlaufen der WEA kann entweder automatisch durch ausreichend bemessene Zeitfenster für das Abtauen des Eises erfolgen oder durch optische Kontrolle vor Ort ( oder an im Winter schwer zugänglichen Standorten auch durch eine Webcam).“

Das Handbuch kommt allerdings zu dem Schluss: „Die Eisansatzerkennung über die Überwachung der Eigenfrequenz der Rotorblätter scheint ein vielversprechender Ansatz zu sein, jedoch gibt es damit noch keine umfassenden Praxiserfahrungen.“

Zwar gibt es auch die Möglichkeit einer Enteisungsanlage, deren Einsatz sei aber nur in Regionen mit häufigerer Eisbildung wirtschaftlich. Auch in der Rechtsprechung habe sich der Einsatz der Eiserkennung und einer automatischen Abschaltung als ausreichend etabliert.

( hko)

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