Windpark im Aufwind

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Bürgerwindaktien rechnen sich. Die ABO Invest, die jetzt 80 Prozent des Weilroder Windparks übernommen hat, bezifferte gestern die Renditen in den letzten Jahren mit sieben Prozent.

Die ABO Invest AG hat jetzt, wie vor wenigen Wochen angekündigt, 80 Prozent der Anteile des Weilroder Windparks übernommen. Das Portfolio der Bürgerwindaktie wächst damit auf 132 Megawatt. Bürger können sich nunmehr auch über Nachrangdarlehen beteiligen. „Wir freuen uns, dieses Projekt ins Portfolio der Bürgerwindaktie aufzunehmen“, sagt ABO-Invest-Vorstand Dr. Jochen Ahn. Etwa die Hälfte der rund 4000 ABO-Invest-Aktionäre leben in Hessen, sagte er. Der Weg für jene, die den eigenen Windpark besuchen möchten, verkürze sich nun deutlich. Die sieben Anlagen mit je 2,4 Megawatt Leistung produzieren in einem durchschnittlichen Windjahr 49 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht dem Haushaltsverbrauch von 40 000 Bürgern. Die verbleibenden 20 Prozent hält die Hessische Windparkentwicklungsgesellschaft, die dem Projektentwickler ABO Wind und Mainova gehört. Mit der Beteiligung am Windpark wächst das Portfolio der Bürgerwindaktie um 13,4 Megawatt auf rund 132 Megawatt.

„Für Bürger, die sich an Windkraft beteiligen, bieten wir im Zusammenhang mit dem Erwerb des Windparks Weilrod erstmals auch ein fest verzinsliches Nachrangdarlehen an – als Ergänzung oder Alternative zur Bürgerwindaktie“, erläutert Ahn. Das Nachrangdarlehen ist nach zehn Jahren kündbar und wird jährlich mit 4,5 Prozent verzinst. Nachrangig bedeutet, dass die Zahlung der Zinsen sowie die Rückzahlung des Darlehens unter dem Vorbehalt stehen, dass dadurch bei der ABO Invest kein Insolvenzeröffnungsgrund herbeigeführt wird. Das Nachrangdarlehen biete eine deutlich attraktivere Verzinsung als Geldanlagen, die als risikoarm gelten. So rentiere sich die zehnjährige Bundesanleihe aktuell mit rund 0,4 Prozent. „Nachrangdarlehen sind wie auch Aktien Beteiligungen, die unternehmerisches Risiko bergen“, betont Ahn.

Unterlagen zum Nachrangdarlehen und Zeichnungsschein stehen unter zum Download bereit. Zeichnungen sind ab sofort möglich. Das Emissionsvolumen des „Nachrangdarlehens Weilrod“ ist begrenzt auf eine Million Euro. Die Mindestzeichnungssumme je Anleger beträgt 10 000 Euro. Bewohner des Hochtaunus-, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Landkreises Limburg-Weilburg können sich bereits mit 1000 Euro beteiligen. Zu den Aktionären der ABO Invest und damit den Miteigentümern des Windparks Weilrod zählen neben Bürgern auch eine Energiegenossenschaft und diverse Stiftungen. ABO Invest notiert im Freiverkehr der Börse Düsseldorf und ist über jede Bank erhältlich.

Der Projektentwickler ABO Wind hat 2010 die ABO Invest gegründet, um mit Bürgern Windparks zu betreiben. ABO Wind ist der größte Aktionär mit einem Anteil von 10 bis 30 Prozent. Seit der Erstnotierung an der Börse Düsseldorf (Mai 2011) gewann die Aktie jährlich mehr als 7 Prozent an Wert.

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