Windradbau ab Oktober?

  • schließen

Es wird bald viel gebaut in Grävenwiesbach. Das betrifft den privaten wie auch den gemeindlichen Bereich. Manchmal schießt der Eifer aber auch ein wenig übers Ziel hinaus, wie die Bauausschusssitzung zeigte.

Das sogenannte Neubaugebiet „Am Hardtköppel“ in Naunstadt bekommt noch einen Zipfel angehängt. Die Mitglieder des Bau-Städteentwicklungs- und Planungsausschusses (BSPA) entschieden sich am Mittwoch im Sitzungszimmer des Rathauses einstimmig dafür, dem Antrag auf Bebauung zuzustimmen.

Es handelt sich um das Grundstück „Hardtgewann“. Bürgermeister Roland Seel (CDU) erklärte dazu, dass eine entsprechende Anfrage bereits im September des vergangenen Jahres gestellt worden sei. Nach Einreichung einer offiziellen Bauvoranfrage bei der Bauaufsicht habe es keine Einwände vonseiten der Bauaufsicht, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Amt für den ländlichen Raum gegeben, teilte der Bürgermeister mit. „Allerdings nur unter der Voraussetzung einer Abrundungssatzung“, berichtete Seel weiter.

Mit einer solchen Ergänzungssatzung kann die Gemeinde einzelne unbebaute Außenbereichsflächen in den Innenbereich des Ortsteils mit einbeziehen.

Seel berichtete weiter, dass der Gemeindevorstand ebenfalls zugestimmt habe. Allerdings verlange der Vorstand, dass die Kosten für die Grenzregelung zur Verlegung des vorhandenen Entwässerungsgrabens zulasten des Antragstellers gehen sollen. „Wir haben vereinbart, dass der Gemeinde keinerlei Kosten entstehen“, betonte Seel.

Bauamtsleiter Kai Hildebrandt informierte darüber, dass laut der Baupläne der vorhandene Entwässerungsgraben weder bebaut nochverrohrt werde.

Es gab also für die Ausschussmitglieder keinerlei Argumente, diesem Antrag zu widersprechen.

Doch im Zusammenhang mit dem Hardtköppel ist auch Unerfreuliches zu berichten. Das Areal mit der Katasternummer 82.2 und 82.3 ist ein bisher unbebautes Grundstück von rund 6000 Quadratmetern. Nach Aussagen von Anwohner Heinz Zarth und von Jagdpächter und Anwohner Conni May sei dieser Teil des Hardtköppels teilweise Vogelschutzgebiet. Dennoch war es am Rosenmontag komplett gerodet worden.

„Jetzt haben weder die Vögel noch die dort weidenden Rehe ein Schlafzimmer“, beschwerten sich die Anwohner. Kai Hildebrandt konnte die Aussage bezüglich des Vogelschutzgebietes nicht offiziell bestätigen. Er versprach jedoch, sich zu informieren, der Beschwerde nachzugehen und mit er Unteren Naturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen.

Roland Seel berichtete auch vom Ohly-Gelände, auf dem eine Pflegeeinrichtung samt barrierefreien Wohnungen und neue Räumlichkeiten für den Bauhof entstehen sollen. Erste ernsthafte Gespräche seien erfolgt. Das erklärte Ziel sei es, noch in diesem Jahr ein gutes Stück mit der Planung weiterzukommen.

Das Gleiche wünschte er sich auch für das Bürgerhaus. Bezüglich des Antrags auf Abriss habe der Kreis eine genaue Begründung gefordert. Die soll jetzt mit einem Planungsbüro aufgestellt werden. Die Sanierung in der Feldbergstraße könne bald Formen annehmen, sagte der Bürgermeister. Eine sachlich geführte Anliegerversammlung habe stattgefunden. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis zum Herbst dauern. In Zuge dessen werde die Beleuchtung „Auf den Gräben“ auf LED-Lampen umgestaltet.

Auch beim Bau der Windkraftanlagen sei man einen Schritt weiter, informierte Seel. Die Firma Windwärts sei dabei, die Unterlagen zusammenzutragen. Falls der Bau der Windräder genehmigt werde, könne im Oktober mit den Rodungsarbeiten begonnen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare