Windwärts legt los

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Der Windpark-Investor Windwärts will nun zügig die Genehmigungsunterlagen beim Regierungspräsidenten einreichen. Dann könnten sich schon bald sechs Windräder drehen.

Selten ist im Kreis eine Windkraftplanung so leise über die Bühne gegangen, wie in Grävenwiesbach. Und dabei ist es eine durchaus ordentliche Anlage, die im Wald in Richtung Brandoberndorf entstehen soll. Denn der Investor Windwärts – noch vor wenigen Wochen vor einem Konkurs gerettet – will dort sechs „Windmühlen“ errichten, drei auf Gemeindeland, drei auf Fläche von Hessenforst.

Am vergangenen Montag nun hatte Bürgermeister Roland Seel Besuch von Windwärts-Vertretern, die ihren Willen zum Bau der Windräder noch einmal unterstrichen. In Kürze bereits soll der Antrag auf Genehmigung beim Regierungspräsidium Darmstadt eingereicht werden. Dann steht dem Projekt Windpark nichts mehr im Weg.

Selbst der Bürgermeister hört derzeit nichts von eventuellen Gegnern des Projektes. Die Politik war mehrheitlich für die neue Einnahmequelle für die Gemeindekasse – was nicht wundert. Denn pro Windrad sollen rund 45 000 Euro im Jahr fließen, zuzüglich dem Anteil der gewonnenen Stromausbeute.

Die Chancen für eine Genehmigung sieht Seel sehr positiv, denn es hatte bereits mit RP-Vertretern im vergangenen Jahr eine Begehung des Areals gegeben, und schon damals wurde deutlich, dass gegen den Bau nichts spricht.

Auch mit der Nachbargemeinde Brandoberndorf ist man im Gespräch, denn auch diese will ein Windrad für den neuen Park beisteuern.

Was, wenn es nun doch noch Gegenwind aus der Bevölkerung gibt? Seel betonte, dass es durchaus Ausstiegsklauseln aus dem Vertrag gebe, er aber derzeit keinen Grund dafür sehe.

Geplant sind an der sogenannten Siegfriedseiche Rotoren mit einer Gesamthöhe von 199 Metern. 4600 Quadratmeter Waldfläche müssen pro Anlage weichen, was im Vergleich zur Gesamtfläche Wald der Gemeinde 0,12 Prozent entspricht. Beim Schall werden die nördlichsten Anwohner Grävenwiesbachs und die östlichsten Hasselborns mit etwa 40 Dezibel leben müssen, die dort höchstens ankommen, wenn sich die Rotoren bewegen.

Wenn sich die Investoren an ihren Zeitplan halten, soll bereits Ende des Jahres der erste Strom erzeugt werden. Allerdings hat Windwärts Zeit, denn im Vertrag werden zwei Jahre für Planung und Bau festgeschrieben, was Oktober 2016 bedeuten würde. 6,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr soll eine Anlage liefern, etwa der Verbrauch von 2000 Haushalten.

Wer sich über die genaue Planung informieren möchte, kann sich auf der Homepage der Gemeinde die Informationen durchlesen: .

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