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Alfred Westenberger lebt in einem grünen Idyll und hat für sein Natur-Engagement den ?Citoyenne? (in seiner Hand) bekommen.

Umwelt- und Schmetterlingsengagement

And the Winner is . . .

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Schmetterlinge sind Alfred Westenbergers große Leidenschaft. Und in Oberreifenberg gibt es eine große Wiesenfläche, auf der sich sehr viele, auch seltene Arten tummeln. Um dieses Gebiet zu schützen, hat er schon viel unternommen. Dafür gab es nun einen mit 5000 Euro dotierten Preis.

Es war spannend, erinnert sich Alfred Westenberger an die Preisverleihung der Frankfurter Stiftung „Citoyen – aktiv für Bürgersinn“. Er wusste nur, dass er unter den Siegern war und einen Preis bekommen sollte, doch welchen, wusste er nicht. Sein Projekt war gut angekommen, das war ihm aber bewusst.

45 Einreicher hatte es gegeben. Zehn wurden ausgezeichnet. „Ich hätte mich schon riesig über Platz Zehn gefreut“, sagt der Entomologe. Doch die Plätze wurden rückwärts bis vier vorgelesen. Darunter auch das Schulackerprojekt der Limesschule in Wehrheim. Nur er war noch nicht dabei.

Die Spannung stieg, denn nun kamen die Geldpreise. Der dritte Platz ging nach Frankfurt an ein Kunstprojekt. Alfred Westenberger wurde immer aufgeregter. Den zweiten machte eine integrierte Gesamtschule in Frankfurt. Und dann kam Platz Eins. Westenberger konnte es kaum glauben, als er seinen Namen hörte, verriet er im Gespräch mit der TZ. Doch so war es. Er erhielt den mit 5000 Euro dotierten 1. Preis für Umwelthelden „Citoyenne“ für sein herausragendes Engagement und Ideenreichtum im Umgang mit Natur und Umwelt.

Das Geld dient als finanzielle Unterstützung für die weitere Arbeit. Und die wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Denn Westenburgers Steckenpferd sind die Schmetterlinge, Schutz und Erhalt der Schmetterlinge in den Reifenberger Wiesen sein Projekt. Das hatte er mit entsprechender Beschreibung eingereicht. Seit den 1970er Jahren beobachtet der Hofheimer in Oberreifenberg bereits Schmetterlinge.

Und durch jahrelange Beobachtungen eines zwischen dem Restaurant Weilquelle und der Jugendherberge gelegenen Gebietes weiß er, dass dort insgesamt

36 Tagfalter

heimisch sind – unter anderem der vom Aussterben bedrohte Lilagrold-Feuerfalter. Daneben strotzt die Magerwiese nur so vor pflanzlicher Artenvielfalt.

Im Laufe der Jahre stellte der Entomologe allerdings noch etwas fest: Es wurden Fehler bei der Bewirtschaftung gemacht. Rinderbeweidung und falsche Mahd gefährdeten beispielsweise den Bestand einiger Schmetterlingsarten. Seine Anstrengungen, die Vielfalt auf der Wiese zu schützen, hatte Erfolg. So wird seit zwei Jahren frühestens im August gemäht und somit sind die Eier und Raupen der Schmetterlinge nicht mehr gefährdet. Doch sein Engagement ging noch weiter.

Er wandte sich an die Naturschutzorganisation Naturefund, die weltweit Land kauft, um Lebensraum für die Vielfalt der Arten zu bewahren. Und der Verein stimmt dem Vorschlag Westenbergers zu, auch in Oberreifenberg Fläche zu erwerben. Einen Euro pro Quadratmeter zahlt der Verein. Doch auch dieses Geld muss über Spenden hereingeholt werden. Weiter Problematisch: Das gesamte Wiesenareal von gut 56 000 Hektar bestand aus 27 Flurstücken mit ebenso vielen Eigentümern oder Eigentümergemeinschaften. Die Verhandlungen mit jedem Einzelnen hat der Schmetterlings-Experte ebenfalls übernommen.

Ziel war es, insgesamt 20 000 Quadratmeter des Areals zu erwerben. Durch Führungen in besagtem Gebiet konnte er öffentliches Interesse wecken, und bisher hat er insgesamt 287 Paten gewinnen können, die 14 103 Quadratmeter Wiesenfläche sichern. Knapp 6000 Quadratmeter fehlen noch, bis die gewünschte Fläche komplett ist. Zurzeit seien noch zwei Grundstücke beim Notar.

Die nächste Schmetterlingswanderung mit Alfred Westenberger steht kommenden Sonntag, 26. Juni, ab 11 Uhr vom Hotel Weilquelle aus auf dem Programm.

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