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Musik, Tanz, bildnerische Gestaltung und das Universum waren Themen der Kulturtage bei den Reifenberger Grundschülern.

Grundschulkinder in Niederreifenberg

„Wir sind das Weltall“

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Über den Wolken muss die künstlerische Freiheit grenzenlos sein. 40 Grundschüler ließen innerhalb des Altana-Kultur-Tag-Jahr-Projektes ihre Fantasie spielen. Es ging um das Thema „Weltall“.

„Wenn ich das Weltall wäre, wäre mein Herz die Natur, denn mein Herz ist groß“, „wenn ich das Weltall wäre, wäre mein Kopf die Sonne und meine Lungen der Sauerstoff der Welt“, „wenn ich das Weltall wäre, wäre mein Auge ein Planet“, „wenn ich das Weltall wäre, wären meine Lippen die Flügel einer Rakete“ – was einem so alles einfallen kann, wenn man an einem sonnigen Tag auf einer Wiese liegt, den Blick nach oben richtet und sich mit den wandelnden Wolkenbildern in Fantasien verliert . . .

Mit letzterer Metapher begann das Spektakel, das die Viertklässler der Grundschule Reifenberg zum Abschluss des Kulturtag-Projektes den Mitschülern und ihren Eltern präsentierten. Die Hochtaunushalle war Schauplatz, und ein Teil von ihr wurde in ein Universum der Fantasie verwandelt: Weiße Wolken breiteten sich auf dem Hallenboden aus, dazwischen agierten die Projektschüler mit tänzerischen Elementen, mit Klangbildern und Texten innerhalb wandelnder Szenenbilder.

Inspiriert wurde das Thema des Schulprojektes durch die Ausstellung „Himmelwärts. Kunst über den Wolken“ im Museum Sinclair-Haus der Altana-Kulturstiftung in Bad Homburg, in der Werke zeitgenössischer Künstler zu sehen waren, die sich mit den außerirdischen Phänomenen auseinandergesetzt hatten, und die von den Reifenberger Schülern besucht wurde.

Seit 2007 nimmt jeweils der vierte Jahrgang der Schule am Kultur-Tag-Jahr-Projekt der Altana-Kulturstiftung teil. Rund 40 Schüler arbeiteten jeden Freitag gemeinsam mit der Künstlerin Brigitte Halder und einem Team aus Manuela Büchting, Axel Schrepfer, Kristina Veit und Nicole Horny mit den Kindern und spürten mit den Mitteln der Poesie, der bildnerischen Gestaltung sowie mit Musik und Tanz dem Thema nach, und das richtete den Blick außer in den Weltraum auf den eigenen Körper. Dazu fanden sie weitere Anregungen in Biologiebüchern oder Aufnahmen des Hubble-Weltraum-Teleskops.

Kastenförmige Objekte sind so als Träger individueller Projektionen entstanden, und die waren am Abschlusstag in einer Ausstellung zu sehen. Heraus kamen vielfach Boxen mit einem farbigen kosmischen Chaos im Inneren und figürliche Arbeiten. Es wurde konzentriert gearbeitet, und wenn es sein musste, hatte Horny so ihre Methoden – wie eine Schülerin in ihrem Projekttagebuch festgehalten hatte: „8. Tag: Wir haben mit Frau Horny zum Kopffreimachen Zipp Zapp gespielt. Dann haben wir in der Runde ein Wort gesagt, Frau Horny hat die Wörter aufgeschrieben. Am Ende ist ein Brief entstanden.“

Darüber hinaus wurde auch plastisch gearbeitet. So formten die Mädchen und Jungen Körperteile ab und setzten sie zu Wolken zusammen. „Die Kinder entdeckten die Welt, die sich am Himmel eröffnete oder auch ganz tief in ihnen selbst steckt“, hieß es auf einem Programmfaltblatt zur Präsentation. Das enthielt noch weitere Fantasiebilder mit beinahe biblischer Sinngebung: „Wenn ich das Weltall wäre, wäre meine Stimme die Sonnenstrahlen . . .“ Oder: „Wenn ich das Weltall wäre, wären meine Träume bunt, denn meine Träume sind wie das Weltall.“ Mit folgender Erkenntnis: „Wir sind nicht nur Teil des Weltalls, sondern: „Wir sind das Weltall.“

„Kultur-Tag-Jahr“ ist ein

Kooperationsprojekt

zwischen der Altana-Kulturstiftung, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main und dem Hessischen Kultusministerium. Partnerinstitutionen im Kulturbereich sind das Ensemble Modern, die Dresden Frankfurt Dance Company, das Schauspiel Frankfurt, das Atelier Goldstein und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Für die Niederreifenberger Schule ist es ein Prestigeprojekt, denn sie ist die einzige Grundschule im Reigen der Schulprojekte der Altana-Stiftung. Entsprechend stolz begrüßte die Schulleiterin Anke Gamer Eltern und Schüler, zollte den teilnehmenden Kindern Anerkennung für ihre Leistungen und dankte den Künstlern und der Stiftung für ihr Engagement.

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