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Wo kommt das Fleisch her? die Metzgerei Henrici zeigte es ihren kleinen Kunden.

Woher kommt das Steak?

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Von der Weide in die Pfanne, den Bratentopf oder auf den Grill. Wer weiß, wo das Fleisch herkommt, isst bewusster und weiß, das hochwertige Nahrungsmittel zu schätzen.

Wo kommt das Fleisch her? Das ist eine gute Frage, aber die meisten stellen sie sich beim Griff in das Kühlfach der Lebensmittelmärkte nicht und wollen vielleicht auch gar nicht so genau wissen, wo und unter welchen Bedingungen die Schnäppchenangebote produziert werden.

Kritische Verbraucher aber fragen nach und diese Fragen nahm die Metzgerei Henrici jetzt auf und ihre Kunden mit zu den Tieren, die früher oder später als Steak in der Pfanne, als Braten im Topf oder als Wurst auf dem Grill landen. Die Weide, auf der die Tiere leben, ist nicht weit weg von der Metzgerei und der Schlachtküche in der Taunusstraße. Nur den Berg hinauf zur Wacht, auf der anderen Seite ein Stück hinunter und noch vor dem Erlenbach sah man schon von weitem die Rinder weiden.

Es war ein schöner Anblick, saftiges Grün soweit das Auge reicht und eine große Weide, wo die Tiere nicht etwa nur mit dem Kopf nach unten standen und fraßen, vielmehr „galoppierten“ sie hin und her,als wäre es ein Spiel.

„Die fühlen sich wohl“, sagte Metzger Kevin Henrici, der den Besuchern an Ort und Stelle alle Fragen rund um das Rindvieh beantwortete. Als die Zahl der Menschen an der Feldscheune zunahm, wurden auch die Rinder aufmerksam. „Wenn ich gleich mal ein bisschen wackele, kommen die auch“, sagte Henrici und genau so war es.

Erst drehten sie Kopf und Ohren in die Richtung, schauten einen Moment, kamen schließlich neugierig angelaufen und streckten den Besuchern ihre feuchten Mäuler entgegen. Mancher Gast machte den Arm lang und mit „Kopfnicken nach oben“ antworteten die Rinder. Gleichzeitig sperrten sie die Nüstern auf, denn es duftete – zumindest nach menschlichem Ermessen – ziemlich lecker. Die Rinder hatten keine Ahnung, was da so duftete, beziehungsweise aus was die Würste auf dem Grill waren. Denn Kostproben der Metzgerskunst gab es direkt an Ort und Stelle. „Wer Fleisch isst, sollte meines Erachtens wissen, wo es herkommt und dass es ein lebendiges Tier war, das dafür geschlachtet werden musste“, sagte der Metzgermeister. Dann esse man vielleicht auch weniger, aber mit einem anderen Bewusstsein. Qualität statt Quantität, das ist ganz nach seinem Sinn.

Nach dem ersten Kontakt mit den Tieren, halten die Besucher mit ihren Fragen nicht hinter dem Berg. Zuerst wurden grundlegende Fragen geklärt: Kuh, Ochse, Bulle oder Rind. Es sind Rinder, das heißt, weibliche Kühe die noch kein Kalb hatten. 13 Stück unterschiedlicher Rassen, Fleckvieh, weißblaue Belgiere, Charolaise, Blonde d!Aquitaine sind darunter. „Hier oben hat mein Opa schon Schafe gehalten, sagte Kevin Henrici, der die Metzgerei in der vierten Generation betreibt.

Er kauft die Tiere bei Händlern in der Region, beispielsweise auf dem Viehmarkt in Alsfeld, damit auch er weiß, wo das Fleisch herkommt. Die Jungtiere werden dann bis zur Schlachtreife etwa eineinhalb Jahre gefüttert. Neben dem Wiesengras gibt es Maissilage. Der Mais kommt aus Rosbach. Wenn ein Rind rund 500 Kilo hat, ist es schlachtreif, dann verbleiben rund

270 Kilo Schlachtgewicht

und ohne Knochen sind es noch 180 Kilogramm. Henrici schlachtet zwischen 20 und 25 Rinder im Jahr. Dabei gehen dem Metzgermeister ein Geselle und ein Helfer zur Seite.

Im Laden gibt es nicht nur Rindfleisch, sondern auch andere Fleisch- und Wurstwaren. Schweinefleisch ist selbstverständlich auch dabei. Die Schweine hält der Metzger nicht selbst. Doch er weiß genau, wo sie herkommen.

Es war das erste Mal, dass der Metzger seine Kunden mit auf die Weide genommen hat. Das Interesse war groß und Henrici ist sich sicher: „Wenn die Menschen Bescheid wissen, steigt für sie auch die Wertigkeit des Fleisches als Nahrungsmittel“, und dann seien sie auch bereit, mehr zu bezahlen.

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