Familie Miers aus Oberreifenberg

Sie wollen anderen Kindern helfen

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Organisiert wird die Sternsinger-Aktion von den katholischen Kirchengemeinden, die Umsetzung steht aber in vielen Orten schon lange im Zeichen der Ökumene. Vier Kinder aus einer evangelischen Familie machen in Oberreifenberg seit vielen Jahren mit.

Während sich andere Kinder beim Rodeln oder Skifahren vergnügten, liefen 15 Sternsinger in Oberreifenberg von Haus zu Haus und sammelten unter dem Motto „Segen bringen – Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“ für Kinder, denen es an allem fehlt. Mit dabei auch eine evangelische Familie, deren vier Kinder bei diesem Projekt der katholischen Kirche jedes Jahr mitlaufen.

„Wir sind evangelisch, aber wir finden die Ökumene hier so toll“, sagt Mutter Angelika Mosig-Miers. Sie ist als Förstertochter in Oberreifenberg aufgewachsen, hat mit der eigenen Familie lange in Frankfurt gewohnt und ist 2005 wieder in die Feldberggemeinde zurückgekehrt. „Kinder finden immer schnell Anschluss“, meint sie. „Als wir neu hier waren, waren die Adventsfenster die beste Kontaktbörse.“ Sohn Alexander machte gleich bei den Sternsingern mit, und er ist immer noch, oder besser wieder dabei. Seit dem vergangenen Jahr betreut der heute 18-Jährige eine der Gruppen.

Seine jüngeren Geschwister haben sich den Sternsingern angeschlossen, sobald sie drei Jahre alt waren. Ihrer Mutter ist es wichtig, dass ihre Sprösslinge früh lernen, dass es nicht allen Kindern gut geht. „Sie sollen erfahren, dass man beim Helfen auch etwas zurückbekommt.“ Die 13-jährige Katharina trägt gegen die Kälte eine Mütze mit dem Siegeszeichen für den Frieden und setzt damit auch ein Zeichen, dass es ihr nicht gleichgültig ist, wenn andere Kinder hungern und frieren. „Für mich ist es in Ordnung, wenn ich, um Geld zu sammeln, zwei Tage lang in der Kälte rumlaufen muss“, sagt sie und geht davon aus, dass dicke Skisocken und warme Handschuhe ausreichend sind.

Ihre elfjährige Schwester Luisa hatte in ihren neuen Stiefeln gar keine Bedenken, kalte Füße zu bekommen. Und der siebenjährige Robert meint: „Ich bin super dick angezogen.“ Auch wenn sie mal frieren müssten, wüssten sie ja, dass das nur für kurze Zeit und vor allem für eine gute Sache sei, sind sich die Geschwister einig. Ältere Menschen, die viel allein seien, würden sie auch manchmal zum Aufwärmen ins Zimmer bitten und zu einem warmen Getränk einladen. „Die freuen sich, wenn mal Besuch kommt und zeigen uns ihre Krippe oder den Christbaum“, erzählt Luisa und ergänzt: „Manche melden sich sogar ab, wenn sie nicht da sind, damit wir nicht umsonst im Kalten warten.“

Weil die Miers-Kinder erfahrene Sternsinger sind, laufen sie nicht zusammen in einer Gruppe. Darauf haben die Organisatorinnen Beate Beuth-Wagner und Manuela Gahler geachtet. Obwohl die Kinder an jedem Haus klingeln, haben vorher einige Oberreifenberger angerufen, die auf jeden Fall besucht werden wollen. Pater Roy dankt den Sternsingern dafür, dass sie sich an der größten Solidaraktion von Kindern für Kinder beteiligen. Von vielen Oberreifenbergern erhalten die Mädchen und Jungen Süßigkeiten, die sie untereinander aufteilen. Beliebt bei den jungen Sternenläufern ist auch im Gemeinderaum der katholischen Kirche das gemeinsame Mittagessen, das Ulla Sieweke – unterstützt von Gaby Siewert, die nach ihrem Umzug extra aus Steinbach gekommen ist – zubereitet, „wie immer Nudeln und Hackfleischsoße“.

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