Hexengarten eröffnet

Ein zauberhaftes Kleinod

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Es waren nicht nur Hexen und Heiler, die im Hexen- und Heilergarten gearbeitet haben. Und es war bei Weitem keine Hexerei, dass es jetzt dort grünt und blüht. Es ist ein verwunschenes Stück Natur entstanden.

Frauen in wallenden Gewändern, kunterbunt gekleidet, Tücher ums lange Haar gewickelt, ließen sich im Sonnenschein mit Kräuterwasser verwöhnen. Klar: Bei solch einer illustren Gesellschaft muss es sich doch um einen Hexentreff handeln.

Nicht ganz, dafür aber um einen Hexen- und Heilergarten. Der wurde nämlich am Mittwoch offiziell eingeweiht. Karsten Kleinschmidt, der Inhaber der Ziegelhütte, auf deren Grundstück sich der außergewöhnliche Garten befindet, hatte sich dafür besondere Mühe gegeben, die Gäste zu bewirten.

Eine bunte Blumenpracht, gepaart mit Kräutern für die Hexensuppe, mit Schiefer ausgelegte Wege, auf denen es mit jedem Schritt quietscht und knackt, alles umrahmt von einem rustikalen Zaun, den man so noch nie gesehen haben dürfte. So präsentiert sich der verwunschene Garten, der die Bezeichnung „Hexengarten“ redlich verdient.

Die Idee dazu hatte Steffi Weber, die Initiatorin der Offenen Gärten Oberes Weiltal, die auch für den Pfad der Sinne zuständig ist. Denn der Hexen- und Heilergarten ist Teil dieses Pfades, der sich von Schmitten bis Weilrod zieht, und an dem die wunderlichsten, schönsten, aber auch lehrreiche Dinge zu sehen sind.

„Das hier konnte nur entstehen, weil so viele mitgeholfen haben, es zu erschaffen“, sagte Weber und dankte für die Hilfe. Kleinschmidt hatte das Gelände zur Verfügung gestellt. Zum Dank darf er sich jetzt all die Kräuter aus dem Hexengarten holen, die er für seine Küche benötigt.

Frank Schwieder hatte die Wiese vorbereitet, um überhaupt darauf pflanzen zu können. Viele helfende Hände haben umgegraben, eingegraben und eingepflanzt. Für den krummen und schiefen Zaun hatten viele Leute Holz gespendet und alles angenagelt.

Die Mitarbeiter der Gemeinde setzten darüber hinaus die alten Eichenbalken als Pfosten für das Gartentor in die Erde. Letztlich wurde der abgedeckte Schiefer der Usinger Laurentiuskirche auf den Wegen verteilt. „Wir gehen hier also auf heiligem Boden, und das im Hexengarten“, erklärte Steffi Weber.

Was sie sich noch wünscht, ist ein schiefes Hexenhäuschen. „Das kriegen wir auch noch hin“, sagte sie hoffnungsvoll. Dann wäre nämlich dieser kleine verwunschene Garten komplett. Bienenstöcke gibt es auch schon, in denen bereits fleißig am „Zauberhonig“ gearbeitet wird. Noch eins ist anders auf diesem Stückchen Land. „Jeder darf sich für ein Tässchen Tee die Kräuter abpflücken“, gab Steffi Weber den Weg frei.

Sie will noch Schilder anbringen, damit auch jeder den Weg zum Hexengarten findet. Denn er liegt ja doch etwas erhöht und von der Straße nicht einsehbar oberhalb der Ziegelhütte.

Bürgermeister Axel Bangert (SPD) war begeistert. Er dankte Steffi Weber für ihr unvergleichliches Engagement, ohne dass Weilrod um Vieles ärmer sei.

Walburga Kliem hatte zur Eröffnung ein Märchen dabei, in dem ein Holunderbusch die Hauptrolle spielte. Und klar stand sie dabei direkt neben einem solchen Exemplar, wo auch noch Thymian, Artischocken, Meerrettich und viele weitere Kräuter wachsen.

In Erinnerung an den verstorbenen Klaus-Peter Datz hatte Weber eine Ecke reserviert. Er habe so viel an der Entstehung des Hexengartens mitgearbeitet, dass Steffi Weber zu seinem Gedenken eine alte Heilpflanze, die Apothekerrose, pflanzte und ein Schild daneben befestigte. Darauf steht geschrieben: „Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen. Danke Klaus-Peter.“

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