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Der langjährige Vorsitzende Andreas Moses (4. von rechts) führt auch den neuen CDU-Vorstand an, das Vertrauen der Mitglieder reichte aber nur für eine ?Zweidrittelmehrheit?.

Zehn Gegenstimmen für Moses

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Andreas Moses ist seit 20 Jahren Vorsitzender, und er wird den rund 110 Mitglieder zählenden CDU-Ortsverband auch weiterhin anführen. Bei der Zustimmung der anwesenden Stimmberechtigten musste er allerdings Federn lassen.

20 Jahre steht Andreas Moses jetzt schon an der Spitze der Christdemokraten. Als 24-Jähriger hat der heute 44-Jährige die Partei übernommen und sie zur stärksten politischen Kraft in Neu-Anspach gemacht. „In turbulenten Zeiten vor einer anstehenden Wahl ist ein Wechsel nicht gut“, erklärte er den 35 Stimmberechtigten bei der Versammlung am Donnerstagabend, und dass er daher erneut für das Amt kandidiere werde.

Bevor die Mitglieder zur geheimen Wahl schritten, berichtete Moses über das Amtsjahr und die aktuelle politische Situation: „Die Windkraft hat eine herausragende Rolle gespielt und die Stadt tief gespalten.“ Dies solle zu denken geben, meinte er und sprach sich dafür aus, unabhängig vom Inhalt künftig die Auswirkungen besser zu bedenken. „Versöhnen statt spalten sollte das Motto sein“, so Moses. Mit der Straßenbeitragssatzung sprach er ein weiteres heißes Eisen an. Die CDU habe diese nicht gewollt und sei quasi dazu gezwungen worden. Dennoch habe man sie sozialverträglich gestaltet.

Unter den positiven Projekten hob der Vorsitzende die Heisterbachstraße heraus, deren Fertigstellung vor fünf Jahren ein zentrales Anliegen seiner Partei gewesen sei. Die bevorstehende Vollendung zeige, dass die CDU Wort halte.

Moses wurde von den Mitgliedern im Amt bestätigt, aber zehn Nein- von 35 abgegebenen Stimmen musste der langjährige Vorsitzende schlucken – einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben. Mit 30 von 34 abgegebenen Stimmen wurde Uwe Kraft als Stellvertreter gewählt, ebenso Corinna Bosch mit 25 Stimmen im gleichen Wahlgang. Kraft rückte damit für Jürgen Strempel nach, der nicht mehr kandidierte. Auch Schriftführer Norbert Friedrich kassierte zehn Nein-Stimmen, wurde dennoch mit ausreichender Mehrheit gewählt. Das beste Ergebnis erzielte an diesem Abend Petra Pippinger, die mit 34 von 35 Stimmen als Schatzmeisterin wiedergewählt wurde. 30 bis 35 Stimmen erreichten jeweils die sechs zu wählenden Beisitzer: Susanne Emrich, Gerhard Hauk, Reiner Markloff, Dr. Dr. Dieter Selzer, Birger Strutz sowie Lars von Borstel.

Auch Uwe Kraft berichtete der Versammlung – vorläufig zum letzten Mal als Fraktionsvorsitzender (wir berichteten). Trotz unterschiedlicher Meinungen sei die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen immer kollegial gewesen. „Uns ist es gelungen, nach außen als Einheit zu wirken, denn wie soll man auch Probleme lösen, wenn man zerstritten ist“, sagte er für seine Partei. Enttäuscht äußerte er sich jedoch zu der Art und Weise, wie er dazu genötigt wurde, nach 39 Jahren auf eine weitere Amtsperiode als Stadtverordneter zu verzichten. „Ich hätte die 40 Jahre gerne voll gemacht, und ich hätte mir gewünscht, dass diejenigen, die Probleme mit meiner gleichzeitigen Funktion als Erster Kreisbeigeordneter hatten, dies offen angesprochen hätten“, sagte er.

„Wer Skandale haben will, ist in Neu-Anspach fehl am Platz“, sagte Holger Bellino, der der Versammlung als Stadtverordnetenvorsteher berichtete. In Neu-Anspach zähle das an der Sache orientierte Arbeiten: „Wir gehen nie in eine Diskussion mit der Einstellung, dass wir die absolute Wahrheit haben, sondern mit der Einstellung, der andere könnte recht haben.“ Er wünsche sich, dass sich dies auch nach der Kommunalwahl fortsetzt.

„Die Verabschiedung von Programmen und Ideen ist noch nicht die Realisierung derselben“, sagte Bürgermeister und CDU-Mitglied Klaus Hoffmann und rückte damit auch die Arbeit der Verwaltung sowie des Magistrats in den Fokus. In diesem Sinne dankte er Stadtrat Hartmut Henrici für sein großes Engagement bei der Planung und dem Bau der Heisterbachstraße. Sein Dank gebührte auch seiner ehrenamtlichen Vertreterin Luise Drescher-Barthel, die aus ihrem Amt ausscheiden wird.

Einen Bericht zur Verabschiedung der Kandidatenliste lesen Sie in unserer Montagsausgabe.

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