Mofa-Rennen

Die zehn Stunden von Le Mö, oder: Staub, Benzin und verbranntes Gummi

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Dröhnende Motorengeräusche drangen vom Sportplatz ins Dorf hinunter. Dichter Staub wirbelte auf und der Duft von Benzin lag in der Luft. Das konnte nur eins heißen: Le Mö, das Zehn-Stunden-Mofa-Rennen, war im vollen Lauf. Da waren harte Kerle gefragt – und die wurden gut gefordert.

Nach Le Mö ist immer sofort vor Le Mö. Wer einmal mitgemacht hat, den lässt das Rundenfieber nicht mehr los. Am Samstag drehten 24 Teams auf ihren kleinen Mofas ihre Runden um den Sportplatz. Und das zehn Stunden lang. Lediglich ein Frauen-Team mischte mit. Denn Le Mö ist nach wie vor fest in Männerhänden.

„Für uns ist das ein großer Spaß“, sagte Melanie, eine von zwei Frauen, die sich diese stundenlange Tortur auferlegten. „Nein, das ist gar nicht so schlimm“, erklärte sie. Leider sei die dritte Frau des Teams „Tussi on Bord“ krank geworden. Zu zweit die Runden drehen, bedeutete für die Mädels knallharte Arbeit. Die Platzierung war ihnen dabei völlig egal.

Anders die harten Kerle. „Unsere Jungs fahren voll auf Sieg“, erklärte die „Tussi on Bord“. Die Jungs, das waren die Teams „Ernsthäuser Bachwätz Kreidler“ und „Bachwätz Zündapp“.

Sobald nämlich das Frauen-Mofa zickte, waren die harten Mechaniker selbstverständlich für die Mädels da und bedienten das Klischee – aber im positiven Sin. „Unser Mofa-Club besteht schon sehr lange. Wir hatten nur lange Zeit kein Frauenteam am Start“, erklärte Melanie. Genau das änderten sie in diesem Jahr.

Es gab aber auch neue Teams. Und genau die fühlten sich stellenweise ein wenig überrumpelt. „Die alten Hasen drängen uns einfach von der Strecke, dabei gibt es doch genügend Geraden, wo überholt werden kann“, beklagte sich einer der neuen Fahrer, der eigentlich Spaß haben wollte an diesem Tag.

Er hatte nicht bedacht, dass die Teams knallhart um den Sieg kämpfen. Auch bei der Geschwindigkeitskontrolle kam es zu Beschwerden. Nicht etwa dass Kontrolleur Lars Börner das jeweilige Mofa falsch bewertete – der Profi wusste genau, auf was er achten musste. Vielmehr erwies sich das Prozedere als gefährdend.

Sobald eine Nummer gezeigt wurde, musste das so gekennzeichnete Mofa sofort am Kontrollpunkt rausfahren. Früher lauteten die Regularien, dass der aufgerufene Fahrer seine Runde beenden durfte und erst danach abbog.

Die Rennleitung hatte aber beschlossen, es müsse sofort geprüft werden. Und das wiederum veranlasste die Fahrer zu einer Vollbremsung, bei der der Hintermann dann in die brenzlige Situation geriet, aufzufahren.

Es gab aber auch positive Resonanz bei den Fahrern. Das Waschbrett, wie die aufeinanderfolgenden Unebenheiten in Rennfahrerfachkreisen genannt werden, gab es in diesem Jahr nicht.

Die Strecke sei gut präpariert, lobten die Fahrer. Und das schone Material und Mensch. Dennoch zeigten sich schon bald die Spuren des Rennens in den Fahrer-Gesichtern.

Aber das lag ausschließlich an den dichten Staubwolken, die wegen der langanhaltenden Trockenheit aufwirbelten. „Besser als der Schlamm, den es bei Regen gibt“, meinte einer der Fahrer, der im Fahrerlager auf seinen nächsten Einsatz wartete.

Die Jungs vom Team „Die Drei Hibbelische“ starteten mit der Nummer 19. Es war ihr dritter Start bei Le Mö, der sie automatisch zu „alten Hasen“ machte. „Wir haben noch gestern rumgeschraubt, um die perfekte Abstimmung hinzukriegen“, berichtete Markus Ißleib und freute sich schließlich über einen verdienten zehnten Platz.

Übrigens Sieger wurden die Jungs vom Team „Bachwätz Zündapp“. Auf Platz zwei fuhren sich „Dabbes und Co“. Und „Vollgas bis zum Kolbenfresser“ wurden Dritte.

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