Gesund durch gute Laune

Zeigen Sie Humor: Heute ist Weltlachtag!

  • Andreas Burger
    VonAndreas Burger
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Die Sprüche kennt jeder: Da lachen ja die Hühner. Oder gehen zum Lachen in den Keller. Lachen ist Medizin, verbindet Menschen und gibt Schwung. Heute ist Weltlachtag. Lachen wir mit!

Wenn Sie am Sonntag beim Frühstück über den Frühstückstisch blicken, dann lächeln sie den Partner an. Oder den Nachbarn. Denn es ist Weltlachtag. Ein Tag, der jährlich am ersten Sonntag im Mai begangen wird. Die Idee stammt aus der Yoga-Lachbewegung, die weltweit in über 6000 Lachclubs in mehr als 100 Ländern auf allen Kontinenten organisiert ist. Punkt 14 Uhr deutscher Zeit wird dabei in Europa gemeinsam für eine Minute gelacht. Gut, das Frühstück zieht sich dann etwas hin.

Was ist Lachen eigentlich? Der Diplom-Psychologe Dr. Rolf Merkle aus Mannheim hat das Phänomen untersucht und festgestellt: Kinder lachen 400 Mal am Tag. Erwachsene nur 15 Mal. Dabei hat Lachen eine positive Auswirkungen auf seelisches und körperliches Befinden. Lachen ist Aspirin für die Seele, so Merkle. Im Körper geschieht folgendes: Das Zwerchfell wird in Bewegung gesetzt und massiert; Leber, Galle, Milz, der Magen-Darm-Bereich werden durchgeknetet, die Verdauung wird gefördert. Der Puls wird beschleunigt und der Kreislauf angekurbelt, die Haut besser durchblutet.

Stress weglachen

Wer in Stress-Situationen lacht, verlangsamt den Ausstoß des Stresshormons Adrenalin und den Herzschlag, die Muskeln entkrampfen sich. Eine Minute Lachen wirkt so erfrischend und entspannend wie ein 45-minütiges Entspannungstraining. Und: Durch Lachen wird die Produktion von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Stoffen im Blut angekurbelt. Außerdem verbessert sich der Cholesterinspiegel.

Lachen ist zudem eine Art Anti-Aging – Lachen und Heiterkeit halten das Gesicht jung, da die Haut gestrafft und mit Sauerstoff versorgt wird. Worüber man lacht ist individuell. Mancher findet Jürgen von der Lippe zum Brüllen, andere flüchten bei ihm lieber. Also nicht die Laune verderben lassen, nur weil jemand den eigenen Humor nicht versteht.

Alles, aber auch alles, geht mit einem Schuss Humor leichter. Wer jemals einen Liebsten verloren hat, weiß, dass gerade in der Zeit der unendlichen Trauer ein meist nichtiger Anlass plötzlich die Stimmung löst. Nun steht natürlich niemand lachend am Grab, aber die Trauerzeit selbst wird gerade mit Freunden und einer Prise Ablenkung durch Humor leichter.

Übrigens: „Sich totlachen“ entbehrt jeder Grundlage. Der Lachforscher und Humanbiologe Professor Carsten Niemitz von der Uni Berlin: „Man kann zwar beim Lachen genauso sterben wie beim Zähneputzen, die Ursache für den Tod ist das aber nicht.“

Wir haben uns mal umgehört im Altkreis, wer denn als humorvoller Mensch, als Guter-Laune-Bär selbst die steinigsten Wege lächelnd beschreitet. Und wurden gleich von mehreren Stellen auf einen aufmerksam gemacht, der selbst im Interview den Vogel abschießt.

Spaß-Abteilung

Im wahrsten Sinn des Wortes. Die Rede ist von Frank Vogel aus dem Neu-Anspacher Rathaus, Leiter des Amtes für Sport, Familie und Kultur. „Eigentlich bin ich tatsächlich beständig gut gelaunt“, schmunzelt er. „Das Leben ist viel zu kurz, um schlecht gelaunt den Tag zu verbringen.“ Und selbst seine Krankheit lässt ihm das Lachen nicht vergehen. „Ich kann damit gut leben und krebse nicht nur rum.“ Okay, das ist dann echter Humor. Selbst die Mitarbeiter in seiner Abteilung steckt er an, was dem Team schon den Namen „Spaß-Abteilung“ eingebracht hat.

Nein, natürlich kann er auch ernst, aber nur kurz. Denn Ärger kennt jeder, und der muss irgendwie raus. „Aber bei mir ist’s der Sport, der den Ausgleich schafft.“ Problematische Situationen, die nicht mit Humor zu lösen sind, sind’s nur wenige und wenn, dann kurz. „Sache klären und dann wieder lachen. Humor ist die beste Basis, um Menschen für sich zu gewinnen.“ Und wenn jemand nun so überhaupt keinen Humor hat? „Diese Leute gehören nicht zu meinem Bekanntenkreis. Natürlich habe ich im Job Situationen mit Personen, die zum Lachen in den Keller gehen, aber das wird eben auch erledigt. Lächeln kann man immer.“ Humor sei ein Türöffner.

Ist ihm schon mal das Lachen vergangen? „Ja“, erinnert er sich (schmunzelnd). Als es um das Sorgerecht für ein Kind ging und mir der Vater eine Pistole an den Kopf hielt.“

Nicht ernst genommen

Am liebsten lacht er über sich selbst, was aber auch Probleme bereiten kann. Denn gut gelaunte Menschen werden ab und an nicht ernst genommen. „Da wird dann mal eben lächelnd durchgegriffen.“

Und dann kommt’s: „Ich möchte, dass sich die Menschen mal lächelnd an mich erinnern. Sich an eine gute Zeit erinnern.“ Na ja, Frank. Das sind noch viele Jahre.

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