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Erster Beigeordneter Hartmut Müller (links) und Michael Heuser vom Bauamt mit den Plänen für die Erneuerung der Weilberg- und der Altkönigstraße.

Anwohner tragen Kosten

Zwei Straßen in Oberreifenberg werden komplett saniert

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Dass sie für die Straßensanierung zur Kasse gebeten werden sollen, schmeckt den Anliegern der Altkönig- und Weilbergstraße nicht. Doch die Maßnahme wird auf jeden Fall umgesetzt. Inzwischen liegen auch die geschätzten Kosten auf dem Tisch. Widerspruch gegen den Gebührenbescheid steht jedem frei.

„Das war eine Anliegerversammlung, wie man sie sich wünscht“, berichtete Erster Beigeordneter Hartmut Müller (CDU). Viele Bürger in der Weilberg- und der Altkönigstraße in Oberreifenberg sind dagegen, dass ihre Straße teurer als nötig wird. Sie zahlen nämlich kräftig mit.

Bisher war vieles Spekulation. In der vergangenen Woche hat Müller zusammen mit Mitarbeitern aus dem Bauamt und Vertretern der beauftragten Ingenieur- und Beratungsbüros die Anlieger aus erster Hand über die geschätzten Kosten und den Ablauf informiert und viele Fragen beantwortet. Klare Ansage von Müller: „Erschlossen wird auf jeden Fall.“ Im Pressegespräch mit Michael Heuser vom Schmittener Bauamt versichert der Interims-Verwaltungschef: „Wir haben alles korrekt abgearbeitet.“

Seit die Gemeindevertretung 2014 den Straßenprioritätenplan bis 2021 aufgestellt hat, wurden die einzelnen Maßnahmen nach und nach auf den Weg gebracht. „Die betroffenen Anlieger werden frühzeitig und vor allem mehrmals informiert“, so Müller. Dass die Altkönig- und die Weilbergstraße im kommenden Jahr dran sind, wissen die Bürger. Aber sie interessiert vor allem, was sie bezahlen müssen.

Die Planung mit den geschätzten Kosten und wie diese verteilt werden, zeigten David Brunner vom Ingenieurbüro für Tiefbauplanung und Erich Bauer vom Planungsbüro für Städtebau. Die zu erwartenden Baukosten für die erstmalige Erschließung der beiden Straßen liegt bei

830 000 Euro

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Die Kosten für Wasser- und Kanalleitungen sind mit Ausnahme der Hausanschlüsse Sache der Gemeinde. Die zahlt für beide Straßen rund 302 000 Euro. Beim eigentlichen Straßenbau und der Beleuchtung sind die Anlieger mit 90 Prozent dabei. Dass die Straße asphaltiert ist und Straßenlampen brennen, ist laut Müller auf eine Privatinitiative zurückzuführen.

Nun also die Vollerschließung. Der Unterbau sowie Grob- und Feinschicht werden nach den gültigen Normen umgesetzt, so Müller. Teuer ist im steilen Gefälle die Entwässerung. Dort wo die bisherigen Laternen stehen bleiben, wird der alte Preis in Rechnung gestellt, nur zusätzliche neue Lampen werden nach aktuellen Preisen berechnet. Die umlagefähigen Kosten betragen in der Altkönigstraße 26,47 Euro pro Quadratmeter und in der Weilbergstraße 17,70 Euro. Je nach Grundstücksgröße wird das richtig teuer.

„Wir hätten mit der Straße, so wie sie ist, weiter leben können“, sagte Dr. Werner Templin im Namen der Anlieger gegenüber dieser Zeitung. Mit 12 000 bis 15 000 Euro seien die Grundstückseigentümer durchschnittlich dabei.

Besitzer von Eckgrundstücken müssen richtig tief in die Tasche greifen. „Begeistert ist keiner“, so Dr. Templin. Er versäumte aber nicht auf günstigere Reparaturmöglichkeiten wie in Rednitzhembach hinzuweisen. „Der Ausbau wird wie geplant kommen und es steht jedem frei Widerspruch gegen den Gebührenbescheid einzulegen“, meinte Müller.

Die Anlieger haben schon jetzt einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht damit beauftragt, die laut Dr. Templin „juristisch sehr spitzfindige Situation“ zu bewerten. Es gebe noch Anlieger, die ihre Belege von bereits bezahlten Erschließungsbeiträgen aufgehoben haben. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir immer wieder öffentlichen Druck aufbauen, denn nach uns ist die Hegewiese dran und der Haidgesweg und die Bürger haben das gleiche Problem.“

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