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Symbolbild: Die Bundesstraße 456 wird in diesem Frühjahr zeitweise zur Baustelle.

Nordost-Umgehung Usingen

Bundesstraße 456 wird im Frühjahr zur Baustelle

Auf der geplanten Trasse für die Nordost-Umgehung Usingen lässt Hessen Mobil Bodenproben entnehmen. Davon ist auch noch die Bundesstraße zwischen Wehrheim und Usingen betroffen.

Usingen/Wehrheim - Hessen Mobil lässt seit einigen Wochen die Bodenbeschaffenheit auf der geplanten Trasse Nordost-Umgehung Usingen erkunden. Die Bundesstraße 456 wird wegen diesen Erkundungsarbeiten in diesem Frühjahr zeitweise zur Baustelle. Betroffen ist der Abschnitt hinter der Kreuzung der B 456 am Oberloh, wo die neue von der alten Bundesstraße abzweigen wird. "Acht Bohrungen sollen dort durchgeführt werden", sagt Andreas Mehring, Sprecher von Hessen Mobil, "dies soll im Frühjahr unter halbseitiger Sperrung der B 456 erfolgen. Es wird hier nur noch auf die entsprechende verkehrsbehördliche Anordnung gewartet". In dieser Anordnung stehe dann, für wie lange die Strecke gesperrt werde und wo die Umleitung verlaufe.

"Erst wenn die Ergebnisse der Bohrungen vorliegen, wird klar sein, ob die Trasse wie geplant überhaupt gebaut werden könnte", teilte jüngst der Vorsitzende der Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Usinger Landschaft (IZEDUL), Norbert Gerhardt, mit. Diese Annahme ist laut Hessen Mobil aber falsch. "Die Bohrungen dienen nicht dazu zu entscheiden, ob die Ortsumgehung gebaut wird, sondern wie. Diese sind insbesondere für die Frage der Gründung der Bauwerke wichtig, zum Beispiel ob eine Flachgründung oder eine Gründung auf Bohrpfählen erfolgen muss", teilt Mehring mit.

245 Einwände

Bis Ende Juni vergangenen Jahres lagen die Pläne für die Nordost-Umgehung in Usingen offen. Bis dahin konnten die Bürger, aber auch Kommunen und Behörden Einwände abgeben und diese Möglichkeit wurde rege genutzt. Es liegen rund 245 Einwände bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil vor.

Diese Zahl kennen auch Gerhardt und Bürgermeister Steffen Wernard (CDU). Wernard ergänzt noch, dass es sich "um sehr unterschiedliche, nicht gleichlautende Einwände" handele.

Unterschiedliche Auffassungen zwischen Bürgermeister und der Interessengemeinschaft herrschen bei der Frage, wie lange es durch Hessen Mobil dauern wird, diese 245 Einwendungen zu bearbeiten. "Bei dem letzten Planungsverfahren war eine vergleichbar hohe Zahl an Einwendungen eingegangen. Drei Jahre lang hatte es gedauert, bis Hessen Mobil - wie gesetzlich vorgeschrieben - alle einzeln beantwortet hatte", schreibt der Verein.

Bis zur Sommerpause

Wernard wiederum sagt: "Wir gehen davon aus, dass die Einwände bis zur Sommerpause, also bis zum 1. Juli, abgearbeitet sein werden. Das heißt: Jeder bekommt bis dahin eine Antwort."

Diesen Zeitpunkt bestätigt wiederum das Regierungspräsidium in Darmstadt (RP) nicht. "Alle Einwendungen liegen nun bei Vorhabensträger Hessen Mobil, der zu diesen eine sogenannte Erwiderung erarbeitet", sagte RP-Sprecher Dieter Ohl auf Anfrage dieser Zeitung. "Erst wenn Hessen Mobil wieder auf uns zukommt und mitteilt, dass sie alle Punkte abgearbeitet hat und wir dies dann auch geprüft haben, können wir einen Erörterungstermin ansetzen", so Ohl.

IZEDUL hat eine eigene Interpretation: Obwohl die Stadt Usingen den Erörterungstermin bereits für Ende 2019 in Aussicht gestellt habe, sieht das RP diesen nicht mehr in diesem Jahr, so Gerhardt, der sich auf Auskünfte des RPs bezieht.

von Nina Fachinger

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