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Das Birkenhof-Pärchen bei Neu-Anspach ist ein wahrer Blickfang. Langsam erholt sich die Population der Störche wieder, auch in den Usinger Auen wurden bereits Vögel gesichtet.

Störche

Weißstörche: Birkenhof-Pärchen sorgt sich rührend um seinen Nachwuchs

Störche halten vermehrt Einzug im Usinger Land. Das Birkenhof-Pärchen etwa hat auch in diesem Jahr wieder für Nachwuchs gesorgt, die HGON besuchte sie auf einer geführten Wanderung.

Usinger Land - Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) bietet alleine oder mit anderen Naturschutzvereinen zahlreiche naturkundliche vor allem vogelkundliche Wanderungen und Exkursionen mit mehr oder weniger speziellen Themen an. Eine der Führungen im Usinger Land fand jüngst über das Gelände der Rhein-Main-Deponie statt und eröffnete den Teilnehmer interessante Einblicke in die wieder zurückgekehrte Natur über den Müllbergen vergangener Jahrzehnte, wobei auch hier die Vogelwelt den Schwerpunkt bildete.

Dennoch, für alles was am Wegrand wächst, fleucht und kreucht, haben die Naturfreunde einen Blick übrig. Sei es für ein seltenes Gewächs oder einen selten gesehenen Schmetterling.

Abstand halten

So war es auch bei der jüngst angebotenen Führung der HGON unter Leitung von Anette Reinhard. Der Weg führte vom Treffpunkt an der Talmühle zum Birkenhof, der etwa halbe Höhe am Südhang der Wacht liegt. Jenem Höhenzug, der das Usa- vom Erlenbachtal scheidet. Von hier hat man einen schönen Blick über das Erlenbachtal hinweg auf die Taunushöhen.

Einen noch besseren Ausblick haben die Vögel, die diesmal im Fokus der Vogelkundler standen. Ein Weißstorchpärchen mit seiner Brut residiert gut 20 Meter über den Wiesen und Feldern auf einem Stromleitungsmast. Sie mögen auch die Wandergruppe erspäht haben, die vom Talhof über die Launhardts-Mühle den Weg zur Wacht heraufkamen, aber in stoischer Ruhe und sicherer Höhe verfolgten sie das Geschehen unter ihnen und rund um den Reiterhof, auf dessen Gelände der Mast steht.

Bis dorthin rückten die Vogelkundler vor, aber so dicht braucht eigentlich keiner an den Mast heranzugehen. Es sei denn er möchte unter die Lupe nehmen, was die Bewohner oben so aus dem Nest werfen. Aus einem gewissen Abstand lässt sich das Paar auch sehr gut beobachten, etwa noch weiter hangaufwärts - und welcher Vogelbeobachter ist schon ohne Fernglas unterwegs?

Anette Reinhard erläuterte die Familienverhältnisse im Storchennest und was die Familie sonst so treibt. Vermutlich ist das Paar dasselbe, das schon seit Jahren den Horst bewohnt, mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Männchen aber der Platzhirsch auf der Wacht. Man erkennt den erwachsenen Vogel an seinem roten Schnabel, während die jungen nur Grünschnäbel im übertragenen Sinne sind, denn ihre Schnäbel sind zunächst noch dunkel bis schwarz. Die Eltern sind derzeit meist damit beschäftigt, Futter für die beiden Jungen heranzuschaffen.

Sie stehen auf Insekten, Frösche, aber auch auf Mäuse, Eidechsen oder Schlangen. Seit vier Jahren seien die Weißstörche hier wieder heimisch, und die Birkenhof-Familie sei die einzige derzeit im Hochtaunuskreis, so Reinhard. In den vergangenen Jahren konnten die Eltern und Jungstörche oft auf den Wiesen des Eisenbachs, des Häuserbachs und Arnsbachs auf Futtersuche beobachtet werden. Aber so weit ist der jüngste Nachwuchs noch nicht.

Population wächst

Die Weißstörche werden im Volksmund auch Klapperstörche genannt, weil sie sich mit Klappern der Schnäbel verständigen - und das mit dem Anfliegen der Babys hält sich auch hartnäckig.

Einst vom Aussterben bedroht, hat sich die Population wieder erholt. Und wenn der Weißstorch sich hierzulande noch rar macht, in der Wetterau sei er inzwischen häufig anzutreffen, erklärte Reinhard. Dort sei das Nahrungsangebot offensichtlich größer. Weißstörche benötigen täglich etwa ein Siebtel ihres Körpergewichts an Nahrung, was etwa 500 Gramm entspricht und benötigen entsprechend große Flächen. Sie sind Zugvögel, die aus ihren Sommerquartieren in Europa bis zu ihren Winterquartieren in Afrika Tausende Kilometer weit fliegen und immer wieder zu ihrem Brutplatz zurückfinden.

VON FRANK SALTENBERGER

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