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Ungesichert ist nur eines sicher: Die ungebetenen Besucher kommen rein.

Diebe kommen zu jeder Tageszeit

Zahl der Delikte steigt im Unsinger Land leicht an

Es kann jeden treffen. Und längst kommen Einbrecher nicht mehr nur nachts. Und: Es kommt weniger auf die moderne Alarmanlage an, sondern auf viele Kleinigkeiten: Wo steht die eigene Leiter, welcher Teil des Hauses liegt im nicht einsehbaren Schatten und wie heißen überhaupt die Nachbarn? Nicole Meier von der polizeilichen Beratungsstelle und Michael Greulich vom Einbruchskommissariat geben Tipps.

Usingen - Sie sehen harmlos und vor allen Dingen schmal aus, die Gitterroste, die über Kellerlichtschächten liegen, doch auch durch solche engen Schächte passt so mancher Einbrecher. "Jede Öffnung, die größer als 20 Mal 40 Zentimeter ist, kann überwunden werden. Einbrecher sind häufig sportliche Typen", sagt Polizeihauptkommissarin Nicole Meier, Ansprechpartnerin der polizeilichen Beratungsstelle, Saalburgstraße 116, in Bad Homburg.

Welche Gitterroste am besten geeignet sind, erfahren Interessierte entweder im Internet unter www.k-einbruch.de oder direkt bei Nicole Meier. Sie ist unter diesen beiden Nummern erreichbar: (0 61 72) 12 02 50 oder 12 02 51.

Keine Hilfen bieten

Meier hat schon viel gesehen und erlebt, was das Thema Einbrüche betrifft. Täter klingelten auch gerne Sturm, so geschehen bei einem Senior in einem Einfamilienhaus im Hochtaunuskreis. "Er hatte sein Essen auf Rädern bereits bekommen, als jemand Sturm klingelte. Daher entschied er sich dagegen, die Tür zu öffnen, plötzlich hörte er ein lautes Knacken und die Tür sprang auf . . ."

"Das Ziel sollte es sein, den Täter so lange wie möglich vor dem Haus aufzuhalten. Drei bis fünf Minuten sollten Einbruchsicherungen Stand halten, dann ist der Täter weg", so Meier. Dabei müsse man jedoch zwischen den Gelegenheitstätern und den Profis unterscheiden, denn die Profis geben auch nach fünf Minuten noch nicht auf. Sie können auch Alarmanlagen überwinden, indem sie etwa übers Dach ins Haus steigen.

Doch wie sichere ich mein Haus richtig? Die Polizistin gibt Tipps: Alles, was sich öffnen lässt, sichern. Aber auch Mülltonnen, Gartenstühle, Tische, Leitern, aber auch Dachrinnen und Fallrohre eigenen sich, um als Einbrecher in die oberen Haus-Etagen zu gelangen.

"Die Nebeneingangstür muss besser gesichert sein als die Haupttür", sagt Meier. Eine Sperrholztür, die nur über ein Glaselement mit Drahtglas gesichert sei, reiche etwa nicht aus.

Über 50 Prozent Versuche

Hauptsächlich werden aber Terrassentüren aufgebrochen. Sie liegen oft auf der Haus-Hinterseite und sind nicht von der Straße aus einsehbar und noch gut vor Blicken durch Hecken geschützt. Und was ist mit dem Rollladen, der ja obligatorisch im Sommer oder im Urlaub heruntergelassen wird? "Die Sicherung des Fensters ist wichtiger als der geschlossene Rollladen. Sie müssen so gut wie möglich halten."

Die Zahl der Einbrüche ist im Usinger Land 2018 im Vergleich zu 2017 leicht gestiegen (Lesen Sie auch beistehenden Text), doch über 50 Prozent seien Versuchsstraftaten, das spreche dafür, dass die Häuser im Hochtaunuskreis schon ziemlich gut vor Einbrechern geschützt sind, so Kriminalhauptkommissar Michael Greulich. "Richtig erfolgreich sind wir, wenn wir Hinweise aus der Bevölkerung bekommen", sagt Greulich und ergänzt: "Leider melden sich Betroffenen erst nach dem Einbruch, dann ist es zu spät".

Die Polizei unterscheidet zwischen einfachem Diebstahl aus Wohnungen und schwerem Diebstahl. Der Unterschied liegt vereinfacht gesagt darin, ob die Täter sehr schnell und ohne größere Schäden anzurichten, ins Hausinnere gelangt sind, zum Beispiel durch ein offenes Fenster, oder nicht.

In allen Usinger-Land-Kommunen ist die Zahl der schweren Diebstähle aus Wohnungen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 angestiegen. Das ist der polizeilichen Kriminalstatistik 2018 zu entnehmen. In Usingen gab es 29 Fälle (24 in 2017), die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 37,9 Prozent. In Neu-Anspach hat die Polizei 42 schwere Diebstähle in/aus Wohnungen für 2018 registriert (35 in 2017). Die Aufklärungsquote betrug 38,1 Prozent.

In Wehrheim gab es im vergangenen Jahr 26 Fälle (24 in 2017), 25 Prozent konnten aufgeklärt werden. In Schmitten waren es 28 Einbrüche in Wohnungen oder Häuser (14 in 2017), jedoch konnte mehr als die Hälfte, 57,1 Prozent, aufgeklärt werden.

In Weilrod zeigt die Statistik acht Mal "schweren Diebstahl in/aus Wohnungen" an (vier in 2017). Die Aufklärungsquote betrug 12,5 Prozent. In Grävenwiesbach war die Zahl am niedrigsten, dort sind im vergangenen Jahr nur fünf schwere Diebstähle angezeigt worden (sechs in 2017), jedoch wurde auch nur in 20 Prozent der Fälle der oder die Täter gefunden.

Gute Nachbarschaft - auf Gegenseitigkeit -, die ein waches Auge haben oder der Hund im Haus können schon gute Hilfen gegen Diebe sein. Denn Bellen erschreckt meist jeden Einbrecher. nni

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