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In Usingen wird auf absehbare Zeit keine Zulassung möglich sein, denn das Großraumbüro ist für Hygienemaßnahmen ungeeignet, wie der Kreis betont.

Hochtaunuskreis

Usingen: Zulassungszweigstelle kämpft mit Platzproblemen

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Autofahrer müssen weiterhin nach Bad Homburg, um ein neues Auto anzumelden. Der Grund: In Usingen muss das Großraumbüro der Zweigstelle geschlossen bleiben.

Hochtaunuskreis - Der Ärger nimmt deutlich zu. Nicht nur über die weiter geltenden Beschränkungen. Inzwischen sind viele Stimmen zu hören, die Unverständnis über das Verhalten der Behörden zeigen. Und mehrmals wurde bereits die Frage an die TZ gerichtet, warum denn jeder einkaufen könne, aber niemand ins Rathaus komme - oder nur mit Anmeldung - oder die Zulassungsstelle noch immer geschlossen sei.

Gerade Letzteres ist für Privatkunden ein großes Ärgernis. Seit Corona müssen alle Kunden nach Bad Homburg. Nur: Dort ist ein kurzfristiges Anliegen seit Wochen nicht mehr zu erledigen, Wartezeiten bis zur vier Wochen sind keine Ausnahme mehr.

Termine erst in vier Wochen

Der Grund ist einfach, wie die Kreis-Sprecherin Andrea Herzig betonte. "Natürlich bekommt der Kunde den nächsten freien Termin, aber das kann tatsächlich derzeit drei bis vier Wochen dauern." Und auch überhaupt einen Termin zu bekommen, ist schon mit viel Geduld verbunden. "Wir sind weiter telefonisch erreichbar, aber das ist ein Problem, denn der Terminservice ist bei über 200 Anrufen pro Tag (nur Privatkunden) oft besetzt, zusätzlich gehen plus 50 bis 70 Mails pro Tag ein. Die Zulassung Bad Homburg ist absolut ausgelastet."

Der Grund ist aber nicht nur die Pandemie, sondern die Kombination aus Krankheit und Jahreszeit. Herzig: "Seit kurzem sind die Autohäuser wieder geöffnet, das komplette Frühjahrsgeschäft verlagert sich auf jetzt, sonst startet es vor Ostern. Aber es stimmt natürlich nicht, dass nur Händler schnell Termine bekommen. Privatleute stehen nicht mit Händlern in Termin-Konkurrenz, das sind zwei völlig unterschiedliche Geschäftsfelder und Abläufe. Die Zulassungsdienste arbeiten kontaktlos, geben ihre Unterlagen ab, die dann bearbeitet werden. Das sind 150 bis 200 Vorgänge pro Tag, nicht nur Zulassungen, auch Ummeldungen und anderes."

Durchlauf halbiert

Die schlechte Nachricht: Die Außenstelle Usingen bleibt bis auf weiteres geschlossen. "Der Kreis kann dort nicht genügend Abstand zwischen den Mitarbeitern garantieren, die Situation in einem Großraumbüro lässt das nicht zu. Die Usinger Mitarbeiter arbeiten in Bad Homburg."

Allerdings könne man mit Schutzmaßnahmen und Termingeschäft nicht so viele Kunden durchschleusen, wie im Laufbetrieb. "Jetzt sind es maximal 80 Kunden pro Tag, sonst das Doppelte. Zwei Mitarbeiter sind zudem geblockt durch den Telefondienst und einen Hol- und Bringdienst der Kunden vom BIS-Eingang zu den Mitarbeitern."

Die Situation wird sich also so lange nicht ändern, bis die Pandemie im Griff ist. Und die Beschränkungen auch für öffentliche Gebäude gelockert werden können. "Derzeit arbeiten in der Zulassungsstelle 22 Mitarbeiter in der Zulassung, inklusive Backoffice und Händlerschalter. Aufgrund der Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen könne nur eine bestimmte Anzahl von Personen das Gebäude betreten und sich gleichzeitig in der Behörde aufhalten. Da die Bearbeitung eine bestimmte Zeit in Anspruch nimmt, ist die Anzahl der Privatkunden an den Privatkundenschaltern auf die oben genannten maximal achtzig pro Tag begrenzt", sagte Herzig.

Dieses Kundenpotenzial werde derzeit vollständig ausgeschöpft. "Ohne Termine kann man viel mehr Kunden durchschleusen, weil manche Vorgänge schneller, andere langsamer abgewickelt werden."

Erreichbarkeit in den Rathäusern

Alternativ können die Dienste von Zulassungsdiensten in Anspruch genommen werden, die am Händlerverfahren des Händlerschalters teilnehmen. So kann man innerhalb von wenigen Tagen eine Zulassung erhalten. Die Zulassung geht auch online, der entsprechende Link dazu steht auf der Homepage des Kreises.

In einer ähnlichen Situation befinden sich auch viele Rathäuser. Denn dort sind die Mitarbeiterzahlen ausgedünnt, da die Abstandsregeln sonst nicht eingehalten werden können, viele sind im Homeoffice und Schichtdienst. Und gerade in kleineren Kommunen wäre durch die räumlichen Vorgaben der Kontakt zum Kunden nur schwer möglich. Immerhin sind inzwischen auf den verschiedenen Ämtern wieder Termine nach einer telefonischen Absprache möglich. Von Andreas Burger

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