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Liebenswerter Taunus: "Einen Schatz vor Augen"

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Von: Henning Schenckenberg

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USINGEN - (hs). Was macht den Taunus eigentlich so liebenswert? Wir haben uns ein bisschen umgehört. Im nächsten Teil der kleinen Serie kommt der Usinger Christof Demuth zu Wort. Er ist Vorsitzender des Cransberger Oldtimer Clubs.

Was macht den Taunus so liebenswert?

Demuth: Zu jeder Tag und Nachtzeit ist er schön anzusehen, zu riechen und zu fühlen. Im Winter bei Eis und Schnee, im Frühling, wenn der Taunus erwacht, er wieder anfängt zu grünen und zu blühen, im Sommer, wenn der Wald schön grün ist, die Felder und Gräser eher beige, was an dem heißen Sommer liegt. Im Herbst, wenn sich der Wald verfärbt und alle Blätter zum Leuchten bringt. Auch bei allen Wettern, ich sehe und erlebe ihn immer neu, da er für mich Wohnort und Arbeitsplatz ist.

Und was macht ihn für Sie lebenswert?

Der Taunus hat im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen einen Waldanteil von 50 Prozent. Viele kleine Ortschaften liegen direkt im Wald, was ihn sehr lebenswert macht. Von Pfaffenwiesbach aus, als Beispiel, am Wanderparkplatz geht der Blick Richtung Kransberg. Von hier sieht man die Kirche umgeben von Wald, ein toller Blick. Das liegt daran, dass die Kransberger Kirche etwas erhöht auf einem Felsen ruht, so treten die Häuser drum herum nicht in Erscheinung. Der Wald kühlt die Umgebung ab. Vor allem bei der Wärme von über 30 Grad am Tag. Und er gibt vielen Tieren Schutz und zieht diese auch an. Obwohl wir mit im Dorf wohnen, sind jeden Tag viele Vögel unterwegs. Rehe stehen im Garten, Eidechsen kühlen sich an den Felswänden im Hof. Der Wald im Taunus ist einfach toll. Es gibt viele Punkte im Taunus, wo ich den Wald ganz bewusst wahrnehme.

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz im Taunus?

Da gibt es einige: Wenn ich morgens bei Sonnenaufgang auf den Höhen des Taunus unterwegs bin. Aber auch der Berg hinter unserem Haus ist toll. Dort oben sitze ich gerne, um einfach mal die Ruhe zu genießen. Nebenbei hat man einen tollen Blick über unser Dorf Kransberg.

Was stört Sie am Taunus?

Dass der Hintertaunus oftmals bei Sehenswürdigkeiten nur kurz erwähnt wird. Die im Vordertaunus liegende Schlösser haben offenbar mehr Zuspruch. Dabei kann man hier im hinteren Taunus viel erleben und natürlich auch Einiges an Sehenswürdigkeiten erkunden. Kennen Sie den Garten der Versuchung in Neuweilnau? Oder die Quelle gegenüber des Kransberger Schlosses im Wald?

Was wünschen Sie sich für den Taunus?

Sanfter Tourismus und dass nicht die restlichen Felder zwischen Neu-Anspach und Usingen aus Geldgier zugebaut werden und die Umgehungsstraße Usingen nicht zerteilt. Die Politik sollte sich bewusste werden, welchen Schatz sie vor Augen hat. Die Gäste, Besucher und hier lebenden Menschen sowie Politiker, die an der Entwicklung des Mittelgebirges Taunus beteiligt sind, mögen sich an seiner Vielfalt erfreuen und diese auch bewahren. Und dass die alten Dorf-Geschichten weitergegeben werden. Denn es sind tolle Geschichten und es steht nicht alles in Geschichtsbüchern. Hier wird der Hintertaunus eher weniger erwähnt. Wer etwas über Kransberg und dessen Geschichte wissen möchte, kann sich gerne bei mir melden unter der E-Mail-Adresse coc2003@gmx.de.

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