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Dieses Team betreut seit diesem Jahr den neuen Standesamtsbezirk: Die Standesbeamtinnen Carolin Schneider und Anette Schaub (von links), Leistungsbereichsleiter Mathias Schnorr sowie die Standesbeamtinnen Kirstin Schmidt und Christina Feix.

Usinger Land

Bereits 44 Paare werden dieses Jahr im Hessenpark heiraten

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Bei der nach eigenen Angaben größten Hochzeitsmesse in Deutschland, „Trau Dich“ in Frankfurt, war in diesem Monat auch der Hessenpark mit einem Stand vertreten – er ist zugleich das beliebteste Standesamt im Usinger Land, in dem sich Paare das Jawort geben. Ins Freilichtmuseum zieht es viele Großstädter.

Usinger Land - Die ersten Termine für dieses Hochzeitsjahr sind bereits vergeben. Seit dem 1. Januar werden die Aufgaben im Bereich des Standesamts von Usingen, Neu-Anspach, Schmitten und Grävenwiesbach zentral im Rathaus in Neu-Anspach bearbeitet. Usingen und Neu-Anspach haben bereits kooperiert, Schmitten und Grävenwiesbach wurden neu eingegliedert in den Standesamtsbezirk Neu-Anspach / Usingen (siehe Info-Box). Er ist für 44 000 Bürger des Usinger Landes zuständig.

91 Termine hat das neue Standesamt seit November bereits vergeben. Unangefochtener Spitzenreiter unter den Trau-Orten ist das Freilichtmuseum Hessenpark mit insgesamt 44 Terminen. Standesbeamtin Christina Feix weiß, dass mehr Auswärtige, genau 36 Paare, als Einheimische diese Möglichkeit nutzen.

Die ländliche Idylle zieht vor allen Dingen Menschen aus der Großstadt Frankfurt an. „Ich hatte in dieser Woche allein zwei Anrufe von Paaren, die den Hessenpark-Stand auf der Hochzeitsmesse ,Trau Dich‘ besucht und sich nun für eine Hochzeit dort entschieden haben“, so Feix. Die Standesbeamtin weiß, warum Menschen den Hessenpark zum Heiraten auswählen: „Vielen ist er aus ihrer Schulzeit ein Begriff, wo man Ausflüge dorthin gemacht hat, und viele suchen auch einen anderen Ort, als das klassische Trauzimmer. Der Hessenpark ist auch sehr beliebt, weil man dort feiern kann“, sagt Feix. Zum Beispiel im Hotel Adler, im Gewölbekeller und in den beiden Scheunen.

Das Ambiente

Dicht gefolgt auf den Hessenpark kommt die Hugenottenkirche in Usingen mit insgesamt 34 Termine für Trauungen in diesem Jahr (darunter sind 24 „eigene Paare“ und zehn auswärtige). Auf Platz drei der beliebtesten Hochzeitsorte ist das Rathaus in Neu-Anspach mit elf Paaren.

Doch zum Feiern nach der Trauung können Paare in der Hugenottenkirche – die übrigens Platz für 100 Personen bietet, 50 mehr als im Hessenpark – nicht bleiben. Denn das Kulturzentrum ist kulturellen beziehungsweise politischen Veranstaltungen vorbehalten. Dass Brautpaare auch noch in Usingen zum Essen bleiben, sei daher wahrscheinlich eher die Ausnahme. Doch das ist nur eine Vermutung der Standesbeamtin, denn eine Beratung bei der Suche nach einer Location für die anschließende Feier gehört nicht zu ihrem Job.

In Schmitten und Grävenwiesbach ist die Zahl der angemeldeten standesamtlichen Trauungen in diesem Jahr noch überschaubar: Im Schmittener Rathaus wollen zwei Paare aus dem Usinger Land heiraten, und noch keine Anmeldungen gibt es für eine Hochzeit im Rathaus von Grävenwiesbach.

Doch die Standesbeamtin weiß, dass sich das noch ändern kann. „Menschen, die sich ab Oktober trauen lassen möchten, kommen in der Regel erst im Sommer zu uns. Der Dezember ist generell noch ein starker Hochzeitsmonat“, sagt Feix.

34 Samstage Dienst

Aber die Hauptsaison ist natürlich zwischen Mai und September – in diesen fünf Monaten findet fast jeden Samstag eine Trauung statt. Wochenend-Arbeit gehört für Feix und ihre drei Kolleginnen Carolin Schneider, Anette Schaub und Kirstin Schmidt dazu – 34 Samstage Dienst. Nicht nur die Standesbeamtinnen trauen Menschen im Usinger Land, sondern auch die Bürgermeister des neuen Standesamtsbezirks.

Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) hat den entsprechenden Lehrgang bereits vor einigen Jahren absolviert, das Gleiche gilt für Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel (CDU). Neu-Anspachs Rathauschef Thomas Pauli (SPD) will sich noch zum Standesbeamten weiterbilden – nur Marcus Kinkel (parteilos) überlässt bisher dieses Metier lieber anderen. „Eine Trauung übernehmen die Bürgermeister nur dann, wenn sie gefragt werden“, sagt Feix.

Es gibt übrigens noch zwei Trau-Orte: der Rittersaal auf Schloss Kransberg und das Trauzimmer im Feldberghof auf dem Feldberg – theoretisch. Praktisch sind beide momentan wegen Sanierungsarbeiten beziehungsweise General-Renovierung geschlossen. Feix berichtet, dass sich das Trauzimmer auf dem Schloss früher großer Beliebtheit erfreute. Dort fanden in dem einen Jahr, in dem man dort heiraten konnte (2017), rund 26 Trauungen statt. Insbesondere der große Saal, in dem bis zu 120 Personen Platz fanden und wo man im Anschluss auch feiern konnte, sei attraktiv gewesen.

Info: Was sich geändert hat

Der neue Standesamtsbezirk Neu-Anspach / Usingen soll aus Sicht der beteiligten Kommunen (dazu zählen auch Schmitten und Grävenwiesbach) viele Vorteile mit sich bringen. Im Vertretungsfall stehen noch Fachleute bereit, die Krankheit und Urlaub abfedern können. Das sei in kleineren Kommunen nicht mehr der Fall gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Deshalb gibt’s auch Bestrebungen von Gemeinden, neben dem Standesamt auch das Ordnungsamt unters Dach von Usingen und Neu-Anspach einzufügen.

Für die Einwohner der beteiligten Kommunen ändert sich nicht viel. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, am jeweiligen Wohnort zu heiraten, lediglich die vorbereitenden Dinge wie die „Anmeldung der Eheschließung“ oder auch ein Trauvorgespräch muss im Rathaus Neu-Anspach erledigt werden.

Die Aufgaben im Standesamt (Beurkundung sämtlicher Personenstandsfälle wie Geburt, Eheschließung und Tod, die Anmeldung sowie Durchführung von Eheschließungen, das Aufnehmen von Namenserklärungen und das Ausstellen von Personenstandsurkunden aller Arten) werden jetzt von insgesamt vier Mitarbeiterinnen (zum Teil in Teilzeit) erledigt.

Die Standesbeamtinnen in der Zentrale in Neu-Anspach sind wie folgt zu erreichen:

Christina Feix, Telefon (0 60 81) 10 25 34 00, christina.feix@neu-anspach.de

Anette Schaub, 10 25 34 10, anette.schaub@neu-anspach.de

Kirstin Schmidt, 10 25 34 11, kirstin.schmidt@neu-anspach.de

Carolin Schneider (aus der Schmittener Gemeindeverwaltung), 10 25 34 12, carolin.schneider@neu-anspach.de nni

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