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Usinger Kitas gehen bis April in Normalbetrieb

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Usingen. Auf 19 Seiten weist die hessische Landesregierung die Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen an, wie künftig mit der Corona-Pandemie umzugehen ist. Und mitten im Textfluss findet sich dann die Passage, die für die Einrichtungen nach über zwei Jahren schwierigstem Jonglieren mit Kindern, Personal und Räumen ein Lichtstreif am Horizont bietet:

»Während die Betreuung grundsätzlich im Regelbetrieb erfolgt, kann die Rückkehr zur Betreuung in offenen und teiloffenen Konzepten entsprechend der organisatorischen und pädagogischen Erfordernisse schrittweise bis zum 2. April erfolgen. Die Betreuung der Kinder kann bis dahin ganz oder teilweise in konstanter Gruppenzusammensetzung erfolgen.«

Für den Leiter des Fachbereichs der Stadt Usingen, Reiner Greve, ist dies mehr als ein Satz, denn er bedeutet, dass nun alle Einrichtungen schrittweise wieder zum Normalbetrieb wechseln können. Können, denn: »Wir werden in den Kitas die Änderung nur gemeinsam mit den Elternbeiräten und in enger Absprache durchführen.«

Ende der hohen Ausfallzeiten

Damit endet der feste Gruppenbetrieb, Kinder und Personal können wieder gemischt werden. Was auch bedeutet, dass die bisherigen hohen Ausfallzeiten in der Betreuung endlich ein Ende haben, der »Normalbetrieb« möglich sein wird. Denn der flexible Einsatz vom Personal bedeutet auch, dass entstehende Lücken durch Rochaden gefüllt werden können. Und: Die Kinder sind wieder frei darin, welche Gruppen sie besuchen.

»Die Gruppentrennungen waren in den zurückliegenden Corona-Jahren ein hartes Brot für Kinder, Mitarbeiter und die Planung«, sagt Greve. »Wir haben bereits Kontakt mit den Elternbeiräten aufgenommen. Und es gibt kein einheitliches Meinungsbild dazu. Manche möchten sofort wieder zurück in die gewohnten Abläufe mit offenen Gruppen, andere sind noch zögerlich. Allerdings gehe ich davon aus, dass wir bis Ende März wieder überall im Normalbetrieb laufen.«

Das ist aber nicht die einzige positive Nachricht, was die Kinderbetreuung betrifft. Denn die Stadt hat nun vom Kreis den »Ergänzungsbericht zum Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 2019« erhalten. Sperriger Name, einfacher Inhalt. Denn das Rechnungsprüfungsamt nimmt sich in regelmäßigen Abständen Fachbereiche einer Kommune heraus und untersucht, ob rechtliche Vorgaben eingehalten und keine Steuergelder verschwendet werden. Das passiert zusätzlich zur Prüfung des eigentlichen Haushalts. Im Fall Usingens war dies nun die Kinderbetreuung.

Unter dem Strich steht: Besser geht’s kaum. Wörtlich: »Die Verwaltungsprozesse im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern in (städtischen) Tageseinrichtungen sind nach dem Ergebnis dieser Prüfung optimal. Im Durchschnitt hat die Stadt Usingen 2019 die vorhandenen Plätze in fünf von sieben Kitas mehr als ausgeschöpft.«

Personalbedarf weiter vorhanden

Das Lob geht auch Greve runter wie Öl. Dass es im Bericht - immerhin 44 Seiten - auch ab und an Kritik gibt, kann er verschmerzen, denn die betrifft den Stellenplan. »Im untersuchten Zeitraum wurde vom Land der Personalschlüssel deutlich erhöht. Und alle wissen, dass es auf dem Markt keine Erzieher gibt. Das wurden vom Rechnungsprüfungsamt so auch erkannt, allerdings haben wir im Schnitt immer den Personalschlüssel erreicht.«

Was nicht einfach ist, denn je nach Art der Betreuung - Inklusion, U 3 oder Ü 3 - ändert sich die Anzahl der Erzieherinnen für die betreute Gruppe. »Dass wir gerade die Gebühr der sehr aufwendigen U 3-Betreuung nicht wie andere Kommunen exorbitant teuer machen, wurde im Bericht lobend erwähnt. Was aber auch bedeutet, dass wir einen höheren Personalschlüssel haben - aber eben auch mehr Plätze in diesem Bereich bieten.« Das sei Folge guter Sozialpolitik.

Festgestellt wurde im Bericht auch, dass in der evangelischen Kita im Zeitraum die Stellenplanung »überbesetzt war«. Greve schmunzelt: »Zu dieser Zeit war eine Waldgruppe geplant, die Fachkraft schon eingestellt. Dann kam die Sanierung, die Waldgruppe wurde verschoben. Das war der Hintergrund.«

Die Personalsituation war und ist allerdings nicht nur in Usingen angespannt. Greve betont aber, dass in Kürze einige Fachkräfte in einer nebenberuflichen Ausbildung an der Saalburgschule fertig würden. Und diese sind an Usingen gebunden, da sie über das entsprechende Programm in der Ausbildung auch von der Stadt mitfinanziert werden. »Damit könnte sich die Lage etwas entspannen.«

Anpassung der Betreuungszeiten

Was aber besonders gefällt beim Bericht: Usingen habe die flexibelste Satzung im weiten Rund, was die Betreuungzeiten angeht. »Damit können sich Eltern jeden Tag die passende Betreuung aussuchen. Das ist im Kreis in dieser Form einmalig.«

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