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In Höhe der Lochmühle wurden neben der Landstraße durch das Köpperner Tal Bäume gefällt.

Sanierungsoffensive wohl erst 2022

Das ist der aktuelle Stand der Radwege-Planung im Usinger Land

Vor über einem Jahr wurden die Pläne von Hessen Mobil bekannt, im Köpperner Tal und parallel zur B 456 über die Saalburg neue Radwege zu bauen. Wie weit ist der Stand der Dinge?

Usinger Land - Gegenüber des Freizeitparks Lochmühle wurden auf der anderen Straßenseite der L 3041 - parallel zur Landstraße durchs Köpperner Tal - Bäume gefällt und Gestrüpp sowie Hecken beseitigt. Der Waldrand ist dadurch auf einer Länge von mehreren hundert Metern rund fünf Meter nach hinten verschoben worden. Die entstandene Trasse lässt vermuten, dass darauf ein Radweg entstehen könnte.

Diese Vermutung liegt nahe, zumal Hessen Mobil Anfang 2018 auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt hat, einen neuen Radweg durch das Köpperner Tal zu bauen. Die bestehende schmale, jedoch arg ramponierte Betonpiste, lädt Radfahrer nicht unbedingt dazu ein, mit dem Rad von Wehrheim und der Lochmühle in Richtung Friedrichsdorf-Köppern zu fahren.

Auch am Ende der L 3041 vor der Hauptkreuzung am Ortsausgang von Köppern wurde bereits auf einem Kilometer Länge der Baumbestand parallel zur Landstraße gefällt. Schön wäre es - dachte sich so mancher Pendler - schon bald mit dem Fahrrad aus dem Usinger Land sicher auf einem Radweg auch in Richtung Friedrichsdorf zur Arbeit fahren zu können.

"Die Kosten für den Radweg im Köpperner Tal in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro investiert das Land Hessen", teilte dazu eine Pressesprecherin von Hessen Mobil Anfang vergangenen Jahres mit. Doch den Hoffnungen, dass nun mit dem Bau begonnen wurde, erteilt die Straßenverkehrsbehörde des Landes auf aktuelle Nachfrage einen Dämpfer.

Verkehrssicherheit

"Die Bäume wurden aus Verkehrssicherheitsgründen und nicht aufgrund des Radwegs gefällt", teilt Hessen Mobil-Pressesprecher Andreas Mehring nun mit. "Die Planung des Radweges befindet sich noch in der Phase der Voruntersuchung. Es werden noch geeignete Varianten gesucht und diese auf Machbarkeit und Genehmigungsfähigkeit geprüft."

Gleiches gelte auch für den ebenfalls in Aussicht gestellten neuen Radweg über die Saalburg. Die Kosten für den Radweg parallel zur B 456 in Höhe von 450 000 Euro trägt der Bund, weil es ein die Bundesstraße begleitender Radweg ist. "Der Baubeginn ist nach derzeitigem Stand für beide Radwege frühestens ab 2022 vorgesehen", sagt Mehring.

Auf den letzten Drücker

Beide Projekte sind Teil der "Sanierungsoffensive 2016 bis 2022" des Landes Hessen. Der geplante Baubeginn kommt also auf den letzten Drücker. Über die Saalburg führt derzeit ein gut ausgebauter Radweg auf der alten Landstraße von Obernhain hinauf zur Saalburg.

Auf dieser ehemaligen Landstraße fuhr bis zur Eröffnung der heutigen Wehrheimer Umgehung im Jahr der gesamte Verkehr aus dem Usinger Land in den Vordertaunus. Heute ist lediglich eine asphaltierte Fahrspur erhalten, die jedoch in bestem Zustand.

Kurz hinter der Saalburghalle in Obernhain versperrt eine Schranke Autofahrern den Weg, der aber für Fahrradfahrer freigegeben ist. Einzig: Die direkte Rad-Anbindung zwischen beiden Teilen des Hochtaunuskreises ist zu wenig bekannt. Ab der Passhöhe hinter dem Römerkastell führen noch Forstwege (feinster Schotter) hinab in den Vordertaunus.

Von der Fahrrad-Lobby ADFC wird zu Recht der Ausbau von Radwegen gefordert. Planungen des Regionalverbandes sehen ein Netz von sogenannten Radschnellwegen vor - unter anderem ist eine Anbindung der Vordertaunus-Städte nach Frankfurt vorgesehen.

In der Region, unterwegs und an den Anfangspunkten der sternförmig auf die Main-Metropole zulaufenden Radschnellwege, ist eine Anbindung und Vernetzung anderer und bestehender Radwege vorgesehen. Mit den beiden projektierten Radwegen ermöglichen Hessen Mobil und das Land zwei bedeutende Zuführungen aus der Region.

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