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Die Kirchenruine Landsteiner Mühle in Altweilnau ist bundesweit eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler.

Mit 300 000 Euro

Zukunft der Ruine ist gesichert - Bund fördert die Sanierung der Landsteiner Kirche

Der Bund wird sich mit 300 000 Euro an der Sanierung der Landsteiner Kirchenruine in Altweilnau beteiligen. Die zählt zu den national bedeutsamen Kulturdenkmälern.

Usinger Land - Der Landstein gilt als ein bis heute besonders eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeit und Repräsentation. Und es ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler im Hochtaunuskreis. Die heute noch vorhandenen Reste der großen gotischen Wallfahrtskirche sind ins 15. Jahrhundert zu datieren. Auftraggeber könnten die Herren von Eppstein gewesen sein, die hier Besitzrechte hatten und die Kirche durch Stiftungen förderten. Die Marienwallfahrt zum Landstein erlebte im Spätmittelalter eine beachtliche überregional ausstrahlende Blüte, die sich in einer außerordentlich reichen, archivalisch belegbaren Ausstattung niederschlug. In den konfessionellen und territorialen Umwälzungen der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Wallfahrt aufgegeben. In den folgenden Jahrzehnten verfiel die Kirche mehr und mehr beziehungsweise wurde als Lieferant für Baumaterialien genutzt. So finden sich Spolien (Bauteile) aus der Landsteiner Kirche heute beispielsweise in der Stadtpfarrkirche von Usingen. Bereits in den 1820er-Jahren wurde der besondere kulturhistorische Wert der Ruine als "vaterländisches Altertum" erkannt und ein endgültiger Abbruch verhindert. Aufgrund einer fehlenden Nutzung hat sich bis heute die Bausubstanz jedoch kontinuierlich und in einem Maße verschlechtert, dass eine Sanierung jetzt dringend angezeigt ist, um den Erhalt der Ruine sicherzustellen. red

Der Bund fördert die Sanierung der Kirchenruine Landstein in Altweilnau mit 300 000 Euro. Diese Neuigkeit hat gestern der Bundestagsabgeordnete Stefan Ruppert (FDP) aus dem Hochtaunuskreis mitgeteilt, der sich nach eigener Aussage für die Sanierung des Landsteins auf Bundesebene eingesetzt hatte.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner gestrigen Sitzung die Mittel des Denkmalschutz-Sonderprogramms freigegeben. Damit können bundesweit viele national bedeutsame Kulturdenkmäler darunter Kirchen und Schlösser, Kloster und Burgen erhalten und bewahrt werden.

Die Ruine der früheren Wallfahrtskirche am Landstein ist eines der wichtigsten Baudenkmäler der Region, das erhalten und wiederbelebt werden solle. "Das ist ein schöner Erfolg, vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie groß die Nachfrage für die Förderung in diesem Jahr war", schildert Ruppert.

Denkmalgerechte Sanierung

Auch Landrat Ulrich Krebs (CDU), Verbandsvorsitzender des Naturparks Taunus, zeigte sich erfreut über die Förderung. "Die Kirchenruine Landstein ist eine herausragende Landmarke im oberen Weiltal und zugleich eines der bedeutendsten Kulturdenkmale unserer Region. Ich freue mich und bin sehr dankbar, dass mit der gewährten Zuwendung des Bundes die denkmalgerechte Sanierung als Grundlage für den Erhalt der Ruine und ihre künftige Nutzung jetzt begonnen werden kann."

Die Kirchenruine gehört seit Anfang 2018 zum Zweckverband Naturpark Taunus. Der Verband kümmert sich um den Erhalt der Ruine. Das Konzept zur Sanierung soll demnächst vorgestellt werden, einen genauen Termin gibt es aber noch nicht. Der Landkreis treibt die Forschungen zum ursprünglichen Aussehen der Kirche bereits seit geraumer Zeit voran.

Im Juni 2018 fand in der Ruine ein Gottesdienst im Zuge der Familienkirche der Pfarrei St. Marien in Bad Homburg unter freiem Himmel statt. Es war die erste Messe dieser Art nach rund 500 Jahren. Und es soll nicht die letzte ihrer Art in der Kirchenruine gewesen sein.

Zwei alte Traditionen

Die Kirchenruine am Landstein ist nicht nur beliebte Pilgerstätte. Sie war auch sehr viele Jahre ein Synonym für die Weiltal-Gastronomie. Das Restaurant Landsteiner Mühle von Gertrud und Hans Stöckl - Ruine und Gasthaus liegen nebeneinander - hat vor zwei Jahren seine Pforten geschlossen. Gertrud Stöckl wusste im März 2017 zu berichten, dass diese Gasthaus-Tradition genauso alt ist wie die der Gottesdienste: 500 Jahre. Das Ehepaar hatte die Mühle rund 40 Jahre nach dem Erwerb aus Altersgründen aufgeben müssen. Aber auch die hohen Kosten hätten der Mühle das Wasser abgegraben, so Gertrud Stöckl 2017.

Das Restaurant mussten Stöckls zwar aufgeben. Dort befindet sich nun ein Seminarzentrum für Klangschalen-Massage. Doch um die Ruine wollten sich die Stöckls weiter kümmern.

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