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Im September war der Spatenstich, doch dann ruhten schon bald die Bauarbeiten am Neubau der Lebenshilfe Hochtaunus. Nun geht es in der Löwenzahnstraße unweit des Familienzentrums „Hand in Hand“ Schlag auf Schlag.

"Haus der offenen Hilfen"

Verein Lebenshilfe will auch im Usinger Land ein Angebot für Menschen mit geistigen Behinderungen schaffen

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Nach dem vor 20 Jahren in Bad Homburg eröffneten "Haus der offenen Hilfen" der Lebenshilfe in Bad Homburg haben nun die Bauarbeiten für ein Haus mit vergleichbarem Konzept in Usingen begonnen.

Der Erfolg eines Projektes zeigt sich nicht selten daran, dass es an seine Grenzen kommt. Das Haus der offenen Hilfen des Vereins Lebenshilfe Bad Homburg ist so eine Erfolgsgeschichte.

Ganz viele Menschen mit geistigen Behinderungen, die nicht in einer Einrichtung leben – und auch deren Angehörige – erfahren durch die Mitarbeitenden in der 1999 eröffneten Einrichtung eine wichtige Unterstützung. Der Bedarf an den verschiedenen Angeboten der Lebenshilfe ist ungebrochen hoch und wächst sogar weiter.

„In Bad Homburg sind unsere räumlichen Kapazitäten voll ausgelastet“, sagt der im November wiedergewählte Vereinsvorsitzende Gerhard Beckmann. „Deswegen können manche Angebote nicht oder nicht ausreichend bereitgestellt werden.“

1,5 Millionen Euro

Gerade aus dem Usinger Land müssten Kinder und Mitarbeiter weite Wege auf sich nehmen, um die Angebote wahrzunehmen. Auch sollen Familien angesprochen werden, die die Unterstützung der Lebenshilfe noch gar nicht in Anspruch genommen haben.

Statt die therapeutischen Maßnahmen verstreut in Schulturnhallen oder anderen Gebäuden anbieten zu müssen, wird nun auch im Usinger Land wohnortnah ein zweites Haus der offenen Hilfen gebaut. 1,5 Millionen Euro investiert dabei die Lebenshilfe.

Eine Million hat der Verein selbst angespart, der Rest soll über einen Zuschuss der „Aktion Mensch“ und Spenden finanziert werden.

Im September vergangenen Jahres waren auch Landrat Ulrich Krebs und Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (beide CDU) beim Spatenstich zugegen, was die Bedeutung des Projektes hervorhob.

Im Dezember wurde der Bauzaun gestellt. Nach der Winterpause wurde Ende Januar der Baukran errichtet, hinter dem sich die evangelische Laurentiuskirche über der Usinger Innenstadt erhebt. Der neue Standort in der Löwenzahnstraße liegt unweit des Familienzentrums Hand in Hand.

Kreis und Stadt hatten das 1800 Quadratmeter große Grundstück an die Lebenshilfe verkauft, dabei aber im Blick behalten, dass für die Stadt irgendwann eine weitere Grundschule nötig werden könnte. Deshalb hat sich der Kreis in der Nähe des Neubaus Flächen gesichert. Errichtet wird ein zweigeteiltes Haus in Form eines X, in dessen Mitte der Eingangsbereich entsteht. Der Großteil der 360 Quadratmeter Nutzfläche ist den Therapieräumen und einem Hort für bis zu zehn Jugendliche und drei Betreuer vorbehalten. Neben der Früh-, Einzel- und Gruppenförderung wird es auch Beratungsangebote geben.

Die Räumlichkeiten bieten auch Platz für Ferienspiel- und Freizeitgruppen, Sportangebote, Informations- und Fortbildungsmöglichkeiten. Hinzu kommen Büroräume, Küche und Sozialräume.

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