750 Jahre Köppern

Mit vereinten Kräften ins Jubiläum

Vor 750 Jahren wurde Köppern erstmals erwähnt. Das soll in zwei Jahren gebührend gefeiert werden. Zur Vorbereitung und Durchführung wird jetzt ein Heimatverein gegründet werden, in dem alle ortsansässigen Vereine vertreten sind. Themen für das Jubiläumsfest gibt es schon so einige.

Seulberg hat seinen 1250. Geburtstag gerade erst gefeiert, da bereiten sich die Köpperner bereits auf ihren eigenen runden Ehrentag vor. 2019 feiert der Ort seinen 750. Geburtstag. Grund genug für Ortsvorsteher Kurt Grün (FWG), gemeinsam mit weiteren Köppernern, einen Heimatverein zu gründen. „Darin sollen alle Köpperner Vereine Mitglied sein“, erklärt Grün.

Ziel sei es, die Feierlichkeiten gemeinsam vorzubereiten und durchzuführen. Geplant sei derzeit ein langes Festwochenende, voraussichtlich direkt nach Pfingsten. Ein einzelner Verein könne das allein nicht leisten, auch wenn er, wie etwa „Lebendiges Köppern“, sehr umtriebig sei. „Wir brauchen Expertise und Unterstützung aus allen Vereinen.“

Der Jubiläumstermin ergibt sich aus dem Eppsteiner Lehensverzeichnis, das, wie vermutet wird, um 1269 entstanden ist. Dort ist die Rede von einer Mühle zu „coppern“, die vom Grafen Gerhard von Eppstein dem Buchard von Printsac zum Lehen gegeben wurde. Wahrscheinlich war die Gegend aber schon viel früher besiedelt. In den nahen Wäldern sind zahlreiche mehr als 3000 Jahre alte Hügelgräber zu finden.

Themen für das Jubiläumsfest sind viele denkbar: Die westliche Gemarkungsgrenze Köpperns grenzt an den Limes, den römischen Grenzwall zu Germanien, der um 100 nach Christi Geburt gebaut wurde. Am Erlenbach wiederum gab es zahlreiche Mühlen. Dort wurden Getreide und Ölfrüchte gemahlen, später, vom 18. Jahrhundert an, wurden viele von ihnen als Papiermühlen genutzt. An die Mühlen erinnert zudem der Mühlgraben, der inzwischen, wenn genug Regen fällt, wieder Wasser führt. Der Graben war trockengelegt worden, weil er keinen Abfluss mehr hatte. Letzterer war einem Bauprojekt zum Opfer gefallen. Der Verein „Lebendiges Köppern“ hatte sich aber jahrelang für die erneute Bewässerung eingesetzt, weshalb der Graben jetzt einen neuen Abfluss bekommen hat.

Charmant ist das evangelische Dorfbarock-Kirchlein direkt an der Köpperner Straße. 1901 gründete der Frankfurter Arzt Emil Sioli das Waldkrankenhaus für psychiatrische Patienten, das noch immer besteht. Die Frankfurter Immobilienmaklerin Tony Werntgen gründete 1909 in Köppern das Deutsche Flugtechnische Institut. Es befand sich gegenüber der Teichmühle. Zusammen mit ihrem Sohn Bruno entwickelte sie in einer großen Halle Ein- und Doppeldecker und betrieb eine Flugschule. Die Geschichte war erst vielversprechend, endete aber tragisch.

Am 25. Februar 1913 stürzte Bruno Werntgen bei einem Probeflug mit einer seiner Eigenkonstruktionen ab und starb. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs gibt es auch schon das Köpperner Kino, das einst ein Turn-, Gesang- und Tanzsaal war.

In der Sportwelt bekannt ist das „Team United“ des Fußballvereins Teutonia Köppern, eine integrative Fußballmannschaft, in der behinderte und nichtbehinderte junge Leute miteinander mit großer Begeisterung kicken.

Das Jubiläumsfest ist zwar der Anlass zur Gründung des neuen Vereins, aber nicht der einzige Vereinszweck. In der Satzung, die Grün und seine Mitstreiter schon vorbereitet haben, stehen auch Förderung der Heimatpflege, Heimatkunde, Pflege des traditionellen Brauchtums, bürgerschaftliches Engagement, Erinnerung der Einwohner an die Geschichte des Ortes, Erhaltung und Pflege historischer Anlagen, die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit, Vorträge und Veranstaltungen zur Förderung des geschichtlichen Bewusstseins sowie Führungen und Exkursionen.

DER HEIMATVEREIN: Der neue Heimatverein Köppern ist selbstlos tätig. Mitglieder können nicht nur Vereine, sondern auch alle Köpperner Bürger werden. Der monatliche Mitgliedsbeitrag wird 1 Euro betragen. Zur Gründungsversammlung lädt der Ortsvorsteher für Dienstag, 20. Juni, 19.30 Uhr ein. Und zwar ins Forum Friedrichsdorf in der Dreieichstraße. Vorher tagt der Ortsbeirat.

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