1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Vergabekriterien für Bauland nachgeschärft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Punkteliste entscheidet, wer ein Grundstück bekommt

Neu-Anspach -In Neu-Anspach ist die Nachfrage nach Baugrundstücken in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Auf der Interessentenliste für ein städtisches Baugrundstück stehen derzeit über 300 Bewerber - und das ergibt verhältnismäßig viele Bewerber auf wenige Baugrundstücke.

Um die Baugrundstücke gerecht unter der großen Zahl an Interessenten verteilen zu können, hatte die Stadt zuletzt 2018 ein internes Punktsystem eingeführt, um Bewerber untereinander vergleichbar zu machen. Bislang erfolgte die Vergabe nach mehreren Kriterien, wie beispielsweise der bevorzugten Berücksichtigung von stadtansässigen Bürgern oder Berufstätigen, von Bewerbern mit zwei oder mehr Kindern unter 18 Jahren, Bürgern die aufgrund veränderter Lebensumstände eine Wohnveränderung anstreben, sowie Bewerbern, die weder Wohnungs- noch Hauseigentum in Neu-Anspach besitzen.

Aus vier werden

sieben Punkte

Zudem wurden bislang auch Ehrenamtstätigkeiten oder soziales Engagement in Vereinen oder Institutionen sowie Pflegesituationen berücksichtigt, wenn sich ein Punktegleichstand ergab. Diese Vergabekriterien sind jetzt überarbeitet worden und beinhalten nun sieben Kriterien. Im Haupt- und Finanzausschuss legte Stefan Ziegele (FDP) nun eine nochmals überarbeitete Kriterienliste vor - "um Zweideutigkeiten auszuschließen", wie er erklärte.

Die Kriterien umfassen nun auch Menschen mit Hauptwohnsitz in Neu-Anspach (wobei bei der Punkteanzahl eine Rolle spielt, wie lange man schon in Neu-Anspach wohnt), die Arbeitssituation des Bewerbers (und damit auch die Dauer der Anstellung oder dem Betreiben eines Gewerbes in Neu-Anspach), der Familienstand, ehrenamtliche Tätigkeiten sowie Alter- und Pflegeumstand. Die zu vergebenen Punkte werden addiert.

Trotzdem schärften die Mitglieder des Ausschusses in der anschließenden Diskussion die einzelnen Unterpunkte noch einmal nach - um Missinterpretationen auch im sprachlichen Zusammenhang auszuschließen.

Chancen für

junge Leute

Besonderen Wert legten die Mitglieder des Gremiums auf Gleichbehandlung der aufgezählten Gruppen sowie darauf, dass in dieser Punkteliste neben Familien und Senioren auch junge Einwohner nicht ausgeschlossen würden, die in der Heimat gerne Bauland für ihre künftige Familienplanung erwerben möchten.

Diese waren in der Vergabeliste bisher unterrepräsentiert, weil sie sich, wie Kevin Kulp (SPD) sagte, "sie sich noch nicht 100 Jahre in einem Verein befinden, die Eltern noch nicht pflegebedürftig sind und sie auch noch keine Kinder haben". Dass jemand jedoch "Punktedumping" betreiben würde, um auf jeden Fall einen Bauplatz in Neu-Anspach zu ergattern, hielt Andreas Moses (NBL) für nicht sehr wahrscheinlich.

Das Gremium sprach sich schließlich einstimmig für den FDP-Vorschlag und die in der Diskussion erarbeiteten Ergänzungen aus. Endgültig entscheiden über die Vergabekriterien werden die Stadtverordneten.

Auch interessant

Kommentare