Stau von einem Verkehrsknotenpunkt bis zum nächsten: Die Stadt Usingen erleidet in diesen Tagen den Verkehrskollaps und als einzige Zufahrt dient derzeit die Kreuzung am Autohaus Erlenhoff. Fotos: Seibt

Stau-Chaos

Usingen: Verkehrsbehörde muss nun ran

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Bürger üben Kritik an Clemens Konieczny vom Usinger Bauamt wegen des Verkehrschaos. Dabei kann der Verwaltungsmitarbeiter gar nichts für die Staus. Schuld ist eigentlich die Baufirma, die in der Kreuz- und Zitzergasse einfach zu schnell arbeitet.

Kreuzung Neutorstraße/Stockheimer Weg dicht, Wilhelmjstraße zu, Kreuzgasse gesperrt - wenn jetzt noch irgendjemand irgendein Verkehrsschild in Usingen aufstellt, könnte ihn ein Blitztod durch den Zorn der Autofahrer ereilen. Seit Montag wird an der Kreuzung Neutorstraße/Stockheimer Weg gebuddelt, womit eine der stark befahrenen Umleitungen der sowieso durch Vollsperrung gebeutelten Innenstadt auch noch weggefallen ist.

Damit steht jeder Kraftfahrer mindestens 10 Minuten, eine Dame sprach von 30 Minuten, am Autohaus Erlenhoff, wenn er in die Innenstadt will oder auf die Bundesstraße einbiegen möchte. Die Richtung ist egal, man steht.

Stau in alle Richtungen: Sperrungen und Baustellen lähmen Usingen

Für Clemens Konieczny vom Usinger Bauamt und Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) eine Situation, die wenig erbaulich ist, aber ebenso wenig hätte umgangen werden können. Denn: Der besagte Kreuzungsbereich muss in den Ferien gemacht werden, da ist nämlich ein Drittel weniger Verkehr "uff de Gass". Wäre wenigstens noch die Wilhelmjstraße offen, könnte sich die Lage etwas entspannen. Blöd nur, dass die Baufirma sechs Monate vor dem Zeitplan ist - gut für die Innenstadtgeschäfte, da sie Herbst- und Wintergeschäft in einer schön gestalteten Innenstadt mitnehmen können, schlecht für die Autofahrer. "Wir bitten inständig, dass alle Pendler und Bürger noch zwei Wochen Geduld haben", sagt Wernard. "Wir hätten die Kreuzung auch in den Herbstferien erledigen können - aber mit immensen Zusatzkosten. Denn dann wäre die derzeit vorliegende Umleitung neu auszuschildern gewesen, mit Beantragung und Genehmigung."

Suche nach Schuldigen: Kritik an Usinger Planung

Nun gab's von einem Diplom-Verwaltungswirt und Vertreter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Schelte für die Usinger Planung. Einseitige Baustelle auf den betroffenen Straßen mit Ampelschaltung hatte Frank Täffner in einem Zeitungsbericht gefordert, dann hätten nicht erste Geschäfte schließen müssen.

Wäre gestern die Straße nicht so staubig gewesen, hätte sich Konieczny vor Lachen setzen müssen. "Wie hätte er das denn anstellen wollen? Gerade in der Zitzergasse, aber auch überall, wo Wasser und Kanal neu verlegt wurden, können wir doch nicht eine Hälfte machen, alle Leitungen, die die Straße queren, kappen und später wieder aneinander flicken."

Baustellen in Usingen, so weit das Auge reicht: Neben der Wilhelmjstraße (hier im Bild) wird nun auch in der Neutorstraße gebaggert.

Lob von Unternehmen: Arbeiten halbes Jahr früher beendet

Vor allem, so ergänzte Wernard, wäre die Bauzeit dann fast verdoppelt worden. "Und genau das hätte den Innenstadt-Geschäften nun wahrlich nicht gut getan." Entgegen der Meinung des Verwaltungsfachwirts sei eben kein Geschäft kaputt gegangen. Ein Modehaus habe sowieso schließen wollen und die Baustelle als Fixpunkt genommen. Selbst diejenigen Gaststätten, die so gejammert hätten, seien noch in Betrieb. "Im Gegenteil. Wir haben von den Unternehmen viel Lob erhalten, was die Arbeiten betrifft. Das Unternehmen ist so schnell, dass wir jetzt bereits ein halbes Jahr gewonnen haben. Statt März 2020 wird das Ganze im September 2019 fertig."

Was die Kreuzung am Autohaus Erlenhoff betrifft, ist Usingen tätig geworden. "Wir hatten ja gesagt, dass wir das Ganze zwei Tage beobachten. Heute morgen wurden Polizei und Straßenverkehrsbehörde informiert. Wir bitten darum, entweder eine Ampelschaltung einzurichten oder den Verkehr in den Stoßzeiten mit einem Polizisten zu regeln. Dann würde sich die Situation sicher deutlich entspannen", sagte der Bürgermeister. Er hoffe, dass schnell eine Entscheidung falle. Denn natürlich könne die Situation so nicht weiterhin bestehen.

Bürgermeister bittet um Geduld: Lage entspannt sich bald

"Ich muss aber noch einmal alle bitten, noch die zehn Tage Geduld zu haben. Denn am 22. Juli ist die Neutorstraße/Kreuzgasse bis zur Obergasse fertig, die Kreuzung Stockheimer Weg ebenfalls. Dann entspannt sich die Lage sehr deutlich ."

Von Andreas Burger

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