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Vertriebene und Flüchtlinge bilden neuen Schwerpunkt

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Von Oberursel in den Hessenpark: In diesem Container waren Geflüchtete zu Zeiten des Jugoslawienkrieges untergebracht. © Red

Neu-Anspach (kop). Vertriebene und Flüchtlinge bilden einen neuen Schwerpunkt im Freilichtmuseum Hessenpark. So schreitet in der Baugruppe Mittelhessen die Sanierung des Hauses aus Sterzhausen weiter voran. Hier wird die neugestaltete Dauerausstellung über die Ansiedlung Heimatvertriebener nach 1945 in Hessen Platz finden. Über zwei Etagen erzählt sie vor allem von der Ankunft und Eingliederung der heimatlosen Menschen in Hessen.

Zahlreiche Schicksale von Betroffenen und Zeitzeugen hat das Museum in den vergangenen Jahren dafür erhoben. Auch der Aufbau von »Vertriebenenindustrien« in Hessen wird thematisiert. Als Beispiel dienen die böhmische Glasindustrie im Taunus und die Musikinstrumentenherstellung in Nauheim.

In der Baugruppe Rhein-Main wagt der Hessenpark den Sprung in die Moderne: Neben der Remise am Weinberg sollen in den nächsten Monaten vier Flüchtlingscontainer aufgestellt werden. Sie entstammen einer Containerunterkunft, die bis 2016 im Gewerbegebiet An den drei Hasen in Oberursel stand.

Am 15. Oktober 1990 wurden dort die ersten Asylsuchenden untergebracht. Es handelte sich hauptsächlich um Geflüchtete aus den Jugoslawienkriegen, aus Syrien und Afghanistan. Im Inneren der Container entsteht eine Ausstellung zu Flüchtlingen und Asylsuchenden in den 1990er-Jahren und zur Flüchtlingsunterkunft in Oberursel. Ein mit Originalen aus Oberursel und anderen Flüchtlingseinrichtungen ausgestattetes Zimmer wird eine Standardunterkunft mit Ersteinrichtung für zwei Erwachsene zeigen. Ein weiterer Raum wird sich mit den Menschen selbst beschäftigen, die in den 1990er-Jahren nach Hessen geflüchtet sind. Hier sollen Geschichten erzählt, Zitate und eventuell Objekte der Menschen mit Anekdoten gezeigt werden. Um diesen Raum mit Leben zu füllen, sucht der Hessenpark Zeitzeugen. Interessierte können sich per E-Mail an die Adresse containerunterkunft@hessenpark.de an die Projektverantwortliche Louisa Scheib wenden.

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