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Vielfalt ist wichtig für Tiere und Pflanzen

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Zusammen mit Dr. Matthias Henker (rechts) waren einige Hessenpark-Besucher auf der Suche nach Schmetterlingen. © mai

Schmetterlinge und Fliegen, Maden und Käfer: Aufklärungsarbeit im Hessenpark

Neu-Anspach -Wer keine Raupen mag und ihnen keine Lebensbasis gibt, wird sich auch nicht an einem bunten Schmetterling erfreuen können. Denn das Ei, das ein Schmetterlingsweibchen legt, braucht eine artgerechte Umgebung, möglicherweise auch eine andere als die Raupe, die sich aus ihm entwickelt. Es muss alles passen. Die Raupe spinnt sich entweder einen Faden und hält sich an einem Grashalm fest, oder sie baut sich ein Nest in einem Blatt, durch das sie sich durchfrisst und zur Puppe entwickelt.

Sie wechselt mehrfach ihr Außen-Skelett, und wenn die Flügel Farbe annehmen, ist der letzten Teil der beachtlichen Metamorphose fast erreicht. "Der Falter braucht in jeder dieser Phasen das richtige Biotop." Darauf wies Dr. Matthias Henker bei einer Schmetterlingsführung im Hessenpark hin. Er ist seit 15 Jahren Hobby-Lepidopterologie, also Schmetterlingskundler, und Mitglied im Entomologischen Verein Apollo des Senckenberg-Instituts Frankfurt, der sich um die Insektenvielfalt kümmert.

Henker machte klar, dass eine wunderschöne Blühwiese oder ein Blühstreifen, der zur falschen Zeit gemäht oder umgepflügt werde, keine Unterstützung sei. "Deshalb ist Aufklärungsarbeit nötig." Auch darüber, dass nicht alle Blüten perfekte Nektar-Lieferanten sind. Hoch gezüchtete Blumen seien kaum geeignet, alte Sorten wie Bartnelken, Lavendel oder Eisenkraut dagegen umso besser.

Dennoch werde heute auch für nachtaktive Falter einiges getan; vielerorts sei die Straßenbeleuchtung angepasst. "Es wird kein blaues Licht mehr genutzt, dass zieht die Nachtfalter an." Henker berichtete, dass er vor einer Woche 20 von rund 50 in Hessen vorkommenden Schmetterlingsarten gefunden habe. Am Sonntag indes machten die dunklen Wolken die Suche schwierig, denn Schmetterlinge wie Bienen lieben die Sonne.

Im Hessenpark ging es am Sonntag um das Thema "Lebendige Vielfalt", und Mitarbeiter von Nabu, BUND, der Gärtnerei, Imker sowie der Gesellschaft zur Haltung gefährdeter Haustierrassen hatten jede Menge Informationen mitgebracht.

Friederike Schulze vom BUND Hochtaunus hatte die Wildkatze in den Mittelpunkt gestellt und ließ die Kinder ausprobieren, ob sie auch so weit springen können wie eine Wildkatze. Diese Katze sieht zwar mindestens genau so kuschelig aus wie eine Hauskatze, ihr sollte sich jedoch niemand nähern, sonst macht er Bekanntschaft mit spitzen Zähnen und Krallen. Da sie wie die Biber nachtaktiv ist, sollte es schwierig sein, mit ihr Bekanntschaft zu machen. Für den Biber gilt das gleiche, aber beide gehören zur Vielfalt der Natur.

Weder Hormone noch Schadstoffe

Ebenso wie das Rote Höhenvieh, eine alte Rinderrasse, die für Insekten ebenfalls wichtig ist, wie der Verein berichtete: Fliegen, Maden und Mistkäfer sind nicht die einzigen, die sich im Kuhdung laben, und wenn die Tiere biologisch aufgezogen sind, der Kuhfladen also weder Hormone noch Schadstoffe enthält, umso besser.

Die Kinder fanden es toll, dass sie mit Pia Pietratus aus Zeitungspapier mit Hilfe einer extra gedrechselten Form kleine Blumentöpfchen herstellen, diese mit Erde befüllen und Kopf- oder Feldsalat, Sauerampfer oder Zuckererbsen einpflanzen und mit nach Hause nehmen konnten.

Sie versprach den Kleinen: "Ein grüner Daumen ist dafür keine Voraussetzung."

Erwachsene Hobbygärtner versammelten sich eher am Stand von "VEN", dem Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Dort gab es Samen für Bohnen, Salat oder Möhren zu kaufen, und von den Fachleuten, sie sich für altes Saatgut einsetzen, jede Menge Informationen. Sie sagen: "Nur noch wenige haben von Eltern und Großeltern Begeisterung fürs Gärtnern übernommen. Zu selten können Schulgärten das nötige Wissen vermitteln. Heute geben Vereine wie wir nicht nur Saatgut, sondern auch Wissen und Fertigkeiten in der Gesellschaft und an die nächste Generation weiter."

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