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Vier neue Bauprojekte

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Unterhalb des Deponieparks Brandholz ist nicht nur Platz für den Metallverwerter Röhrig, sondern auch für das Abbruchunternehmen Moses, das an seinem bisherigen Standort am Usinger Bahnhof dem Ausbau der Taunusbahn weichen muss. © Red

Neu-Anspach. Der Umweltausschuss des Neu-Anspacher Stadtparlaments hat am Dienstag vier wichtige Bauvorhaben grundsätzlich befürwortet, ohne der notwendigerweise folgenden Bauleitplanung vorzugreifen.

Für den Neu-Anspacher Metallverwerter Röhrig wird es, erstens, immer wahrscheinlicher, dass er mit seinem Betrieb auf ein Gelände unterhalb des Deponieparks Brandholz umsiedeln kann. In direkter Nachbarschaft soll, zweitens, das derzeit noch am Usinger Bahnhof ansässige Abbruchunternehmen Moses ein neues Betriebsgelände, unter anderem mit einer Bauschutt-Recyclinganlage, beziehen können. Dokumentiert hat der Ausschuss, drittens, sein grundsätzliches Interesse, der Metzgerei Henrici Bleibe- und Erweiterungsanreize zu bieten, indem der Bau eines Schlachthofes ermöglicht wird. Ob der in der Feldgemarkung unterhalb der Wacht entstehen soll oder an einem anderen Standort, wurde noch nicht entschieden. Die Suche nach Alternativstandorten ist aber Teil des Beschlusses. Ein positives Signal gab es, viertens, auch für den DRK Kreisverband Hochtaunus, der im Zuge der Umsetzung seiner Rettungswachen an der Weilstraße im Anschluss an den Sportplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße bauen will.

»Was lange währt, wird endlich gut«, zeigte sich Uwe Kraft (CDU) erfreut, dass in Sachen Röhrig der Knoten platzt. Der Beschluss, den Bebauungsplan für das Projekt öffentlich auszulegen, wurde einstimmig gefasst. Grundsätzlich gab es auch bei den Plänen zum Umzug der Firma Moses keine Gegenwehr. Im Gegenteil, kommt doch mit dem Unternehmen auch ein neuer Gewerbesteuerzahler nach Neu-Anspach.

Moses muss wegen Taunusbahn weg

Nach den Plänen kauft die Stadt Usingen das Gelände und verkauft es dann an Moses weiter, dessen Betrieb in Usingen im Zuge der Elektrifizierung der Taunusbahn weichen muss. Mehrere Fraktionen nannten die Konzentration dreier Entsorgungsbetriebe - Deponie, Schrotthandel und Bauschutt-Recycling - sinnvoll. Allerdings wurde, unter anderem von Cornelia Scheer (Grüne), betont, dass die Lärm- und Staubentwicklung bei der Bauschutt-Aufbereitung nicht zum Problem werden dürfe. Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) konnte beruhigen: Am Ende entscheide das Regierungspräsidium, das mit Sicherheit strenge Auflagen, etwa die Einhausung der Anlage, vorgeben werde.

Grundsätzlich befürwortet wurde auch der Plan der Metzgerei Henrici, einen Schlachtbetrieb zur Regionalisierung der Lebensmittelerzeugung bei gleichzeitiger, dem Tierwohl dienenden Reduzierung von Transportwegen zu errichten. Allein der Standort in der Feldgemarkung stieß auf Skepsis. Artur Otto (b-now) war zwar auch für die Standortsicherung generell, sah eine Alternative aber darin, den Betrieb ebenfalls unterhalb der Deponie, neben Moses, anzusiedeln, blieb damit aber alleine. Einen Schlachtbetrieb mit einem dem Tierwohl dienenden Ruhestall ausgerechnet neben einen Bauschutt-Recycler zu platzieren, erschien Thomas Jäger (NBL) nicht zielführend. Alternativstandorte hatte aber auch Fabian Schmidt (SPD) nicht parat. Auch wenn der von Henrici favorisierte Standort problematisch sei, gebe die SPD hier der Wirtschaftsförderung und der Standortsicherung für die Metzgerei den Vorrang.

Lärmbelästigung durch das DRK?

Der Plan des DRK, in Neu-Anspach eine neue Rettungswache zu bauen, fand nach kurzer Debatte die Zustimmung aller Fraktionen. Nur Otto hatte Vorbehalte gegen den Standort, weil dort Anwohner durch den Lärm der Rettungswagen belästigt werden könnten. Besser sei es, die Wache ans Schwimmbad zu setzen. Hans-Peter Fleischer (UBN) favorisierte einen Standort neben dem Feuerwehrgerätehaus in Rod am Berg.

Bürgermeister Pauli erklärte, der Standort Weilstraße sei der einzig richtige, denn nur von dort lasse sich die zehnminütige Hilfsfrist, die sich aus dem Dienstbezirk des DRK ergebe, einhalten. Auch Otto stieß mit seinem Vorschlag auf Widerstand, den CDU-Politiker Birger Strutz dahingehend zusammenfasste, dass mit Sondersignal ausrückende Rettungswagen immer laut seien - so lange, bis man sie selbst einmal dringend brauche.

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