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Vollsperrung: Lkw-Anhänger kippt zwischen Usingen und Weilrod in den Graben

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Bei einem Ausweichmanöver kippt der Anhänger des mit Möbeln und Matratzen beladenen Lastwagens aus Polen die Böschung hinab. Der Fahrer bleibt unverletzt. © Alexander Schneider

Rund eine Stunde ging nichts mehr auf der Bundesstraße 275 zwischen Usingen und Weilrod. Der Grund: Ein Lkw-Anhänger war in den Graben gestürzt.

Usingen-Merzhausen . Zum Glück ohne Verletzte verlief ein im wahrsten Sinne dennoch »schwerer« Verkehrsunfall am Montag auf der B 275 zwischen Merzhausen und dem Weiltal, etwas oberhalb des Meerpfuhls: Der Anhänger eines mit Möbeln und Matratzen aus Polen beladenen Gliederzuges war gegen Mittag bei einem Ausweichmanöver seitlich übers Bankett einen etwa 70 Zentimeter tiefen Abgrund gekippt.

Zwei Lkw-Abschlepper sind zur Bergung des Lasters nötig

Die Bergung des Havaristen war nicht ganz einfach, »zweimal Buhlmann«, waren nötig. Der Abschleppunternehmer Reiner Buhlmann, seine Tochter Anke Buhlmann und Mitarbeiter Roland Mietke aus Merzhausen hatten es immerhin nicht weit und konnten das Gespann mit vereinten Kräften wieder auf die Straße zurückstellen, von wo auch es mit einigen wenigen Schrammen und verbogenem Unterfahrschutz seine Fahrt Richtung Bad Camberg fortsetzen konnte. Dennoch war die B 275 für eine knappe Stunde zwischen Merzhausen und Landstein voll gesperrt. Der Verkehr wurde über Altweilnau umgeleitet.

Mit schwerem Bergegerät und fast unterarmdicken Stahlseilen wurde der Anhänger wieder auf die Straße gezogen, während der zweite superschwere Bergelaster den Lastwagen nach vorne mit Drahtseilen absicherte. Vorne wurde das Seil Zentimeter für Zentimeter wieder eingezogen, hinten Zentimeter für Zentimeter verlängert, bis der in seinem Cockpit mit sanftem Fußspitzengefühl mithelfende Fahrer erleichtert den Daumen nach oben reckte: »Passt, er steht wieder!«

Ausweichmanöver als Unfallursache

Der 36-jährige Fahrer war mit seinem Gespann aus Polen gekommen und hatte mehrere Abladestellen auf seiner Road-Map. »Der Ladung ist nichts passiert, alles paletti«, sagt er und die »Buhlmänner« waren froh, dass der Anhänger gerade einmal sechs Tonnen wog: »Wäre er schwerer, hätten wir wahrscheinlich abladen müssen«, sagte Reiner Buhlmann und Tochter Anke Buhlmann ließ schmunzelnd durchblicken, dass dieser »Drahtseilakt« für ihr Unternehmen keine besondere Herausforderung war. »Kindergeburtstag?« - »So ähnlich«

»Kindergeburtstag« war es indes für den polnischen Trucker nicht. Er sagte, ihm seien aus Richtung Landstein zwei Autos entgegengekommen, von denen der hintere den Vordermann trotz Gegenverkehrs überholt hat: »Ich habe versucht, aufs Bankett auszuweichen, um ihnen Platz zu machen, dabei ist der Anhänger umgekippt. Ich hoffe, dass ich weiterfahren kann, wenn er wieder steht«

Das konnte er zum Glück: Die Anhängerkupplung hatte die Havarie unbeschadet überstanden. Von den beiden Pkw-Fahrern fehlt aber jede Spur, sie sind einfach weitergefahren. »Vielleicht haben sie es ja auch gar nicht mitbekommen«, nahm der über den glimpflichen Ausgang erleichterte Brummi -Fahrer die beiden auch noch in Schutz

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