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Von Windrädern und Axtmördern

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Punktlandung: Drei Stunden Wanderzeit waren geplant, sodass die Gruppe pünktlich um 13 Uhr müde, aber gut gelaunt und hungrig am Ausgangspunkt der Frühjahrstour, dem Bürgerhaus in Emmershausen, dem Duft gegrillter Würstchen folgend, eintrifft. © Red

Weilrod (as). Glück gehabt, Regen gab es erst ganz zum Schluss: Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Weilrod hat ihre traditionelle Frühjahrswanderung hinter sich gebracht und konnte sich über 25 Teilnehmer, größtenteils Mitglieder, zum Teil aber auch im wahrsten Sinne »zugelaufene Gäste«, freuen.

Dr. Markus Hammer, Vorsitzender der Freien Wähler, hatte diesmal eine Route über etwa elf Kilometer ausgewählt. Thema war der Ausbau des Windparks, wobei Hammer an den drei geplanten Standorten auf Weilroder Gemarkung über den Stand der Planungen informierte. Insgesamt sieht die geplante Erweiterung des Windparks elf neue Standorte vor, neben den drei Weilrodern wird es weitere drei Anlagen auf Gelände der Gemeinde Weilmünster sowie fünf auf Selterser Gebiet geben.

Es wurde rege und interessiert über das Projekt diskutiert, wobei die Pachteinnahmen von etwa 200 000 Euro pro Anlage ebenso Thema waren, wie die Abstände der Windkraftanlagen zur Bebauung. Hammer erläuterte, dass die Mindestabstände in jedem Fall eingehalten würden. Etwa 1100 Meter seien es zum Wochenendgebiet von Emmershausen, 1300 Meter nach Emmershausen selbst und fast zwei Kilometer nach Hasselbach. Die Windräder sollen eine Nabenhöhe von 165 Metern haben, die Rotoren im Durchmesser bis zu 170 Meter messen, die Nennleistung pro Anlage liege bei 6,2 Megawatt.

Die Wanderer waren am Sonntagmorgen um 10 Uhr am Bürgerhaus in Emmershausen aufgebrochen. Von dort ging es entlang des Laubachs über recht anspruchsvolles Geläuf bergauf zur Rennstraße, wobei der eine oder andere Wanderer schon etwas ins Schwitzen kam. Immerhin galt es, insgesamt 300 Höhenmeter zu überwinden.

Legende zum Ende

Letzter Stopp der FWG-Frühlingswanderung war an Franzens Grab oberhalb von Emmershausen. Der Sage nach soll hier, im »Laubus«, im 18. Jahrhundert ein Schmied seinen missratenen Sohn erschlagen und begraben haben. Natürlich wurde die schlimme Geschichte einmal mehr erzählt, denn immer noch gibt es Menschen, auch in Weilrod, denen die Familientragödie, so es sie denn tatsächlich gegeben haben sollte, nicht geläufig ist. Hammer wusste sie so spannend zu erzählen, sodass auch die, die sie schon kannten, aufmerksam zuhörten.

Man erzählt sich, dass vor langer Zeit der Hammerschied Stephan zwei Söhne hatte, der eine half ihm bereitwillig beim Schmieden, der andere, Franz, eben nicht. Der liebte zu seines Vaters Verärgerung eher das leichte Leben, hatte die Arbeit nicht gerade erfunden, frönte auch gerne dem Alkohol und schädigte den guten Ruf der Familie zudem dadurch, dass er »mein und dein« nicht auseinanderhalten konnte, was ihm schließlich zum Verhängnis wurde. Der Vater soll ihn vor lauter Wut mit der Axt erschlagen haben.

Üblicherweise enden die Wanderungen der Weilroder FWG immer mit einem Imbiss. Aufgebaut und bestückt war der diesmal von der Freiwilligen Feuerwehr Emmershausen im Bürgerhaus. Es gab bei angeregten Gesprächen gegrillte Rostbratwürstchen und kühle Getränke. Feucht und gar nicht mehr so fröhlich war es aber erst am Ende, denn nach dem Imbiss fing es tatsächlich noch an zu regnen.

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