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Vor dem Jahrhundertereignis eine Fotoausstellung

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Gruppenbild mit Kirche: der wiedergewählte Vorstand des Vereins Eschbacher Ortsgeschichte um den Vorsitzenden Reiner Holl (Zweiter von rechts). © Red

Usingen-Eschbach. Im Mai wird erneut ein Kapitel Eschbacher Ortsgeschichte geschrieben, wenn die Dorfkirche ihre neuen Glocken erhalten wird. Das Jahrhundertereignis, bei dem vier neue Bronze-Glocken mit einem Spezialkran am Kirchturm emporgehievt werden, wird gewiss den gesamten Stadtteil auf Trab bringen.

Das Spektakel wird auch von den Mitgliedern des Vereins Eschbacher Ortsgeschichte mitverfolgt - und in der Chronik für spätere Generationen dokumentiert. Vereinsmitglieder tragen immer wieder historische Dokumente für Ausstellungen zusammen, um damit der Bürgerschaft Wissenswertes aus der Historie ihres Heimatortes zu präsentieren.

Die Wiederwahl des Vorsitzenden Reiner Holl sowie von Kassiererin Denise Vetter und Pressewartin Christa Klieber bei der Jahreshauptversammlung wird im Vereinsleben Kontinuität garantieren. »Im vergangenen Jahr haben wir zum 175. Geburtstag der Eschbacher Kirche die vierte Broschüre aus der Reihe ›Eschbacher Ortsgeschichten‹ veröffentlicht«, sagt Holl und weist darauf hin, dass zum Jahrhundertereignis diese Broschüre erneut zum Verkauf angeboten wird.

Konkurrenz mit der Nachbarstadt

»Als Eschbach zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine eigene Pfarrei wurde, baute man eine neue Kirche mit 300 Sitzplätzen, um damit die gewonnene Eigenständigkeit zu dokumentieren«, sagt Archivar Ronald Löw. »Nach über 200 Jahren wurde diese spätgotische Kirche im Jahre 1843 abgerissen und man erbaute an gleicher Stelle das heutige Gotteshaus.«

Konkurrenzdenken und als Machtdemonstration gegenüber der benachbarten Residenzstadt Usingen ließen den damaligen Schultheiß Johann Anton 20 000 Gulden ansparen. Damit war es ihm möglich, den Kirchturm statt wie geplant zwölf Meter auf immerhin 30 Meter Höhe zu bauen. Statt des geplanten Holzaltars veranlasste er den Einbau eines Marmor-Altars.

»Eine neue Orgel vom bedeutenden Orgelbauer Rassmann aus Nassau krönte das Gotteshaus«, schreibt Löw in der Broschüre. »Ohne Geld zu leihen, wurde die beeindruckende Kirche letztlich für 33 000 Gulden gebaut. 175 Jahre später prägt die Kirche immer noch unser Ortsbild.«

Ebenso bedeutsam ist die Geschichte der Eschbacher Volksschule, die seit Langem den Kindern der umliegenden Orte als Grundschule dient. Um an diese Institution zu erinnern, plant der Geschichtsverein im Mai eine Bilderausstellung im Bürgerhaus - nach über zwei Jahren Zwangspause die erste Veranstaltung.

»Auf etwa 50 Bildern im Format DIN A2 wollen wir an die Geschichte der Eschbacher Schulen erinnern«, sagt Holl bei seinem Jahresausblick. »Wir wollen dabei an die erste Schule im Ort gegenüber der Kirche ebenso erinnern wie an die alte Grundschule, an deren Stelle längst die heutige Buchfinkenschule gebaut wurde.«

Beliebte Tradition wiederbeleben

Vizevorsitzender Ortwin Ruß war als Ortsvorsteher durch eine Parallelveranstaltung an der Teilnahme an der Versammlung verhindert. Doch er freut sich natürlich auch auf die Fotoausstellung, mit der sein Verein nach der Zwangspause aufgrund der Coronavirus-Pandemie wieder an die beliebte Tradition anknüpfen wird.

Als Ruß in den 1950er Jahren selbst noch zur Schule gegangen ist, stand statt der 2004 eröffneten Buchfinkenschule dort ein anderes Schulgebäude. Im Gegensatz zur heutigen Grundschulzeit, konnten die Kinder bis zur achten Klasse in ihrer Schule bleiben. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte sich den 15. Mai vormerken.

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Bei der Fotoausstellung im Mai will der Verein Eschbacher Ortsgeschichte historische Bilder aller Eschbacher Schulen präsentieren. REPRO: PIEREN © Red

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